Schaf mit Kehlbiss
Wurde der Wolf zu Unrecht verdächtigt?

Blick auf das tote Schaf, das zu einer zehnköpfigen Herde gehörte, die von der Produktionsschule des Christlichen Jugenddorfes (CJD) betreut worden ist.
Blick auf das tote Schaf, das zu einer zehnköpfigen Herde gehörte, die von der Produktionsschule des Christlichen Jugenddorfes (CJD) betreut worden ist.
privat

Das Ministerium hält an der Darstellung fest, dass das Schaf bei Boek nicht von einem Wolf gerissen wurde. Nun gibt es Erkenntnisse, die das stützen.

Ein Schaf tot – doch der Wolf nicht der Schuldige: Das betonte das Schweriner Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt von Anfang an. Nun gibt es weitere Erkenntnisse, die diese Behauptung stützen.

Das Schaf, das letzte Woche nahe der Boeker Fischteiche mit einem Kehlbiss aufgefunden wurde, sei bereits vor den Bissen tot gewesen. Das bestätigte das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommerns auf Nachfrage des Nordkuriers. „Es gab keine Unterhautblutungen“, begründet Pressesprecherin Martina Plothe diese Behauptung.

Kein Tod durch Bissverletzungen

Der Schafskadaver zeige zwar auf dem Bild einen prägnanten Kehlbiss – dieser gilt als typisches „Wolfserkennungsmerkmal“. So bringt das Wildtier seine Beute meist zur Strecke. Der Tod des Schafes durch Bissverletzungen sei jedoch nach Angaben des Ministeriums schlichtweg auszuschließen. Der beziehungsweise die Bisse im Bereich der Kehle seien postmortal entstanden – also nach Eintritt des Todes. „Im Bereich der Kehle wurden postmortal der Kehlkopf und die Luftröhre fein säuberlich abgenagt. Die Bissspuren lassen auf kleine Raubsäuger schließen“, so Plothe weiter.

Fraßspuren habe es ebenfalls im Bereich der Keule gegeben. Sie deuten auf Nachnutzer. Um einer unbegründeten Wolfs-Hysterie vorzubeugen, betont das Ministerium mehrfach, dass das Schaf tot war, bevor sich Nachnutzer an dem Kadaver zu schaffen machten. Unklar sei laut Plothe allerdings die eigentliche Todesursache.

Zweifel in der Bevölkerung

Tierkadaver von Wild- und Nutztieren sind übliche Nahrungsquellen für kleine Raubsäuger. Grundsätzlich sind Schafsrisse durch etwa Füchse selten. Handele es sich um ein schwaches Schaf, könne ein Fuchs ein solches aber durchaus reißen.

Nach der ersten Ministeriumsmitteilung hatten sich große Zweifel in der Bevölkerung geregt. Viele glaubten nicht an einen Biss von einem Marderhund oder Fuchs.

Kommentare (1)

...dann hört aber auch langsam mal auf hier immer wieder genüßlich den in diesem Zusammenhang völlig falschen Begriff "Kehlbiß" zu verbreiten.