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Röbeler Bildungsstätte droht Aus

Vor knapp 10 Jahren wurde in Röbel der sanierte Gebäudekomplex der früheren Synagoge als Jugendbildungsstätte neu belebt.
Vor knapp 10 Jahren wurde in Röbel der sanierte Gebäudekomplex der früheren Synagoge als Jugendbildungsstätte neu belebt.
Bernd Wüstneck

Bis Februar hält der Verein noch durch, der die alte Synagoge in Röbel betreibt. Dann könnte Schluss sein. Denn dem Träger für Jugendarbeit wurden die Mittel gestrichen. Es soll Unregelmäßigkeiten bei den Finanzen geben.

Der Bildungsstätte mit der alten jüdischen Synagoge in Röbel droht nach neun Jahren das Aus. Wie Leiter Robert Kreibig am Donnerstag erklärte, habe das zuständige Landesamt unerwartet die Förderung für 2015 abgelehnt. Mit den bisher gezahlten 90 000 Euro jährlich fehle rund drei Viertel des Budgets. Als Grund seien Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung von Fördermitteln zwischen 2008 und 2011 genannt worden. Die Prüfung dauere derzeit noch an, hieß es vom Landesbildungsministerium. Der Verein Land und Leute als Träger der Jugendbildungsstätte habe derzeit einen Notbetrieb, ab Februar müsste geschlossen werden. Der Verein hatte das verfallene Gotteshaus nach 1990 vom Bund erhalten, wieder restauriert und daneben den Engelschen Hof als Bildungsstätte ausgebaut. Kreibig wies die Vorwürfe zurück.

Die Einrichtung in der kleinen Müritzstadt hat nach eigenen Angaben bis zu 10 000 Gäste im Jahr. In der Synagoge ist derzeit eine Ausstellung zur Geschichte der Juden im Nordosten zu sehen. Die Röbeler Synagoge war 1936 auf Druck der Nationalsozialisten von der jüdischen Gemeinde der Stadt an ein Unternehmen verkauft worden. Der Hallenbau mit Galerie verfiel und wurde in der DDR als Lager und Lkw-Garage genutzt.