ERBITTERTE DEBATTE

Regenbogenfahne darf am Malchower Hafen wehen

Wie bunt darf es sein in Malchow? Um diese Frage drehte sich eine sehr hitzige Debatte. Aber diese Diskussion und ihre Wortwahl hinterlässt eine bitteren Beigeschmack.
Petra Konermann Petra Konermann
Dass die Regenbogen-Fahne in Malchow gehisst wird, ist nicht neu. Bereits 2015 zogen Stadtpräsidentin Elke-Annette Schmidt und Mirko Henschler, Stadtvertreter der Grünen, die Fahne am Stadthafen hoch. Jetzt darf sie immer im Juni für ein paar Wochen dort wieder wehen. 
Dass die Regenbogen-Fahne in Malchow gehisst wird, ist nicht neu. Bereits 2015 zogen Stadtpräsidentin Elke-Annette Schmidt und Mirko Henschler, Stadtvertreter der Grünen, die Fahne am Stadthafen hoch. Jetzt darf sie immer im Juni für ein paar Wochen dort wieder wehen. Petra Konermann
Malchow.

Nun also doch: Die Regenbogenfahne darf (wieder) am Malchower Stadthafen gehisst werden. Nach einer hitzigen Debatte hatte sich die Stadtvertretung am Donnerstagabend mehrheitlich für einen gemeinsamen Antrag von Bündnis 90/Grüne und Die Linke entschieden. Das knappe Abstimmungsergebnis jedoch zeigte, wie weit die Meinungen in der Malchower Stadtvertretung in dieser Sache auseinander driften: Sieben Stadtvertreter votierten mit Ja, vier mit Nein, und immerhin sieben enthielten sich ihrer Stimme.

Kaum hatte Linken-Fraktionsvorsitzender Horst Siggelow die entsprechende Vorlage in die Stadtvertretung eingebracht, meldete sich Bürgermeister René Putzar (parteilos) zu Wort. Er betonte, dass er weder etwas gegen die Fahne habe noch etwas gegen die Werte, die mit der Fahne gemeinhin verknüpft werden. Dennoch bezeichnete er den Antrag der beiden Fraktion unumwunden als „kaltschnäuzig”. Weil man nun wieder mit einem Antrag komme, der im vergangenen Jahr bereits zurückgezogen worden war, so Putzar.

Der Grund: Stadtvertreter Hans-Peter Weiß (FDP) beharrte damals auf einer siebenfarbigen Flaggen-Variante, während der Antrag der Grünen auf die Sechsfarbige abzielte. Der Unterschied: Die Regenbogenfahne der so genannten Pace-Bewegung, der Friedensbewegung, hat mehr Farben als die der Schwulen- und Lesbenbewegung.

2017 kam es nicht zur Abstimmung

Nach dieser Debatte 2017 in der Stadtvertretung hatte Mirko Henschler (Bündnis 90/Grüne) den Antrag selbst kassiert, so dass es im vergangenen Jahr nicht zu einer Abstimmung kam. Nun wagte die Grünen- gemeinsam mit der Linken-Fraktion einen neuen Vorstoß. Bürgermeister Putzar passte das gar nicht: „Es gibt nicht eine Regenbogenfahne, das ist ein Sammelbegriff für verschiedene Ausführungen dieser Fahne mit unterschiedlichen Hintergründen.”

Er befürchte, dass bei diesem Antrag persönliche Interessen einzelner Stadtvertreter eine Rolle spielten und eben nicht, so Putzar weiter, das Wohl der Stadt. Er sprach in diesem Zusammenhang von „Betroffenen”. André Zimmermann verwahrte sich gegen diese Äußerungen und nannte die Art und Weise der Diskussion befremdlich. „Ich schäme mich für solche Äußerungen”, so Zimmermann. Putzar bemühte sich um Schadensbegrenzung und entschuldigte sich prompt. Er habe niemanden beleidigen wollen.

Dennoch warnte Bürgermeister Putzar vor der Schaffung eines Präzedenzfalles. „Mit welcher Begründung sollen wir dann Ansinnen von Vereinen oder Sportvereinen ablehnen, die vielleicht auch ihre Fahne hissen wollen?”, fragte er. Erfolg hatte er mit seinen Einwänden nicht. Die Stadtvertretung stimmte mehrheitlich für den Antrag. Immer am Freitag vor dem letzten Juni-Wochenende, so der Grundsatz-Beschluss, soll nun die Regenbogenfahne am Malchower Stadthafen für vier Wochen gehisst und damit ein Zeichen für Solidarität und Gleichberechtigung gesetzt werden.

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Kommentare (1)

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