HELFER MIT HERZ

"Ritter" der Warener Tafel verabschiedet sich

Günther Hoffmann muss Tschüss sagen zu einem Projekt, dessen Herzschlag er über 20 Jahre lang war. Die Warener Tafel verdankt dem 70-Jährigen viel.
Günther Hoffmann fällt der Abschied von der Warener Tafel sehr schwer, aber aus gesundheitlichen Gründen musste der Warener diesen Entschluss fassen.
Günther Hoffmann fällt der Abschied von der Warener Tafel sehr schwer, aber aus gesundheitlichen Gründen musste der Warener diesen Entschluss fassen. Petra Konermann
Waren.

Was macht man, wenn man auf einen Schlag 20 Tonnen Milch und Pudding geschenkt bekommt? Weiter verschenken natürlich. Und zwar an die, die wenig haben und die Milch und Pudding brauchen, um über die Runden zu kommen. Günther Hoffmann ist der Mann, der mit 20 Tonnen Milch und Pudding umgehen kann, er ist der „Ritter” der Warener Tafel, ihr Gründungsmitglied und seit über 20 Jahren das Herz der Hilfseinrichtung. Doch nun soll für Günther Hoffmann Schluss sein. Am Dienstag, dem Tag seines 70. Geburtstag, sagt er der Warener Tafel Adé. „Der Abschied fällt mir schwer, aber aus gesundheitlichen Gründen muss es sein”, sagt der Warener.

Seit 1991 ist er Mitarbeiter der Diakonie, dem Wohlfahrtsverband der Evangelischen Kirche in Deutschland. 1997 hat Hoffmann in Trägerschaft der Diakonie die Tafel in Waren aufgebaut. Wie es dazu kam, ist einfach: „Der Leiter der Tafel in Schwerin hatte mich mit der Idee infiziert”, sagt Günther Hoffmann. Denn der Bedarf war auch in Waren da. Hoffmann wusste das durch das Projekt „Arbeit statt Sozialhilfe”, das er für die Diakonie betreut hatte. „Vor allem Spätaussiedler, die damals nach Deutschland kamen, hatten es schwer”, erinnert sich der Warener.

Keine Geburtstagsgeschenke, lieber Spenden

In einem ehemaligen Kindergarten-Gebäude in Warenshof öffnete die Tafel 1997. Inzwischen gibt es seit langem Außenstellen in Malchow, Röbel, Penzlin und Rechlin, in Nossentiner Hütte und in Alt Schwerin. Rund 250.000 Kilometer fahren die vier Tafel-Kühlfahrzeuge im Jahr. Da fallen Kosten für Treibstoff, Versicherung und Reparaturen an. „Deshalb benötigen wir auch Geldspenden, um die Tafel finanzieren zu können”, betont Günther Hoffmann. Pro Monat werden rund 40 Tonnen Lebensmittel eingesammelt und verteilt. Rund 3000 Menschen in der Müritzregion werden pro Monat mit Essen versorgt.

Dass es die Warener Tafel in zehn Jahren mal nicht mehr geben wird, daran glaubt Hoffmann heute nicht mehr. „Deutschland ist zwar ein reiches Land, aber das kommt nicht bei allen an”, sagt er. Deshalb sei es so wichtig, sich zu engagieren. „Aber es muss mit dem ganzen Herzen sein, sonst bringt es nichts”, weiß der „Ritter” der Warener Tafel. Wenn er am Dienstag seinen Geburtstag feiert, dann möchte er natürlich keine Geschenke haben – Spenden für die Warener Tafel wären ihm weitaus lieber. Sogar gegen 20 Tonnen Milch und Pudding hätte er nichts einzuwenden.

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