LANDWIRTSCHAFT IN SORGE

Raps steht unter Stress – Ernteaussichten verhalten

Der Anblick der gelben Felder erfreut derzeit viele in der Region. Doch der Eindruck täuscht. Die Landwirte an der Müritz sorgen sich um den Raps.
Die Felder leuchten gelb. Doch der Eindruck täuscht, denn die Pflanzen haben gelitten.
Die Felder leuchten gelb. Doch der Eindruck täuscht, denn die Pflanzen haben gelitten. Bauernverband Müritz
Die leuchtenden Felder aus der Vogelperspektive – Nordkurier-Leser John Döveling hat diese Aufnahme gemacht.
Die leuchtenden Felder aus der Vogelperspektive – Nordkurier-Leser John Döveling hat diese Aufnahme gemacht. John Döveling
Müritzregion.

Der Raps steht in voller Blüte. Auch die späten Sorten zeigen jetzt ihre gelbe Pracht. Doch die Fülle täuscht. „Der Raps steht unter Stress“, sagt Frank Schiffner, Pflanzenbaureferent beim Bauernverband MV. „Die Ernteaussichten sind verhalten“, meint der Experte.

Insbesondere die Nachtfröste im März und April mit bis zu minus 6 Grad Celsius hätten den Pflanzen zugesetzt. Viele Pflanzen zeigen Frostrisse. Hinzu kommt die extreme Trockenheit im April, gepaart mit hoher Sonneneinstrahlung und kräftigem Wind. „Der Raps ist in seinem Wachstum stagniert“, sagt Frank Schiffner. Die Pflanzen wirken gestaucht und reichen teilweise nur kniehoch.

Auch der Erdfloh macht dem Raps zu schaffen. Noch vor einigen Jahren konnte dieser bei der Aussaat im Winter mit neonicotinoider Beize bekämpft werden. Seit 2015 ist das nicht mehr erlaubt. „Und jetzt fressen die Larven des Erdflohs in den Pflanzen und sorgen für zusätzlichen Stress“, so der Pflanzenschutzreferent. Durch die relativ niedrigen Temperaturen gebe es aber bisher „keine großen weiteren Kalamitäten mit Schädlingen wie dem Gefleckten Kohltriebrüssler, dem Großen Rapsstängelrüssler oder dem Rapsglanzkäfer“.

Ernteverluste durch Beizverbot und Schädlinge

In Mecklenburg Vorpommern wird nach Angaben des Bauernverbands in diesem Jahr auf 173.000 Hektar Winterraps angebaut – und damit auf 5000 Hektar mehr als noch im vergangenen Jahr. Im Vergleich zu den letzten Jahren ist die Anbaufläche für Winterraps jedoch deutlich zurückgegangen. So wurden von 2014 bis 2019 noch durchschnittlich 215.000 Hektar Winterraps angebaut.

Die Ursache für die rückläufigen Zahlen sieht Pflanzenbaureferent Frank Schiffner im Verbot der Rapsbeize, den Dürrejahren sowie den Ertragseinbußen durch pilzliche und tierische Schaderreger. Ein weiterer Faktor sei auch die teilweise zu hohe Anbaukonzentration in einzelnen Betrieben in der Vergangenheit.

Im vergangenen Jahr haben die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern knapp 36 Dezitonnen Winterraps je Hektar geerntet. In den Jahren 2018 und 2017 lag der Ertrag mit 29,3 und 29,7 Dezitonnen deutlich darunter. In den Jahren 2014 und 2015 konnten im Land hingegen mehr als 40 Dezitonnen je Hektar geerntet werden.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Müritzregion

Kommende Events in Müritzregion (Anzeige)

zur Homepage