MIT HÖRPROBE

▶ Requiem-Konzert berührt viele Warener

Zum ersten Mal erklang in der Warener Georgenkirche das Requiem von Brahms. Wer sich auf den Weg gemacht hatte, wurde mit einem Erlebnis beschenkt. Und für Warens früheren Bürgermeister war es ein ganz besonderer Abend.
Der Kantatenchor erhielt Unterstützung von der Warnemünder Kantorei.
Der Kantatenchor erhielt Unterstützung von der Warnemünder Kantorei. André Klevenow
Die koreanische Sopranistin Mi-Young Kim ist eine gefragte Solistin für zahlreiche Stilepochen und für die zeitgen&o
Die koreanische Sopranistin Mi-Young Kim ist eine gefragte Solistin für zahlreiche Stilepochen und für die zeitgenössische Musik. André Klevenow
Lars Grünwoldt musizierte mit renommierten Ensembles. Er unterrichtet Gesang am Institut für Kirchenmusik in Greifsw
Lars Grünwoldt musizierte mit renommierten Ensembles. Er unterrichtet Gesang am Institut für Kirchenmusik in Greifswald. André Klevenow
Waren.

Dafür musste man nicht viel von Kirchenmusik verstehen. Wer am Samstagabend beim Brahms-Requiem in die Gesichter der Zuhörer schaute, konnte die Wirkung der Musik ablesen: ergriffen, versunken, entrückt und beseelt. Die Warener Georgenkirche war bis auf den letzten Platz gefüllt und jeder, der sich auf den Weg gemacht hatte, wurde mit einem außergewöhnlichen Konzerterlebnis beschenkt.

Ein Gesang für die Lebenden

Noch nie wurde das Requiem von Brahms zuvor in Waren aufgeführt. Im Vertrauen in das Können und den Fleiß der 55 Sängerinnen und Sänger des Kantatenchores hat sich Kantorin Christiane Drese an das anspruchsvolle Werk gewagt und sich dafür mit der Warnemünder Kantorei zusätzliches Stimmvolumen dazugeholt. Gemeinsam mit den Musikern der Mecklenburger Kammersolisten und Solisten Mi-Young Kim (Sopran) und Lars Grünwoldt (Bassbariton) formten die Chöre einen gewaltigen Klangkörper.

 

Brahms ist mit seinem Werk von der Tradition des Requiems abgewichen. Er stellte den Text selbst zusammen und vertonte 16  Bibelstellen aus dem Alten und Neuen Testament sowie aus den Apokryphen. Während das traditionelle Requiem die Angst vor dem Tod, die Vorstellung vom Jüngsten Gericht und die Bitte um Erlösung der Seele des verstorbenen Menschen thematisiert, fügt Brahms eine neue Ebene ein, indem er den Schmerz der Hinterbliebenen musikalisch aufgreift.

Ein ganz persönliches Erlebnis für den Alt-Bürgermeister

Auch Warens Alt-Bürgermeister Günter Rhein erlebte ein Konzert, das ihn tief berührte, nachdem er nur wenige Tage vorher seinen Freund Rudi Borchert verloren hatte. Als Vorsitzender des Fördervereins Kirchenmusik St. Georgen ist Rhein ein Unterstützer und Netzwerker im Hintergrund. „Wir sehen uns mit dem Verein als Multiplikator für die Kirchenmusik, die viel mehr ist als Musik. Sie erzählt Geschichten und ist ein wichtiger Teil unserer Tradition. Dass mit so einem Konzert auch außerhalb der wichtigen Feiertage die Kirche voll ist, zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte Günter Rhein. Mit großer Freude habe er darum auch die Entscheidung des Warener Kulturausschusses, den Kantatenchor für den Richard-Wossidlo-Kulturpreis vorzuschlagen, aufgenommen. Dies sei ein schönes Zeichen der Wertschätzung.

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