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Polizei muss wieder Stadtvertreter-Sitzung in Waren sichern

Politik unter Polizeibeobachtung: Streifenwagen hatten vor dem Bürgersaal in Waren Position bezogen.
Politik unter Polizeibeobachtung: Streifenwagen hatten vor dem Bürgersaal in Waren Position bezogen.
Patrick Seeger

Es bleibt dabei: Sitzungen der Stadtvertretung laufen in Waren nur noch unter Polizeipräsenz ab. Auch am Mittwochabend mussten Ordnungskräfte ein knappes Dutzend Rechtsradikaler unter Beobachtung halten. Bestens bewacht, hatte der Bürgermeister den Politikern Neues zu berichten.

Ein Neonazi auf der Zuschauertribüne versuchte immer wieder die Stadtvertretersitzung zu stören. Nach mehrmaliger Ermahnung verwies Stadtpräsident René Drühl den Mann des Saales. Dieser trollte sich – allerdings ohne sich an der Tür nochmals umzudrehen, um Drühl mit Gesten und Worten zu drohen: „Ich warte hier auf Dich“, rief er in Richtung des Stadtpräsidenten.

So wie die Neonazis in Warens Politik und im Straßenbild der Müritzstadt regelmäßig präsent sind und für Zünd- und Gesprächsstoff sorgen, steht das Millionen-Projekt Seepark seit über einem Jahrzehnt auf der kommunalpolitischen Agenda – und ist auch nach diesem langen Zeitraum immer noch für Überraschungen gut. Und genau die verkündete Warens Rathauschef Norbert Möller gleich zu Beginn der Stadtvertretersitzung.

Jetzt sogar zwei Investoren bei Seepark

War es bisher so, dass der alte Investor Hans-Dieter Böhm aus Sparow vor hatte, den Großteil seines Areals an die Helma Ferienimmobilien GmbH aus Berlin zu verkaufen und damit das Vorhaben auch an die Gesellschaft in der Bundeshauptstadt zu übertragen, bleibt Böhm jetzt doch mit im Boot. Konkret: „Helma übernimmt den Bau der 184 geplanten Apartments, Böhm selbst realisiert die Wellnessoase“, teilte Möller mit. Mit anderen Worten: Jetzt gibt es mit Böhm und Helma zwei Vorhabenträger.

„Und genau deshalb wollen wir uns von beiden Vorhabenträgern im nun neu zu schließenden Durchführungsvertrag eine Erfüllungsbürgschaft festschreiben lassen“, machte der Bürgermeister deutlich. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass nur eins der Vorhaben umgesetzt werde und das gesamte Projekt Seepark zerbröselt. „Wir aber wollen, dass in Gänze gebaut wird“, so Möller vor den Stadtvertretern. Die nahmen die Botschaft des Bürgermeister sichtlich überrascht zur Kenntnis und werden die neue Gemengelage zunächst in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses Mitte Juni und anschließend eventuell in einer Sondersitzung der Stadtvertretung erörtern.

Dass die Zeit bei der Umsetzung des Seeparks langsam drängt, zeigte in den vergangenen Tagen auch eine Episode am Rande: Auf dem Areal zwischen Feisneck und Müritz hatten es sich Camper samt Wohnmobil für einige Stunden gemütlich gemacht – und das Gelände zweckentfremdet.