Martin Schumann, Jacqueline Kühne, Kay Freese und Kerstin Uhlig (von links) übergaben den neu gekauften Roller an de
Martin Schumann, Jacqueline Kühne, Kay Freese und Kerstin Uhlig (von links) übergaben den neu gekauften Roller an den neunjährigen Anton. ZVG/Daniela Baarck
Weihnachtsgeschenk weg

Roller geklaut – Warener spenden Ersatz für Neunjährigen

Kurz nach Weihnachten wurde einem Neunjährigen das Weihnachtsgeschenk seiner Großeltern geklaut. Warener, die das mitbekamen, bereiteten der Familie nun eine Überraschung.
Waren

Daniela Baarck kann es immer noch nicht fassen. Ihre Familie erfuhr am zweiten Januarwochenende eine Welle der Solidarität aus ihrer neuen Wahlheimat Waren. Am 4. Januar nämlich wurde Baarcks neunjährigem Sohn Anton ein Roller mit BMX-Lenker und neongrünen Streifen an den Rädern geklaut. Ein Weihnachtsgeschenk von Antons Großeltern an ihren Enkel, der sich schon zum Fest sehr darüber gefreut hatte.

Kurz vor dem Supermarkt stehen gelassen

Gut zehn Tage hielt die Freude über den Roller. Am 4. Januar verschwand er vom Parkplatz des Edeka-Marktes in Waren-West, schilderte Antons Mutter die Vorgänge an diesem Tag. „Ich war im Laden und mein Sohn sollte mir etwas bringen. Er kam mit seinem neuen Roller und war nur kurz im Geschäft”, ist die Mutter noch immer schockiert über das Geschehene.

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Als Sohn Anton wieder aus dem Laden kam, gab es die böse Überraschung: Der nagelneue Roller war weg, vermutlich gestohlen. Auf dem Parkplatz habe die Familie Leute angesprochen; wollte wissen, ob diejenigen etwas beobachtet hatten. Vergeblich. Auch die stundenlange Suche in Büschen und Ecken brachte nicht den gewünschten Erfolg.

Keine Anzeige bei der Polizei gemacht

Anton schämte sich in Grund und Boden – denn er wusste, er hatte den Roller in der Eile nicht angeschlossen. Aus diesem Grund und wegen vermeintlich geringer Erfolgsaussichten, einen Täter überführen zu können, verzichtete Baarck nach eigenen Worten auf eine Diebstahlsanzeige bei der Polizei.

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Nachdem die eigene Suche vor Ort nicht erfolgreich war, stellte die Mutter ein Bild in den sozialen Netzwerken ein. Sie bat um Hinweise zum Verbleib des Rollers und wurde mit etwas ganz anderem überrascht: „Leute schrieben mich an, die Anton einen neuen Roller bezahlen wollten”, erzählte die Mutter auf Nordkurier-Nachfrage. Die ersten Hilfsangebote dieser Art lehnte die Mutter aber ab. „Es war nicht mein Ansinnen, dass uns ein neuer Roller gekauft wird. Wir wollten nicht als Schmarotzer gelten”, beteuerte sie.

Suche nach Hinweisen geht weiter

Durch die sozialen Medien kam bei der Familie allerdings eine Welle der Hilfsbereitschaft an. Mit Kerstin Uhlig, deren beiden Freundinnen Simone und Heike, Jacqueline Kühne, Martin Schumann, Kay Freese und Jenny Wandrey fanden sich sieben Müritzer zusammen, um Anton einen neuen Roller zu kaufen. Sogar in seiner Lieblingsfarbe – neongrün.

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„Es war nicht mein Ziel, dass die Leute spenden”, stellte Daniela Baarck noch einmal voller Dankbarkeit klar. Das Geld der Engagierten reichte nicht nur für den Roller. Schloss, Schlüssel und Klingel gab es mit dazu. Diese Geste der Hilfsbereitschaft am zweiten Januarwochende sorgte für reichlich Tränen bei Anton. Der versprach, auf den zweiten Roller besser aufzupassen als auf den ersten. Und Mutter Daniela Baarck ist trotzdem weiterhin selbständig auf der Suche nach Hinweisen, wo das eigentliche Weihnachtsgeschenk von Oma und Opa abgeblieben ist.

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