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Achtung, Autofahrer!

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Rehe machen erneut die A19 unsicher

Gar nicht weit von der A 19-Auffahrt Röbel wurde extra eine Wildbrücke gebaut. Doch die Rehe laufen vor allem Nachts auf die Autobahn.
Gar nicht weit von der A 19-Auffahrt Röbel wurde extra eine Wildbrücke gebaut. Doch die Rehe laufen vor allem Nachts auf die Autobahn.
Petra Konermann/Archiv

Immer wieder werden Rehe an der selben Stelle der A19 gesichtet. Auch Vertreiben half nicht. Doch einen Abschuss erlauben die Behörde nicht.

Die Rehe an der A 19-Auffahrt nach Röbel sind wieder da. Vielleicht waren sie auch nie weg. Autofahrer hatten der Autobahn-Polizei Linstow schon im September 2016 gemeldet, dass sich Rehe dort aufhalten. Nun haben Autofahrer und Mitarbeiter von Behörden wie der Abteilung Autobahn beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr erneut welche gesichtet.

„Dort stehen Wildschutzzäune, aber die Tiere laufen vor allem nachts über die Auffahrten auf die Grünstreifen an der Autobahn“, sagt Ronald Norman, Abteilungsleiter Autobahn. „Sofern wir die Tiere feststellen oder sie uns gemeldet werden, treiben wir sie nach einer Beobachtungszeit aus dem jeweiligen Gebiet raus“, sagt er. So sei ihm allein in diesem Jahr bereits zehnmal von Rehen an der Röbeler Auffahrt berichtet worden. „Wir haben schon zwei bis drei Mal versucht, sie aus dem Bereich herauszudrängen.“

Die Jagd nach Wild auf der Autobahn ist teuer

Dafür musste die Autobahn sogar gesperrt werden. Man habe die ohnehin geplanten Vollsperrungen im Zuge der Bauarbeiten an der Petersdorfer Brücke genutzt. Dadurch werden auch Kosten gespart, die mitunter mächtig zu Buche schlagen. So hatte 2016 ein Einsatz auf der A 20 nahe Sanitz fast einen Tag gedauert und weit über 10 000 Euro gekosten, wie sich Norman erinnert. Gebracht hatte es wenig: Dort wie auch an der A 19 kommen die Tiere immer wieder. Auch an der A 20 bei Völschow hat ein Schaf in diesem Jahr mächtig ärger gemacht und an der A 11 hat ein Wolf gerade einen ordentlichen Stau verursacht.

Deswegen spricht sich Ronald Norman für eine Bejagung aus. „Das ist effektiver, schneller und nachhaltiger als das Raustreiben.“ Grundsätzlich seien die Jagdausübungsberechtigten für die Bejagung von Rehen in unmittelbarer Autobahnnähe zuständig, ergänzt Kreissprecherin Annett Thurm. Diese seien bereits informiert worden. Doch ob sie oder die Jäger in der Straßenmeisterei zum Einsatz kommen, ist fraglich.

Antrag auf Abschuss wurde abgelehnt

Für die Bejagung der Tiere habe er schon mehrmals einen Antrag bei der kreislichen Behörde gestellt, so Norman. Doch das Bejagen wurde vom Landwirtschafts- und Umweltministerium verwehrt. Auf der Autobahn gebe es Verkehr, so dass das kein befriedeter Bereich sei, gibt Norman die Begründung wieder. Sprich: die Jagd wäre gefährlich für Autofahrer. Doch er hält dagegen: „Wir würden den jeweiligen A-19-Abschnitt sperren, so dass es ein befriedeter Bereich wäre.“

Zudem werde auch auf den Tierschutz verwiesen. Für Norman ist das unverständlich, da es in den Wäldern an der A 19 viel Wild gebe. Aus dem Landwirtschaftsministerium gab es dazu am Donnerstag keine Stellungnahme.