Weltberühmter Geheimtipp
Röbel ist für Urlauber im Netz die Nummer Eins

Röbel ist vor allem für Tagestouristen beliebtes Reiseziel. Die kleine Müritzstadt schaffte es im Online-Reiseführer Wikivoyage auf Platz 1.
Röbel ist vor allem für Tagestouristen beliebtes Reiseziel. Die kleine Müritzstadt schaffte es im Online-Reiseführer Wikivoyage auf Platz 1.
Bernd Wüstneck

Röbel gilt bei Touristen als Geheimtipp. Das ist jetzt weltweit zu lesen. Im Internet-Reiseführer Wikivoyage ist die Kleinstadt zum „Reiseziel des Monats gewählt“ worden.

Das kann sich sehen lassen. Per Mausklick nach Röbel? Kein Problem. Der Internet-Reiseführer Wikivoyage, so etwas wie das Internetlexikon Wikipedia nur fürs Reisen, hat die kleine Ackerbürgerstadt nun gar zum „Reiseziel des Monats August“ erkoren. Oder besser gesagt, die Besucher der Internetseite haben dies mit ihren Stimmen getan. „Dieses Mal ist das Reiseziel kein ausgesprochenes Top-Ten-Reiseziel. Dies ist auch deshalb bedeutsam, weil Wikivoyage ja ein internationaler Reiseführer ist, der nun schon über 16.300 Artikel weltweit in der deutschen Version verfügt“, sagte Roland Unger, Erster Vorsitzender bei Wikivoyage, gegenüber dem Nordkurier.

Normalerweise wurden Orte wie Röbel eher als Tipps unter der Rubrik „Abseits der Touristenpfade“, gelten. Und da kommt Griechenland ins Spiel. Denn das Reiseziel in dieser Rubrik ist diesmal Samothraki, eine Insel in der Ägäis.

Und was sagt man in der geehrten Stadt? „Das ist schön zu wissen. Ich kenne zwar die Plattform, aber von dem Eintrag wusste ich nichts“, sagte am Freitag Karsten Thorun aus dem Röbeler Haus des Gastes. Dass vor allem Tagestouristen Röbel zu schätzen wüssten, das habe man in dieser Saison einmal mehr gespürt: Bei bis zu 1400 Gästen, die in an Spitzentagen beraten werden möchten und Tipps und Infos wünschen, sei klar, dass Röbel längst als beliebter Ort für Kurz-Ausflüge gelte.

Wie die große Schwester ein Mitmachprojekt

Es werde aber auch Kritik geübt. So sei in der Gastronomie und im Dienstleistungsbereich noch Luft nach oben. Da würde sich laut Thorun in diesem Jahr beispielsweise der Fachkräftemangel und der heiße Sommer mit seinen vielen Gästen bemerkbar machen. Was keine Entschuldigung sei, wenn sich ein Gast geärgert habe. „Wir werden auf jeden Fall auch auf mal auf diese Internetseite gehen und uns das durchlesen“, versicherte Thorun.

Und das können auch alle anderen Internetnutzer, meint Wikivoyage-Chef Unger, denn das sei Sinn solcher Internetauftritte: Wikivoyage ist wie die bekanntere Wikipedia ein Mitmach-Projekt. Das heißt, jeder kann sich daran beteiligen. Auf der Internetseite wird man durchs Programm geführt und kann das Reiseziel seiner Wahl klicken. Für Röbel haben diesmal allerdings schon sechs Klicks gereicht.

Artikel in 21 Sprachen

Voraussetzung dafür, dass eine Kommune überhaupt in das Wiki-System aufgenommen und von freien Autoren beschrieben und dann eingestellt wird, sei, dass die Ortschaft über ein touristisches Potenzial verfügt und der zugehörige Artikel im Netz möglichst vollständig ist. „Und dies ist insbesondere für Röbel/Müritz gegeben“, lobte Unger.

Das Projekt des Internet-Reiseführers, das nach Ungers Angaben eines der größten, wenn nicht das größte in Deutschland sein soll, wurde 2006 in Deutschland gegründet und ist seit 2013 eine Schwester der Wikipedia, also das reiselustige Pendant zur Enzyklopädie. Artikel werden mittlerweile in 21 Sprachen verfasst. In der englischen Sprachversion gibt es 28.545 und in der deutschen 16.344 Artikel zu (fast) allem, was ein Reisender benötigt. „Der bedeutendste Unterschied zur Wikipedia ist, dass Wikivoyage praktisch nutzbares Wissen für Reisende vermittelt“, so Unger.