Optimal Media
Röbeler CD-Werk fürchtet Brexit-Chaos

Die Optimal Media GmbH in Röbel produziert unter anderem CDs, DVDs und Schallplatten. Das Unternehmen ist sehr international aufgestellt. 65 Prozent ihrer Produkte gehen in den EU-Raum. 
Die Optimal Media GmbH in Röbel produziert unter anderem CDs, DVDs und Schallplatten. Das Unternehmen ist sehr international aufgestellt. 65 Prozent ihrer Produkte gehen in den EU-Raum.
Bernd Wüstneck

Die Optimal Media GmbH unterhält rege Geschäftsbeziehungen mit Großbritannien. Die ungewisse Zukunft auf der Insel bereitet der Firma Sorgen.

Ein harter Brexit ohne eine geordnete Regelung der Beziehung zwischen der EU und Großbritannien – für Jörg Hahn, Geschäftsführer der Optimal Media GmbH aus Röbel, ist das noch unvorstellbar. Sein 750 Mitarbeiter starkes Unternehmen, das hauptsächlich für die Produktion von CDs, DVDs, Blu-Rays und Schallplatten bekannt ist, unterhält nämlich intensive Geschäftsbeziehungen ins Vereinigte Königreich.

Immerhin 10 bis 14 Prozent des Jahresumsatzes der Röbeler Firma werde mit dem Export von Produkten nach Großbritannien erlöst. Dabei handelt es sich um einen zweistelligen Millionenbetrag, so Jörg Hahn. Ohnehin ist die Optimal Media GmbH stark im internationalen Markt verankert. 65 Prozent des Erlöses wird in den EU-Staaten erzielt, aber auch in andere Länder wie die USA werde exportiert. Aus Großbritannien werden aber auch etwa Rohmaterialien für die Produktion im Wert von rund einer Million Euro importiert.

Jörg Hahn fürchtet unter anderem „ein ungeordnetes Chaos“ beim Im- und Export. Schnelle und unkomplizierte Warenlieferungen zwischen der britischen Insel und Deutschland seien beim harten Brexit gefährdet. Noch sei Großbritannien beispielsweise gar nicht darauf eingestellt, wie dann die Grenz- und Zollkontrollen bewerkstelligt werden sollen. An den bisher offenen Grenzen drohe ein Chaos. „Wir wissen nicht, was uns erwartet.“ Und diese Unsicherheit sei das größte Problem.

Problem: Kursverfall des britischen Pfunds

Ansonsten sei es aus Unternehmenssicht problematisch, dass es noch keine bilateralen Abkommen zwischen Deutschland und Großbritannien gebe. Der Inselstaat werde zwar zu einem ganz normalen „Drittstaat“ außerhalb der EU. Aber der Unterschied ist: Beispielsweise die Schweiz und auch Norwegen haben als Nicht-EU-Staaten verschiedene Verträge mit Deutschland geschlossen. Die künftigen Details des Handels mit Großbritannien hingegen seien völlig ungewiss.

Ein großes Problem sei der Kursverfall des britischen Pfunds seit dem Brexit-Referendum. Im Dezember 2016 habe ein Pfund 1,32 Euro gekostet, jetzt seien es 1,13 Euro. Damit werde der Handel für die britischen Partner unattraktiver, „weil unsere Waren für sie teurer werden“, sagt Jörg Hahn. Ganz abgesehen davon, dass noch unklar ist, welche Warengruppen in Zukunft möglicherweise mit Zöllen beaufschlagt würden.

Er hofft, dass es nicht zu einem harten Brexit kommt und dass es am Ende doch noch auf eine Verlängerung der Übergangsfrist hinausläuft. „Die müssen irgendwas machen.“ Ansonsten drohe ein „totales Chaos für alle Seiten“, sagt Jörg Hahn.