Im Luftbild vom Warener Stadthafen ist der Fahrradweg rot eingezeichnet.
Im Luftbild vom Warener Stadthafen ist der Fahrradweg rot eingezeichnet. Stephan Radtke
Besonders voll ist der Hafen immer zur Müritz Sail. Aber auch an anderen Sommertagen ist es voll und dann wird es gef&aum
Besonders voll ist der Hafen immer zur Müritz Sail. Aber auch an anderen Sommertagen ist es voll und dann wird es gefährlich, wenn Fahrradfahrer und Fußgänger aufeinandertreffen. Bernd Wüstneck
Verkehrsproblem in Waren

Rote Meile soll Verkehr sicherer machen

Wenn der Verkehr zunimmt, wird Warens Hafen zum heißen Pflaster. Eine Lösung könnte die rote Meile sein, die von der Stadtverwaltung vorgeschlagen wird. Durch die Markierung sollen Fahrradfahrer und Fußgänger besser geleitet werden.
Waren

Man muss sich nur für einen Eisbecher in eines der Cafés am Warener Hafen setzen, um das Spektakel zu beobachten. Sobald die Touristenströme größer werden und der Verkehr am Hafen zunimmt, wird Warens schönster Ort zu einem heißen Pflaster. Einheimische und Urlauber flanieren unbekümmert zwischen den Cafés und den Booten hin und her und mittendurch führt ein Radweg. Seit Jahren ist diese Situation schon ein Gefahrenpunkt in Waren und der Fahrradverkehr hat eher noch zugenommen.

Erst Anfang Juni kam es auf Höhe des Schiffschrauben-Brunnens zu einem Unfall zwischen einem fünfjährigen Jungen und einem 17-jährigen Fahrradfahrer. Das Kind geriet auf den Radweg, stieß mit dem vorbeifahrenden Radfahrer zusammen und erlitt eine Kopfplatzwunde.

Radweg mit rotem Klinker kennzeichnen?

Diese schlimme Szene haben auch die Mitarbeiter des Fahrgastschiffs Europa mitbekommen, wie der Geschäftsführer der Weißen Flotte, Markus Rokvic, erzählt.Das nostalgische Dampfschiff legt zu seinen Touren vom Stadthafen ab, und wenn die Gäste mit den schönen Eindrücken von Bord gehen, laufen sie Gefahr, mit einem Radfahrer zusammenzustoßen, weil der Radweg dicht an der Hafenkante vorbeiführt. Doch die jetzt diskutierte Variante sieht Markus Rokvic nicht als Lösung.

Bedenkliche Geschwindigkeit

Die Stadtverwaltung hatte kürzlich im Stadtentwicklungsausschuss einen Vorschlag vorgestellt, wie die Situation entschärft werden könnte. Ein rotes Granitkleinpflaster soll den Fahrradweg besser erkennbar machen, ohne das Gesamtbild zu zerstören. Ob die rote Meile für mehr Sicherheit im Verkehr sorgt, bezweifelt Markus Rokvic. „Aus unserer Erfahrung hilft nur Absteigen und Schieben, oder man verlegt den Radweg ab dem Restaurant Rialto auf die Strandstraße. Das ist für die Fahrradfahrer zumutbar und würde auch nicht den Gastronomen schaden“, meint der Chef der Weißen Flotte.

Auch im Ausschuss wurde die Idee der roten Pflaster mit Skepsis aufgenommen. Stadtvertreter Sven Breuer (CDU) plädierte dafür, das Fahrradfahren für bestimmte Zeiten zu verbieten. „Einige Radfahrer rauschen am Hafen mit einer Geschwindigkeit lang. In der Langen Straße ist das Radfahren begrenzt und beim Hafen tun wir uns so schwer“, sagte Breuer.

Die Stadtverwaltung sagte zu, dies noch einmal mit der Verkehrsbehörde zu besprechen. Allerdings sei der Radweg am Hafen der Europaradweg Berlin-Kopenhagen und ließe sich nicht so leicht umverlegen.

Pflasterfugen sollen ausgebessert werden

Positiv bewertet wird allerdings, dass sich Dirk Lindemann sozusagen auf die Suche nach der perfekten Fuge begibt. Denn der Sachgebietsleiter vom Hoch- und Tiefbau in der Warener Stadtverwaltung will zugleich den Gehkomfort für Urlauber und Einheimische auf den Pflastersteinen verbessern und eine Lösung finden, bei der die Kehrmaschinen nicht verzweifeln. „Die Fugen des vorhandenen Granit- und Basaltkleinpflasters sind an vielen Stellen stark ausgefahren oder fehlen
inzwischen ganz, was zu einem schlechten Aussehen und auch über kurz oder lang zu Problemen bei der Verkehrssicherungspflicht führt“, erklärte Lindemann. Im südlichen Hafenbereich gebe es keine Probleme. Weil es sich bei dem alten Pflaster entlang des Hafenbeckens immerhin um eine 2750 Quadratmeter große Fläche handelt, will Lindemann zunächst fünf Fugen-Varianten auf fünf mal fünf Meter großen Musterflächen testen.

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