Volkstrauertag

Röbeler planen „Mahnwache für den Frieden“

Zum Volkstrauertag gab es in Röbel öfter Aktionen von Rechtsextremen. Das will man dieses Jahr verhindern. Auch in Waren, Penzlin und Malchow sind Gedenkveranstaltungen geplant.
Als die NPD am Volkstrauertag 2018 einen Kranz in Röbel niederlegen wollte, stellten sich den Rechtsextremen viele R&ouml
Als die NPD am Volkstrauertag 2018 einen Kranz in Röbel niederlegen wollte, stellten sich den Rechtsextremen viele Röbeler entgegen. Auch am Sonntag ist eine Friedenswache geplant. Ingmar Nehls
Röbel

Am Sonntag ist Vokstrauertag, und aus diesem Grund wird in den Städten der Müritzregion an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert. In Waren organisieren Stadtverwaltung und Stadtvertretung eine Gedenkveranstaltung um 11 Uhr an der Kietzanlage, deren Abschluss eine Kranzniederlegung am Gedenkstein für die Gefallenen beider Weltkriege bildet. In diesem Jahr wird der SPD-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Soldat Johannes Arlt sprechen. Den musikalischen Rahmen gestalten die Mitglieder des Blasorchesters Waren.

„Wir lassen uns die Bedeutung dieses Tages nicht aus der Hand nehmen”

Auch in Röbel ist im Anschluss an den Gottesdienst um 11.30 Uhr eine Kranzniederlegung am Mahnmal vor der Marienkirche geplant. Wie Röbels Bürgermeister Andreas Sprick (CDU) informierte, sei die CDU-Fraktion dafür in diesem Jahr verantwortlich. Weil es in den vergangenen Jahren immer wieder auch Aktionen der rechten Szene in Waren und in Röbel gab, hat der Röbeler Ortsverband von Bündnis90/Grüne am Sonnabend eine „Mahnwache für den Frieden“ am Mahnmal vor der Röbeler Marienkirche von 16.30 Uhr bis 18 Uhr angemeldet.

Man wolle somit verhindern, dass rechtsradikale Kräfte in Röbel wie in den vergangenen Jahren den Tag uminterpretieren für ihre geschichtsvergessenen Ideen von Volk, Tätern, von nur deutschen Opfern und falschem Nationalstolz, erklärt Sprecherin Sonja Suntrup. „Wir definieren die Bedeutung dieses Tages und lassen uns diese nicht von Geschichtsverdrehern aus der Hand nehmen. Jeder kann ein Glas mit einer Kerze mitbringen. Gerne dürfen auch Blumen niedergelegt werden“, sagt Sonja Suntrup. Für Heldengedenken sei kein Platz in der bunten Stadt am kleinen Meer, sagt auch Bürgermeister Andreas Sprick. Er freue sich über das Engagement. Bislang habe er keine Kenntnis davon, dass eine Aktion der rechten Szene geplant sei, sagte er am Freitag. Allerdings seien diese in den Vorjahren immer sehr kurzfristig angemeldet worden. Sollte es dazu kommen, erwartet Sprick ein friedliches Nebeneinander.

Gedenken an Opfer der Werwolf-Aktion

In Penzlin wird es um 10 Uhr einen Gottesdienst geben und im Anschluss daran um 11.15 Uhr eine Gedenkveranstaltung am Gedenkstein für die Gefallenen der beiden Weltkriege mit einer Gedenkrede des Bürgermeisters, Kranzniederlegung, Gedenkminute und dem Lied „Guter Kamerad“, vorgetragen vom Penzliner Männerchor und der Penzliner Blaskapelle. Anschließend werden Gebinde am Denkmal Beyerplatz, am Gedenkstein auf dem Friedhof für die toten Jugendlichen der Werwolftragödie, Friedhof am Grabkreuz des Massengrabs und am Gedenkstein der Vertriebenen in der Großen Straße niedergelegt, wie Sven Flechner informiert.

In Malchow findet die feierliche Enthüllung einer Gedenktafel ab 11 Uhr am Gedenkstein in der Gartenstraße statt. Die Inselstadt ist kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von der „Werwolf-Aktion“ vergleichsweise stärker betroffen gewesen, als viele andere Städte in MV. 33 Jugendliche wurden damals festgenommen und lange zu Unrecht inhaftiert. Nach der Wende begann eine aktive Aufarbeitung dieses Unrechts und jedes Jahr, im Rahmen des Malchower Volksfestes, gibt es eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Tragödie. Aufgrund der Corona Pandemie konnte in diesem Jahr die im Rahmen des Gedenkens geplante Enthüllung der Gedenktafel mit den 13 verstorbenen Jugendlichen aus Malchow nicht durchgeführt werden. Aus diesem Grund findet die Enthüllung nun am Volkstrauertag statt.

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