Diese Fundamente und inzwischen eine Bombe wurden aus dem Boden in Rechlin geholt. Diese unterirdischen Mauern reichen jedoch
Diese Fundamente und inzwischen eine Bombe wurden aus dem Boden in Rechlin geholt. Diese unterirdischen Mauern reichen jedoch viel weiter, als vermutet und müssen ebenfalls raus. Miriam Brümmer
Altlasten

Rechlin hat bald kein Geld mehr für Munitions-Bergung

Die Arbeiten zur Dekontamination in Rechlin könnten ins Stocken geraten. Rund 3,6 Millionen Euro Fördermittel sind bald alle. Die Stadt braucht aber noch mehr Geld.
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Nach Aussage von Rechlins Bürgermeister Wolf-Dieter Ringguth werden rund 3,6 Millionen Euro Fördermittel aus dem EFRE-Fonds voraussichtlich bis Mitte Mai aufgebraucht sein - und damit könnte die Bergung von alter Munition aus dem Zweiten Weltkrieg ins Stocken geraten. Und das, wo die Munitions-Bergungsarbeiten fast vor dem Abschluss stehen. Es fehlen etwa 1,5 Millionen Euro. Deshalb hat sich Rechlins Oberhaupt in dieser Woche auf den Weg in die Landeshauptstadt begeben, denn bisher kam aus Schwerin noch kein Signal, wie es weitergehen könnte.

Bereits im Dezember hatte er einen Folgeantrag in Schwerin eingereicht. Der Abschluss der Räumarbeiten ist die Voraussetzung für alles Weitere wie Erschließungsarbeiten, Straßenbau und das Schaffen weiterer Wohn- und Arbeitsplätze durch private Investoren. Solange die Reste des Krieges im Boden sind, ist die Entwicklung des neuen Ortsteils nicht möglich. „Die Bomben müssen raus“, ist Wolf-Dieter Ringguth entschlossen.

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Hilft jetzt ein anderer Fördertopf?

Wenn die Maschinen abrücken, weil das Geld alle ist, würden die Kosten zusätzlich steigen. Allein das Hin und Her der Großgeräte und die erneute Einrichtung der Baustelle würde schon 100 000 Euro zusätzlich verschlingen. Das sei vertane Zeit und verschwendetes Geld. Er hofft deshalb auf ein schnelles Zeichen des Wirtschaftsministeriums. Jedoch ist die EFRE-Förderperiode abgelaufen. Ein anderer Fördertopf könnte die Lösung sein, der sich Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) nennt. Eine förderrechtlich ordentliche Einordnung für GRW-Mittel werde nun sorgfältig geprüft, erfuhr Wolf-Dieter Ringguth in dieser Woche bei seinem Besuch in Schwerin. Nun hofft er auf grünes Licht.

Hoffnungsvolle Zeichen aus Schwerin

Grundsätzlich ginge es nicht mehr um die Frage, ob, sondern wann es weiteres Geld gibt, denn auch Schwerin sei daran gelegen, die Dekontamination zu Ende zu bringen. „Wir werden Rechlin nicht im Stich lassen und alles vernünftig zu Ende bringen“, habe Schwerin versichert. Wie schnell das ginge, sei die Entscheidung von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD).Das die Situation nach Brexit, Corona und dem Ukraine-Krieg schwierig und alles deutlich teurer ist, sei dem Bürgermeister klar. Dadurch würde sich Rechlin in die Reihe vieler weiterer, ebenfalls wichtiger Projekte stellen, die gleichwohl zusätzliche Fördermittel im Millionenbereich beantragt hätten. „Davor stand das Ministerium in all der Härte noch nie“, sagte Rechlins Oberhaupt. Dennoch habe es ein positives Signal aus Schwerin gegeben. Dort sei klar, dass eine Gemeinde eine Konversion, also die Umwandlung von militärischer in zivile Nutzung, nie alleine stemmen könne und das bisher investierte Geld verloren wäre, wenn die Arbeiten in Rechlin Nord auf dem ehemaligen Bundeswehrdepot vor der Fertigstellung beendet würden.

Entscheidend sei das Wann. Wolf-Dieter Ringguth geht davon aus, dass die nachträglichen 1,5 Millionen Euro reichen werden, um alles, was noch an Kriegsaltlasten im Boden steckt, rauszubekommen, auch die Fundamente, die größer als erwartet sind, und einen Teil der höheren Kosten verursachen.

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Kommentare (1)

fragt doch die Amis, die haben die doch auch abgeworfen. Biden macht das bestimmt gerne, in Rammstein sind doch bestimmt genug Fachkräfte