Sarah H.: Opfer bekannt aus Sat-1-Show „Schwer verliebt“

Fünf Jahre Haft für Angeklagten im Folter-Prozess

Ein 51-jähriger Mann aus Alt Rehse ist wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten Haft für den Angeklagten Axel-Ingo G. beantragt. Die Verteidigung verlangte Freispruch.
Florian Ferber Florian Ferber
Der Verurteilte (links) soll seine 32-jährigen Lebensgefährtin im Sommer 2016 gefesselt und derart mit einer Peitsche geschlagen haben, dass sie an den Verletzungen starb. Die Aufnahme stammt vom Prozessauftakt. Archiv
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Neubrandenburg/Alt Rehse.

Im Prozess vor dem Landgericht Neubrandenburg ist gegen einen Mann, der seine Lebensgefährtin zu Tode gefoltert haben soll, das Urteil gesprochen worden. Der Angeklagte Axel-Ingo G. aus Alt Rehse wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung mit Todesfolge sechs Jahre und sechs Monate Haft beantragt. Die Nebenkläger hatten elf Jahre Haft wegen Totschlag aus Unterlassung, Freiheitsbraubung und Störung der Totenruhe gefordert.

Die Verteidigung hatte während des vierten Verhandlungstages einen Antrag auf Befangenheit der Kammer gestellt. Sie sei nicht unvoreingenommen bezüglich eines möglichen Strafmaßes. Der Antrag wurde abgelehnt. In ihrem Plädoyer hatte die Verteidigung einen Freispruch für den Angeklagten gefordert, da ihrer Meinung nach zahlreiche Beweise nicht gewertet werden dürften.

Im Laufe des Prozesstages hatte auch die psychiatrische Gutachterin Dr. Peggi Grünberg, Fachärztin für Nervenheilkunde, ausgesagt. Sie stellte fest, dass eine genaue Diagnose im Fall von Axel-Ingo G. sehr schwer zu stellen gewesen sei, weil der Angeklagte nicht mit ihr reden wollte. Sie habe sich deshalb nur an der Aktenlage und den Diagnosen ihrer Kollegen aus der Vergangenheit orientieren können. Denkbar wäre ihrer Meinung nach eine sogenannte bipolare affektive Störung.

Dem 51-Jährigen aus Alt Rehse war vorgeworfen worfen, seine 32 Jahre alte Lebensgefährtin im Juni 2016 unter anderem gefesselt, sie mit einer Peitsche geschlagen und ihr Essen und Trinken verweigert haben. An den Misshandlungen ist die Frau gestorben. Das Opfer und der mutmaßliche Täter hatten sich kennengelernt, nachdem Sarah H. bei der TV-Sendung "Schwer verliebt" von Sat1 auftrat.

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Kommentare (3)

Da kann man mal wieder sehen, was ein Menschenleben in unserem Staat wert ist. Das doppelte hätte ich dieser Person wenigstens ausgesprochen. Der hat doch genau gewusst, was er da macht und das die Verteidigung Freispruch fordert, wo doch die Dinge klar auf der Hand liegen, ist wohl ein Witz!

Unabhängig von der Schwere des Verbrechens (Körperverletzung mit Todesfolge) ist es lustig zu lesen, dass ein psychiatrisches Gutachten ohne persönlichen Kontakt mit der betreffenden Person erstellt wurde. Ähnliches widerfuhr mehrmals Trennungskrieger und Justiz-Opfer Gustl Mollath.

Das wird dem besagten Herren freuen. Vielleicht sitzt der gerade mal 3 Jahre ab und dann wird der Rest zur Bewährung ausgesetzt, wie ich das mal so einschätze. Seine Videos auf YouTube kann er dann auch noch genießen, die immer noch für jeden frei zugänglich sind.