So leer ist der Warener Stadthafen nur im Winter oder im Lockdown. Radfahrer sollen hier am Müritz-Ufer im Juli und Augus
So leer ist der Warener Stadthafen nur im Winter oder im Lockdown. Radfahrer sollen hier am Müritz-Ufer im Juli und August nur noch schieben dürfen. Bernd Wüstneck
Nicht nur wie hier beim Himmelfahrtswochenende zur Müritz Sail 2017 ist der Hafen gefüllt – und Radfahren eine
Nicht nur wie hier beim Himmelfahrtswochenende zur Müritz Sail 2017 ist der Hafen gefüllt – und Radfahren eine Gefahr. Bernd Wüstneck
Gefahr am Müritz-Ufer

Radfahren im Sommer am Warener Hafen verboten

Sollte man am Warener Hafen besser absteigen und schieben? Obwohl dies seit Jahren gefordert worden ist, war das Thema festgefahren. Nun kommt plötzlich Bewegung rein.
Waren

Wer sein Rad liebt, der schiebt? Zumindest alle Radfahrer, die gerne am Warener Stadthafen an der Müritz sein wollen, müssen bald absteigen. Wie Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD) bei einem Pressegespräch überraschend mitteilte, soll das Radfahren im Hafenbereich vom Speicher bis zum Hafenmeisterbüro verboten werden.

Zunächst gilt das Verbot als Testphase in den Sommermonaten Juli und August. „Das ist die Hauptsaison. Da ist am meisten los”, sagte Möller. Gut möglich, dass die Regelung aber auch auf weitere Monate ausgedehnt wird.

Teil des Radwegs Berlin-Kopenhagen

Die Problematik ist schon lange ein Thema im Heilbad.Sobald die Touristenströme größer werden und der Verkehr am Hafen zunimmt, wird Warens schönster Ort zu einem heißen Pflaster. Einheimische und Urlauber flanieren unbekümmert zwischen den Cafés und den Booten hin und her – und mittendurch führt ein Radweg. Seit Jahren ist diese Situation schon ein Gefahrenpunkt und der Fahrradverkehr hat noch zugenommen und mit dem starken Zuwachs der Elektroräder sind viele Radfahrer auch noch schneller unterwegs.

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Auch die Polizei machte immer wieder auf die Gefahr am Hafen aufmerksam. Unfälle hat es bereits gegeben, wie Im Juni 2020, als auf Höhe des Schiffschrauben-Brunnens ein damals fünfjähriger Junge auf den Radweg geriet und dort mit einem 17-jährigen Fahrradfahrer zusammenstieß. Das Kind erlitt eine Kopfplatzwunde.

Bis zu 4500 Radfahrer pro Tag

Hinweise kamen auch von den Mitarbeitern der Fahrgastschiffe, die im Stadthafen ablegen. Wenn die Gäste mit schönen Eindrücken von Bord gehen, laufen sie Gefahr, mit einem Radfahrer zusammenzustoßen, weil der Radweg dicht an der Hafenkante vorbeiführt. Absteigen und Schieben lautete die Forderung, die bisher aber ausgebremst worden ist. Dabei verwies die Stadtverwaltung stets auf den Umstand, das der Radweg am Hafen Teil des internationalen Radwegs Berlin-Kopenhagen ist.

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Gleich neben dem Hafen hat sich die Situation für Radfahrer und Fußgänger bereits im vergangenen Sommer verbessert. Denn von der Kuhtränke stadteinwärts rollen Radfahrer über die Straße Am Seeufer. Der geteilte Fußgängerweg wurde für Spazierende und Radfverkehr in zwei Richtungen zu eng. Darum wurde eine Richtung auf die Straße verlegt.

Auf der Müritzstraße hinter der Großen Gasse in Hafennähe werden beide Verkehrsrichtungen wieder zusammengebracht. Laut einer Zählstelle, die vor einiger Zeit an der Kuhtränke in der Müritzstadt angebracht war, haben in Spitzenzeiten täglich ungefähr 4500 Radfahrer diese Strecke passiert. Damit ist dieser Weg einer der am meisten genutzten Radwege der Stadt Waren. Aktuelle Zahlen, die auch die stetig steigenden E-Bikes berücksichtige, gäbe es derzeit nicht.

 

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