Straßenbauamtsleiter Jens Krage, der Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund und Penzlins Bürgermeister Sven
Straßenbauamtsleiter Jens Krage, der Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund und Penzlins Bürgermeister Sven Flechner (v. l. n. r.) haben am Montag das symbolische Band durchschnitten und den Weg freigegeben. Ingmar Nehls
Freie Fahrt

Radweg Penzlin–Neustrelitz endlich ohne Lücken

Zwischen Penzlins Bürgermeister und dem Straßenbauamt entstand schon eine kleine Brieffeindschaft. Denn das letzte Stück des Radweges ließ auf sich warten – bis jetzt.
Penzlin

Einige Radfahrer sind in den vergangenen Wochen schon entlang der B193 gerollt. Dazu gehörte auch der Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund, der gerne Rennrad fährt. Doch erst seit Montag ist der neue Radweg zwischen Penzlin und Brustorf auch offiziell fertiggestellt und für den Radverkehr freigegeben worden. Mit dem Lückenschluss haben Radfahrer zwischen Penzlin und der Residenzstadt nun freie Fahrt.

Der erste Bauabschnitt zwischen Neustrelitz und Peckatel bis Höhe Klein Vielener See ist bereits 2018 und 2019 hergestellt worden. Der zweite Bauabschnitt ist rund vier Kilometer lang, beginnt auf Höhe des Klein Vielener Sees und endet in Penzlin. Die Kosten für den Lückenschluss belaufen sich auf 2,1 Millionen Euro.

Nächstes Ausbauziel ist Radweg Richtung Waren

Diese südliche Anbindung von Penzlin sei wichtig für die Erschließung in Richtung B 96 über Hohenzieritz-Blumenholz, aber auch in den Müritz-Nationalpark, Eingang Kratzeburg, und weitergedacht in Richtung Berlin, sagte Penzlins Bürgermeister Sven Flechner. Wichtig sei auch der Ausbau des Radweges Alter Bahndamm, der jetzt von Wulkenzin bis Marihn verläuft, gewesen. Diesen in Richtung Möllenhagen weiterzuführen, um damit dann in Richtung Waren und Müritz-Nationalpark einen weiteren Anschluss zu schaffen, sei ein nächstes Ziel. Ein weiteres wichtiges Radwegeausbauziel sei auch die Ortslage Alt Rehse, um die Radwegelücke im Ort auf dem stark frequentierten Tollenseseeradweg zu schließen.

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Andreas Grund möchte beim Stadtradeln im August auch eine Ausfahrt nach Penzlin in die Touren aufnehmen. Der 13 Kilometer lange Weg fahre sich gut und halte viele schöne Aussichten bereit. Für das Straßenbauamt ist laut Amtsleiter Jens Krage der Alltagsverkehr wichtig. „Gerade für die Schulkinder ist der Weg eine enorme Verbesserung“, sagte Krage.

Je besser die Wege, umso mehr wird Rad gefahren

Aber natürlich sei der Weg auch wichtig für den Tourismus. Der boomt enorm. So finden laut der Radreiseanalyse der ADFC in Deutschland jährlich etwa 330 Millionen Radausflüge in der Freizeit statt und 63 Millionen Radausflüge werden im Urlaub gemacht. 2021 haben rund vier Millionen Menschen eine Radreise unternommen. Das sind eine halbe Million mehr als im ersten Corona-Jahr 2020, allerdings noch nicht wieder so viele, wie in den Jahren vor der Pandemie.

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„Wir freuen uns sehr darüber, dass der Radtourismus nach dem schwierigen Reisejahr 2020 wieder im Aufwind ist. Es wird deutlich, dass sich Investitionen in Radwege lohnen und Touristen anziehen“, sagt ADFC-Tourismusvorstand Christian Tänzler. Je besser die Infrastruktur, umso mehr wird Rad gefahren. Gerade beim Planen von Tagesausflügen steht die Qualität der Infrastruktur im Mittelpunkt. 70 Prozent der Teilnehmer der Radreiseanalyse gaben an, dass für sie bei der Routenwahl vor allem die gute Befahrbarkeit der Wege entscheidend ist. 66 Prozent legen zudem Wert auf eine hohe Verkehrssicherheit. Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke (57 Prozent) und Einkehrmöglichkeiten (40 Prozent) sind zwar ebenfalls wichtig, aber nicht so entscheidend wie die Wegequalität. Eine auffällige Steigerung ist, dass 42 Prozent der Befragten ein Elektrorad für ihren Fahrradurlaub nutzen.

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