FAHRRADDEMO

Radler bringen Protest auf die Straße

Radeln für einen Radweg: Am Sonnabend soll wieder Druck gemacht werden, damit endlich ein Stück Radweg entlang der B 192 gebaut wird. Die Demo mit rund 150 Teilnehmern rollt dort, wo der Weg am dringendsten gebraucht wird.
Petra Konermann Petra Konermann
Karl-Heinz Latz hat 100 T-Shirts anfertigen lassen, mit denen der Ausbau des Radweges gefordert wird. Wer möchte, kann ei
Karl-Heinz Latz hat 100 T-Shirts anfertigen lassen, mit denen der Ausbau des Radweges gefordert wird. Wer möchte, kann ein Shirt am Sonnabend gegen ein kleines Entgelt bekommen – solange der Vorrat reicht. Petra Konermann
Schon 2015 wurde auf der B 192 für den Ausbau des Radweges gekämpft.
Schon 2015 wurde auf der B 192 für den Ausbau des Radweges gekämpft. Simone Pagenkopf
Ohne Radweg ist die B 192 zwischen Penkow und Sietow für Radler eine gefährliche Strecke.
Ohne Radweg ist die B 192 zwischen Penkow und Sietow für Radler eine gefährliche Strecke.
Roez.

Karl-Heinz Latz hat die Werbemaschine angeworfen. Der Vorsitzende des Unternehmertisches „Klostermühlbach“ e. V., einem Wirtschaftsverein der Region Malchow, möchte, dass viele, sehr viele am Sonnabend zur Fahrraddemo kommen. Zum zweiten Mal nach 2015 wollen die Unternehmer den Kampf für einen Radweg entlang der B 192 zwischen Penkow, Roez und Sietow auf die Straße bringen – genau dort, wo die klaffende Radweg-Lücke am meisten und vor allem seit vielen Jahren schmerzt. „Wo der Radweg endet, beginnt die Gefahr“, heißt es auf dem Flyer, mit dem für die rollende Demo am Sonnabend geworben wird.

„Das ist nach wie vor so, für Radfahrer ist die Strecke kreuzgefährlich“, sagt Karl-Heinz Latz. Nicht nur die Einheimischen fordern diesen Radweg, sondern auch Touristiker. Gerade Urlauber, die sich in der Region nicht auskennen und die Wege über die Dörfer als Ausweichstrecke nicht nutzen, tappen immer wieder in die „Falle“ und radeln bei hohem Verkehrsaufkommen auf einer engen Strecke. Von Malchow bis nach Penkow gibt es zwar einen Radweg an der B 192, vom Land Fleesensee bis nach Penkow ebenfalls. Dort aber endet der Radweg. Erst in Sietow setzt er wieder ein und führt von dort bis nach Waren und auch bis nach Röbel. Würde die Lücke zwischen Penkow und Sietow geschlossen, wären die Stadt Malchow und das Land Fleesensee auch per Radweg mit Röbel und Waren verbunden.

Karl-Heinz Latz weiß, dass doch schon einiges erreicht wurde: Die Planungen für den Radweg zwischen Sietow und Penkow wurden abgekoppelt von dem Großprojekt „Dreispuriger Ausbau der B 192“, der zwischen der Autobahnanfahrt Malchow und Neubrandenburg Stück für Stück erfolgen soll, so Latz. In der Vergangenheit wurde von zuständigen Behörden immer wieder betont, dass der Radweg zwischen Penkow und Sietow nur gebaut werden könne, wenn auch der dreispurige Ausbau an dieser Stelle an der Reihe sei. „Von dieser Position ist man inzwischen abgerückt. Ich denke, auch der öffentliche Druck hat zu dieser Entscheidung geführt. Deshalb dürfen wir auch nicht nachlassen. Denn noch ist der Radweg nicht gebaut“, betonte Latz.

Renate Gundlach, Pressesprecherin des Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern, bestätigte auf Nachfrage, dass Planung und Bau des Radweges vom vorgesehenen dreistreifigen Ausbau der B 192 abgekoppelt wurden. „Die Varianten-Untersuchung für den Trassenverlauf ist mittlerweile abgeschlossen”, erklärte sie. Voraussichtlich im Herbst werden Grunderwerbsverhandlungen beginnen. Von deren Verlauf hänge ob, ob zeitnah mit dem Bau begonnen werden kann oder ob ein zeitaufwändiges Planfeststellungsverfahren erforderlich wird, so die Ministeriumssprecherin. Der Radweg-Lückenschluss soll, so heißt es aus dem Ministerium weiter, von Penkow bis zur Försterei Sietow auf der Nordseite und ab dort auf der Südseite der B 192 bis zum Ortseingang von Sietow verlaufen. In der Ortslage Sietow soll er dann wieder auf die Nordseite der Straße auf den vorhandenen gemeinsamen Geh- und Radweg wechseln.

Die Fahrraddemo, an der auch der CDU-Bundestagesabgeordnete Eckhard Rehberg teilnimmt, beginnt am Sonnabend, 14. September, um 10 Uhr. Treffpunkt ist der Parkplatz am Ortseingang Malchow am Stämenberg. Von dort geht es auf dem Radweg nach Penkow, von dort auf der B 192 weiter bis nach Sietow. Auf dem Sportplatz der Gemeinde endet die Fahrraddemo mit einer kurzen Ansprache. Jeder, der möchte, kann mitradeln.

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