URTEIL ERST NÄCHSTE WOCHE

Prozess wegen Kindesmissbrauchs vertagt

Die Plädoyers mussten verschoben werden. Der Verhandlungstag gehörte noch den Gutachtern. Deren Aussage zu Daniel P. aus Malchow ist eindeutig.
Simona Block und Andreas Segeth Simona Block und Andreas Segeth
Die Plädoyers des Anwalts von Daniel P. und der Staatsanwaltschaft wurden verschoben.
Die Plädoyers des Anwalts von Daniel P. und der Staatsanwaltschaft wurden verschoben. Sven Ellger
Dresden.

Der Prozess wegen Kindesmissbrauchs gegen Daniel P. aus Malchow und seine Ex-Freundin Christin I. aus Dresden am Landgericht Dresden dauert länger als geplant. Die ursprünglich für Donnerstag angekündigten Plädoyers sollen nun erst am 20. Juni in nicht-öffentlicher Sitzung gehalten, das Urteil am Tag danach verkündet werden.

Am Donnerstag haben zwei Sachverständige dem Gericht ihre Gutachten vorgestellt. Demnach habe der wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagte und einschlägig vorbestrafte 34-Jährige aus Malchow einen Hang zu solchen Taten. Der Experte sah die Voraussetzungen für Pädophilie erfüllt. Der Mann sei "dissozial, auf sich bezogen und rücksichtslos”, lehne Therapie ab und habe keinen Plan für sein Leben. Von diesem Gutachten wollte die Staatsanwaltschaft unter anderem abhängig machen, ob sie den Antrag auf eine Sicherungsverwahrung nach Verbüßen der Haftstrafe stellt. In diesem Fall wäre es sehr schwer für Daniel P., jemals wieder in Freiheit zu kommen.

Mutter wird als überfordert beschrieben

Bei der der Beihilfe beschuldigten Frau liege laut Gutachten eine wiederkehrende depressive Störung vor. Die Dresdnerin wird als unsicher und überfordert beschrieben, mit gestörter Mutter-Kind-Beziehung.

Daniel P. soll über eine Dating-Plattform gezielt Kontakt zu alleinerziehenden Müttern in Sachsen aufgenommen haben, um sich an deren Töchtern zu vergehen. Die letzte Ex-Freundin soll ihm auf Wunsch kinderpornografische Fotos und Videos ihrer ein und vier Jahre alten Töchter geschickt und die Mädchen auf den Missbrauch vorbereitet haben. Daniel P. vergewaltigte die Töchter, die Mutter sei teilweise dabei gewesen und habe dabei geholfen. Daniel P. war Ende Oktober 2018 in Malchow gefasst worden.

Erst kurz zuvor verurteilt

Der Fall hatte für Aufregung gesorgt, weil das Amtsgericht Waren den Mann erst kurz zuvor wegen Kindesmissbrauchs zu einer Haftstrafe verurteilt hatte. Er blieb aber auf freiem Fuß, weil der Richterspruch noch nicht rechtskräftig war. Beide Angeklagte haben die Vorwürfe vor Gericht zugegeben. Der Prozess läuft zum Schutz der betroffenen Kinder zum Teil hinter verschlossenen Türen.

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