Mit Peitsche gequält

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Prozess um Tod von Sarah H. wird am Montag fortgesetzt

Im erneuten Prozess gegen den mutmaßlichen Peiniger von Sarah H. werden ab Montag erneut Zeugen gehört. 
Im erneuten Prozess gegen den mutmaßlichen Peiniger von Sarah H. werden ab Montag erneut Zeugen gehört.
Carina Göls

Im neuen Prozess gegen den mutmaßlichen Peiniger von Sarah H. aus Alt Rehse, Axel-Ingo G., werden ab Montag erneut Zeugen gehört. Diese haben für das Gericht besondere Bedeutung.

Es geht weiter. Im Prozess gegen Axel Ingo G. aus Alt Rehse wird am kommenden Montag weiter verhandelt. Darüber informierte auf Nachfrage Carl-Christian Deutsch, Pressesprecher am Landgericht Neubrandenburg. Bis in den September hinein werden demnach Zeugen angehört – darunter auch Bürger aus Alt Rehse.

Ziel sei es vor allem, dem Gericht durch die Angaben der Zeugen zu ermöglichen, die Schuldfähigkeit des Angeklagten Axel Ingo G. erkennen zu können. Sie hätten die „wichtige Aufgabe“ – dabei zu helfen, ein Bild zu zeichnen, das den 53-Jährigen in seinem Leben vor allem in Alt Rehse zeigt, möglicherweise auch Verhaltensveränderungen und wie er sich nach der Tat gegeben habe.

Sollte sich herausstellen, dass der Mann bei der Tat nicht im vollen Besitz seiner geistigen Kräfte war, dann könnte er tatsächlich als schuldunfähig freigesprochen werden, hatte es bereits zum Prozessauftakt Mitte April geheißen. Nun soll zudem herausgefunden werden, ob eine mögliche Schuldunfähigkeit dazu führen würde, dass er eine Gefahr für andere darstellt, also dauerhaft psychiatrisch untergebracht werden müsste.

Der Prozess wird seit der Hauptverhandlung Mitte April hinter verschlossenen Türen geführt, so auch am Montag, dem 20. August. Die Persönlichkeitsrechte des Angeklagten aus Alt Rehse, der in Verdacht steht, seine Lebensgefährtin getötet zu haben, wögen schwerer als öffentliche Interesse, so heißt es seitens des Gerichtes. Schließlich gehe es auch darum, den Angeklagten möglicherweise in einer psychiatrischen Haftanstalt unterzubringen. Die Details dazu und auch die Aussagen der Zeugen aus Alt Rehse wurden in einem Beschluss des Gerichts als schützenswürdig bewertet.

Schon seit Monaten in psychiatrischer Klinik

Axel Ingo G. soll seine Lebensgefährtin im Sommer 2016 im Streit im „Haus Rethra“ in Alt Rehse nackt an ein Bett gefesselt und mit einer Peitsche misshandelt haben. Danach ließ er die 32-Jährige laut Anklage ohne Essen und Trinken. Ihre stark verweste Leiche wurde zwei Monate nach der Tat gefunden.

Das Neubrandenburger Landgericht hatte Axel Ingo G. Ende März wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung mit Todesfolge schuldig gesprochen. Im ersten Prozess war er zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil allerdings kassiert, weil der „Geisteszustand des Angeklagten“ nicht genügend untersucht worden sei. Der 52-Jährige ist bereits vor einigen Monaten in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen worden. Er lebt laut Carl-Christian Deutsch nach wie vor in einer forensischen Einrichtung. Wann das Urteil gesprochen wird, sei völlig offen.