FEHLENDES GUTACHTEN

Radweg-Bau bei Röbel erneut ausgebremst

Damit Radler die Natur zwischen Müritz und Plauer See stressfrei erleben können, soll die einstige Bahntrasse Röbel–Ganzlin zum Radweg umgebaut werden. Doch nicht zum ersten Mal stockt das Projekt.
Auf der ehemaligen Bahnstrecke von Röbel nach Ganzlin soll ein Radweg gebaut werden, doch es gab schon mehrere Rückschläge
Auf der ehemaligen Bahnstrecke von Röbel nach Ganzlin soll ein Radweg gebaut werden, doch es gab schon mehrere Rückschläge für das Projekt. (Archivbild) Petra Konermann
Bollewick.

Der für dieses Jahr angedachte Baustart für das erste Teilstück des Radwegs Bollewick-Dambeck auf der einstigen Bahntrasse Röbel-Ganzlin wird nicht kommen. Ein Artenschutzgutachten steht noch aus. „Seit April wird der erste Abschnitt kartiert“, sagte Thomas Fitzke, bei der kreislichen Wirtschaftsförderung für Radwege und Tourismus zuständig. Dabei werde nun vermerkt, welche Tiere und Pflanzen entlang der künftigen Radstrecke vorkommen. So wurden bislang unter anderem Rebhühner, Kraniche, Amphibien und auch ein Feuchtbiotop erfasst. Thomas Fitzke geht davon aus, dass das Artenschutzgutachten für die eigentlich fertige Planung im Oktober vorliege.

Sei das Gutachten endlich da, könne auch der Fördermittelantrag gestellt werden. Hier habe man bereits den ersten Schritt erfolgreich absolviert. „Wir haben eine Mittel-Voranmeldung beim Energieministerium gestellt“, erklärte Thomas Fitzke. Es habe daraufhin eine Bestätigung gegeben, dass die Mittel bereitgestellt werden. Die Förderung solle rund 90 Prozent betragen.

Aus Kreis-Haushalt gestrichen, dann plötzlich wieder drin

Röbels damaliger Bürgermeister Heiner Müller hatte schon 2014 das Radwege-Projekt auf der alten Bahnstrecke gemeinsam mit dem damaligen kreislichen Umweltamtsleiter Axel Müller sowie Bollewicks Bürgermeister Bertold Meyer angeschoben. Doch dann geriet das Vorhaben ins Stocken – unter anderem, weil sich 2016 einige Zuständigkeiten änderten. Es kam noch schlimmer. Wie Amtsvorsteher Manfred Pitann berichtete, hatte er Mitte 2018 erfahren, dass der Radweg komplett aus dem Haushalt 2019 gestrichen worden sei. Doch dann kam die Rolle rückwärts: In einer Prioritätenliste der Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplatte tauchte der geplante Radweg auf der einstigen Bahntrasse wieder auf.

Die Baukosten für das etwa vier Kilometer lange erste Teilstück schätzt Thomas Fitzke auf etwa eine Million Euro. Ihm zufolge sei dieser Betrag in den kreislichen Haushalt eingestellt und werde zu 90 Prozent gefördert. Die verbleibenden zehn Prozent teilen sich der Landkreis und angrenzende Gemeinden. Manfred Pitann möchte die genaue Förderhöhe lieber früher als später erfahren. „Die Planungen für den Haushalt 2020 gehen bald los“, erklärte er mit Blick auf den Eigenanteil.

Wichtige Verbindung zwischen Plauer See, Bärenwald und Müritz

Thomas Fitzke rechnet damit, dass der Fördermittelbescheid noch in diesem Jahr vorliege. Dann könne man die Bauleistungen noch 2019 ausschreiben. „Wir wollen dieses Jahr noch einen formellen Baubeginn hinkriegen“, sagte Fitzke.

Aus Sicht des Amtsvorstehers ist der Radweg ziemlich wichtig. „Er ist eine Verbindung zwischen dem Plauer See, dem Bärenwald und der Müritz“, erklärt Pitann. Die Trasse sei nicht nur für Touristen, sondern auch für einheimische Kinder und Erwachsene wichtig, die in der Nähe wohnten. „Sie müssten durch den Radweg nicht mehr auf der Straße fahren“

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