Schulsanierung Waren

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Die Regionale Schule Waren-West
Die Regionale Schule Waren-West
Andreas Segeth

Die Regionale Schule Waren-West und die Grundschule Käthe Kollwitz sollen fit für die Inklusion gemacht werden. Doch wie? Stimmen Sie bei unserer Umfrage ab!

Wer soll das bezahlen? Wer hat so viel Geld? – Zeilen eines bekannten Liedes, die dem Gast bei der Präsentation möglicher Schulneubau- und -umbaukonzepte für die Warener Grundschule Käthe Kollwitz sowie der Regionalen Schule Waren-West wohl im Hinterkopf klangen, als die Stadt mithilfe eines Warener Planungsbüros mehrere Varianten vorstellte.

Hintergrund: In Zeiten, in denen Schulträger das gemeinsame Lernen von beeinträchtigten und nicht-behinderten Schülern auf der Agenda haben, sollen Schulen das Prädikat „inklusionsgerecht“ erfüllen. Das kostet viel Geld, aber es gäbe für die inklusionsgerechte Gestaltung beider Schulen insgesamt sieben Millionen Euro Fördermittel.

Gut zwei Dutzend Zuhörer folgten dem Ruf der von der Stadt organisierten Veranstaltung. Ralf Schütze, der Vorsitzende des Warener Stadtentwicklungsausschusses, meinte, dass „diese Veranstaltung maximal der Auftakt sein kann, schließlich habe ich von den Details heute das erste Mal gehört“. Gerade beim knapp 50 Millionen Euro teuren Schulcampus sei einiges bislang nicht erwähnt worden. Die aktuellen Schulstandorte lägen für ihn optimal und zentral. „Mit der teuersten Idee würden wir die Schulen an den Rand setzen“, bekundete er. Für nicht optimal hält er den Gewerbegebietsstandort in der Springer Straße wegen einer möglichen störenden Geräuschkulisse und längerer Schulwege. Eine Meinung über die vorgestellten Varianten hat er sich aber noch längst nicht gebildet. Stadtvertreter wie Christine Stridde und Rainer Espig (jeweils Linke) befürworteten bei Nachfragen den 50 Millionen-Neubau. Dort könne bedarfsgerechter gebaut werden.

Vom Bestand soll möglichst viel erhalten werden

Sylvia Hänsel ist die Schulleiterin der Regionalen Schule Waren-West. Ihre Meinung zu den Konzepten steht fest, auch wenn sie diese nicht öffentlich äußern möchte. Mit Blick auf die schulischen Notwendigkeiten wünsche sie sich von Stadtvertretern eine Entscheidung für die Zukunft und „mit Mut zum Risiko“. Der prophezeihende Blick weise für ihre Schule eine steigende Zahl von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf aus. Derzeit liege die Quote derer bei 19 Prozent. Das macht bei derzeit 472 Schülern etwa 90 Schüler aus, die inklusionsgerecht in die Schulstruktur integriert werden müssten. Etwa 100 Schüler würden in den nächsten Jahren hinzu kommen, sagt sie. Bekannt sei auch, dass es bei bis zu 30 Schülern in bis zu 50 Quadratmeter großen Räumen manchmal schlicht beengt zugehe. Hinzu „leide“ die Bildungseinrichtung an teils schmalen Fluren. Das wäre in den neuen Konzepten mit berücksichtigt. Die Räume wären dann mitunter 75 Quadratmeter groß.

Bürgermeister Norbert Möller (SPD) hält die Millioneninvestitionen wie in den vier Varianten des Planungsbüros IGN für illusorisch. Deshalb gibt es nun auch eine eigene Vorzugsvariante der Verwaltung mit der Sanierung der Gebäude und Inklusionsumbau mit höherem Raumbedarf. Die Regionalschule soll dabei einen Anbau bekommen. Vom Bestand soll möglichst viel erhalten werden. Die Schule soll 20 Klassenräume und zehn Förderräume bekommen. Die Klassenräume seien laut Planung keine Durchgangszimmer mehr. Für den zu kleinen Sportplatz soll nach neuem Konzept ein Teil vom Schulhof abgezwackt werden.

Die vorgestellten Varianten

Variante 0
Die beiden Schulstandorte bleiben erhalten und werden durch Instandsetzung auf die Inklusion vorbereitet. Keine Kostenschätzung.

Variante 1
Im Fokus steht die Entwicklung eines Grundschulzentrums. Dazu gehört, dass eine neue Grundschule in der Hans-Beimler-Straße samt Hort an diesem Standort neu entwickelt werden, während die Regionale Schule ertüchtigt, instandgesetzt und durch einen Anbau erweitert wird. Geplante Gesamtkosten: 39 Millionen Euro; Eigenanteil der Stadt: 20,5 Millionen Euro.

Variante 2
Grundschule samt Hort sollen an einem Standort in der Hans-Beimler-Straße neu entwickelt werden, während die Regionale Schule am bisherigen Standort neu gebaut wird. Geplante Gesamtkosten: 42 Millionen Euro; Eigenanteil 22,3 Millionen Euro.

Variante 3
Die Grundschule wird in der Hans-Beimler-Straße neu entwickelt – ebenso der Hort – während die Regionale Schule in der Springer Straße einen neuen Standort erhält. Geplante Gesamtkosten 47 Millionen Euro, Eigenanteil: 25,3 Millionen Euro.

Variante 4
Alle Einrichtungen werden an einem neuen, ortsnahen Standort in der Springer Straße als Schulcampus neu gebaut. Geplante Gesamtkosten: 49,8 Millionen Euro; Eigenanteil: 27,1 Millionen Euro.

Vorzugsvariante der Stadtverwaltung
Sanierung der beiden Schulgebäude mit Inklusionsumbau zuzüglich angepasstem Raumbedarf an ihren bisherigen Standorten. Geplante Gesamtkosten 16,3 Millionen Euro, Eigenanteil 7,8 Millionen Euro.

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