LUNGENKLINIK ÖFFNET IHRE TÜREN

Wenn Raucher wüssten, was diese Ärzte täglich sehen

Menschen mit Problemen der Lunge beziehungsweise Atemwegserkrankungen zählen zum Klientel der Lungenklinik Amsee in Waren. Der Tag der offenen Tür könnte für einige ein Schicksalstag gewesen sein.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Wolf-Albrecht Nonnenmacher, Oberarzt in der Amsee-Lungenklinik, demonstrierte den Ablauf einer Lungenspiegelung.
Wolf-Albrecht Nonnenmacher, Oberarzt in der Amsee-Lungenklinik, demonstrierte den Ablauf einer Lungenspiegelung. Susann Salzmann
Waren.

Ein schwarzer schlichter Schlauch. An dessen Ende ein Licht samt Kamera. Nach dem Einführen über den Mund übertrug das Instrument Bilder aus dem Inneren der Lunge. Fachleute bezeichnen das Vorgehen als „Lungenspiegelung” beziehungsweise Bronchoskopie. Das Verfahren kommt beispielsweise bei Verdacht auf Lungenkrebs oder aber bei einem vermuteten Fremdkörper zum Einsatz, erklärte der zuständige Oberarzt Wolf-Albrecht Nonnenmacher zum Weltlungentag seinen neugierigen Zuhörern. Die Klinik Amsee in Waren öffnete zu diesem Anlass ihre Türen.

Auf der Behandlungsliege vor Nonnenmacher liegt zwar eine Übungspuppe, doch rund 2000 Bronchoskopien würden jährlich ungefähr in der Klinik durchgeführt. Dabei würden gelegentlich auch Fremdkörper wie Kirsch- oder Zitronenkerne entfernt. Um dicke Luft – verpestet mit zu viel Feinstaub und Stickoxiden – bräuchte man sich im hiesigen Landkreis weniger Sorgen machen. Aber, mahnnte Nonnenmacher, Ziel sei es, die nach seinen Angaben hohe Zahl der Raucher stärker für die Risiken zu sensibilisieren. So auch an diesem Tag.

4000 Schadstoffe in jeder Zigarette

Überall auf den Gängen und an den Ständen tummelten sich die Besucher. Eigenständig nahmen einige einen Lungentest auf sich, um die eigene Verfassung zu testen. Für zwei junge Frauen, die im nahegelegenen Wohnstift arbeiten, könnte der Tag der offenen Tür gleichzeitig einen Wendepunkt in ihrem Leben darstellen. Das präsentierte Informations- und Illustrationsmaterial zu den Auswirkungen des Rauchens auf die Lunge hinterließ bei den Frauen einen prägenden Eindruck.

Rund 4000 Schadstoffe seien in einer Zigarette, heißt es von Frank Nürnberg. Er leitet zweimal wöchentlich eine Lungensportgruppe. Etwa 350 dieser Stoffe stünden im Verdacht, krebserregend zu sein, fasste er zusammen und zeigte auf eine Raucherlunge mit teerig schwarzgrauem Überzug. Das sei das Ergebnis nach einer etwa 20-jährigen Qualmkarriere mit 16 bis 18 Zigaretten täglich.

Die Lungenklinik Amsee ist sowohl ein Unternehmen der Paul Gerhardt Diakonie als auch akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Fakultät der Rostocker Universität.

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Kommentare (1)

Zum Glück habe ich es geschafft und rauche nicht mehr!
Ich zahle also hier keine Steuern mehr an den doppelzüngigen Staat, der ohne Raucher wieder werben würde, wie toll doch so eine Zigarette ist, siehe HB-Werbung 70'er, "Warum denn gleich in die Luft gehen, erst mal eine rauchen.........!"

Nein, diese Tabakgeschichte stinkt wahrlich zum Himmel!
Cui bono?