NEUE EXPONATE

Rechlin bietet Blick ins Innerste der Tante Ju

Da wird das Herz von kleinen wie großen Technikfans höher schlagen: Im Luftfahrttechnischen Museum können sie nun ins Innere eines Flugzeugmotors schauen.
Heinz Struck, Thomas Erich, Claus Ambrosius und Gerd Stelling gehören zu den Freunden Ju52 und haben die Exponate in der
Heinz Struck, Thomas Erich, Claus Ambrosius und Gerd Stelling gehören zu den Freunden Ju52 und haben die Exponate in der Flugzeughalle in Rechlin aufgebaut. Nadine Schuldt
Torsten Heinrichs (l.) und Heinz Struck kennen sich bereits seit 20 Jahren und schätzen die Arbeit des Anderen.
Torsten Heinrichs (l.) und Heinz Struck kennen sich bereits seit 20 Jahren und schätzen die Arbeit des Anderen. Nadine Schuldt
Die Freunde Ju52 haben ein Modell im Maßstab 1:10 aufgehängt.
Die Freunde Ju52 haben ein Modell im Maßstab 1:10 aufgehängt. Nadine Schuldt
Der Motor wurde in den USA bei der Firma Pratt &Whitney (Defendable Engines) hergestellt.
Der Motor wurde in den USA bei der Firma Pratt &Whitney (Defendable Engines) hergestellt. Nadine Schuldt
Heinz Struck steht neben dem originalen Motor der JU 52, der in einer verglasten Vitrine untergebracht waren.
Heinz Struck steht neben dem originalen Motor der JU 52, der in einer verglasten Vitrine untergebracht waren. Nadine Schuldt
Der Motor ist in der Mitte aufgeschnitten, damit die Besucher die innere Funktionsweise sehen und nachvollziehen können (
Der Motor ist in der Mitte aufgeschnitten, damit die Besucher die innere Funktionsweise sehen und nachvollziehen können (links). In der Flugzeughalle steht in der Junkers-Ecke auch ein Original-Seitenleitwerk der Ju52 (rechts). Nadine Schuldt
Rechlin.

Das Seitenleitwerk der Ju52 erinnert an eine Haiflosse. Kein Wunder, ist dieses wichtige Bauteil doch senkrecht am hinteren Ende des Flugkörpers angebracht. Und besitzt eine wichtige Funktion. „Damit wird das Flugzeug in die Hochachse gesteuert, damit es um die Kurve fliegen kann“, erklärt Peter Struck, der Vorstandsmitglied des Vereins „Freunde der Lufthansa Ju52“ ist. Der Verein hat dem Luftfahrttechnischen Museum in Rechlin neben diesem dreieinhalb Meter hohen und vier Meter langen Exponat auch noch ein Modell der Ju52 im Maßstab 1:10 übergeben. Dazu kommen einige Tafeln als Dauerleihgaben, auf denen denen die Geschichte der Tante Ju – wie die Ju52 auch genannt wird – erzählt wird. „Sie wurde wesentlich als Personenflieger, aber auch als Frachtflugzeug genutzt“, sagte Struck, den die große Zuverlässigkeit des Motors und der Systeme begeistert.

Wie funktioniert der Motor?

Der absolute Hingucker unter den Dauerleihgaben ist jedoch der Motor des Flugzeugs. Er wird in einer mit LED-Licht ausgestatteten Vitrine präsentiert. Das Besondere: Er ist in der Mitte „aufgeschnitten“, sodass die Besucher die Funktionsweise der einzelnen Elemente wie der Kurbelwelle oder auch der Schwungmagnetfunken sehen können. Über eine „Ein-Euro-Schaltung“ setzt sich der Motor dann sogar in Bewegung. „Er wurde bereits 1923 konstruiert“, erklärt Claus Ambrosius, ebenfalls Mitglied bei den Ju52-Freunden. Er hat den Motor, der ein amerikanisches Fabrikat ist, in den vergangenen Jahren maßgeblich mit repariert.

Engagierte Arbeit findet Anerkennung

„Eigentlich hatte die Lufthansa die Ju52 von Junkers 1936 mit einem BMW-Motor gekriegt“, erklärt Struck. Doch weil es dann nach einiger Zeit keine BMW-Motoren mehr gab, habe man auf den amerikanischen Motor von Pratt & Whitney umgerüstet. Allerdings gebe es zu dieser Firma derzeit keinen Kontakt, weil das Flugzeug nicht mehr geflogen wird, so Struck. Das war noch vor einigen Jahren anders. „Ich kenne das Rechliner Museum seit 2000, weil zu der Zeit mit der Ju52 das Flugtraining auf dem Flugplatz Lärz durchgeführt wurde“, sagt Struck, der damals bei der Lufthansa der technische Betriebsleiter bei der Ju 52 war. Seit dieser Zeit habe er einen guten Kontakt zum Museum. Ihn beeindrucke, wie engagiert dort gearbeitet werde.

Die Ju52-Freunde unterstützen nun die museale Arbeit zur Ju52 und wollen die Geschichte der Ju52 fortschreiben. Und in Rechlin funktioniere das sehr gut. „Man muss einander vertrauen, um solch ein Schnittmodell zu erhalten“, sagt Torsten Heinrichs, Vorsitzender des Fördervereins Luftfahrttechnisches Museum. Beim Museumsfest 2019 sei die Übergabe der Dauerleihgaben festgezurrt worden.

Hoffnung auf weiteren Knüller

Die Exponate sind in Rechlin in der Flugzeughalle bei den historischen Maschinen untergebracht. Dort steht bereits die Junkers F13, das erste Passagierflugzeug aus Gesamtmetall. Die Ju52-Freunde sowie das Rechliner Museum hoffen, dass künftig auch eine original Ju52 in der Halle zu sehen sein wird. Im Auge haben die Vereinsmitglieder eine Maschine. „Sie ist momentan in viele Teile zerlegt, die in einer Bremer Halle untergebracht sind“, sagt Struck. Zudem müsse auch das Okay von der „Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung“ eingeholt werden, bevor das Flugzeug nach Rechlin kommen kann. Von der Ju52 gibt es weltweit nur noch vier Exemplare.

Das Museum hat nach der Corona-Pause jetzt wieder geöffnet. Laut Internet sind Gäste täglich von 10 bis 17 Uhr willkommen.

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