ENTSCHEIDUNG ÜBER INVESTITION

Schicksalstag für 35-Millionen teures Kurhotel in Malchow

In Malchow stimmen die Stadtvertreter am Donnerstag über Hort und Kurhotel ab – mal wieder. Der Hotel-Investor will aber nicht mehr länger warten und macht Druck.
So soll’s am Malchower Kurpark mal aussehen.
So soll’s am Malchower Kurpark mal aussehen. Mauro Ota Delfino Architekt und Stadtplaner
Malchow.

Für Investor Bruno Jablonski könnte sich der Donnerstag-Abend zu einem Schicksalstag entwickeln. Die Malchower Stadtvertreter beraten ab 19 Uhr in der Werleburg zum wiederholten Male über die Veräußerung eines mehr als 7300 Quadratmeter großen Grundstücks am Kurpark nahe der Malchower Reha-Klinik. Dort soll ein 35 Millionen teures Kurhotel entstehen und so ganzjährig Gäste nach Malchow locken, die Geld ausgeben.

Die Entscheidung über den Grundstücksverkauf wurde in den letzten Monaten immer wieder verschoben. Zuletzt platzte ein Beschluss, weil die Grünen-Fraktion einen Änderungsantrag eingereicht hatte. Bevor die Stadt das Grundstück für rund 585.000 Euro verkauft, fordert Joachim Stein als Grünen-Vertreter und ehemaliger Bürgermeister der Stadt, zuerst eine Bauleitplanung ein. „Die ausgeschriebene Fläche ist für die Stadtentwicklung eine strategisch wichtige Ressource“, begründet Stein. Die Grünen beharren auf einer langwierigen Planung, für deren Kosten das Stadtsäckel herhalten müsste, obwohl es bereits einen Flächennutzungsplan gibt. Folgt die Mehrheit dem Änderungsantrag, würden für den Investor weitere Monate, wenn nicht sogar Jahre, ins Land gehen.

Bruno Jablonski erwägt aber bereits jetzt, von der Fläche in einem Zwei-Jahres-Zeitraum abzurücken, sollte sich weiterhin kein Schritt nach vorn tun. Bereits jetzt habe er für die bestehenden Planungen ungefähr 100.000 Euro investiert. „Ich wünsche mir eine Lösung“, sagt der Investor mit Blick auf die heutige Sitzung. Unter Bürgermeister und Stadtvertretern sollte es dabei nicht um Machtspielchen, sondern um Entscheidungen zugunsten der Stadt gehen, betont er.

Kommt eine Flächennutzungs-Analyse?

Entscheidungen zugunsten der Inselstadt möchte auch Joachim Stein treffen. Dem existierenden Flächennutzungsplan, der die Fläche an der August-Bebel-Straße für kurortrelevante Nutzungen zwar ausweise, fehlten die konkreten Details zur Entwicklung des Kurgebietes. Der Investor und auch Bürgermeister René Putzar (parteilos) haben diese in der Vergangenheit bereits vorgestellt. Eine Befürchtung Steins konnten die vergangenen Erklärungen jedoch nicht ausräumen: "Die Fläche soll vor einem Bebauungsplanverfahren verkauft werden und dann hat wohl der Eigentümer das Sagen und nicht mehr die Stadt im Rahmen der ihr gesetzlich zustehenden Planungshoheit", findet Stein.

Bei den Erwägungen und Änderungsanträgen gehe es nicht um eine Politik des Verhinderns, unterstreicht Stein im Gespräch mit dem Nordkurier. Dieses Gefühl nämlich kommt beim Investor Bruno Jablonski derzeit genau auf. Laut des Grünen-Vertreters habe er sich bereits im September 2019 dafür eingesetzt, Ideen und Aussagen für eine sinnvolle Flächennutzung - etwa Malchows Entwicklung zum Heilbad nach dem Vorbild von Waren - zusammenzutragen. Teuer wäre diese Studie nicht. Das Erstellen dieser ersten Analyse würde weniger als 10.000 Euro kosten, teilt Joachim Stein mit, der noch Ideen sammeln möchte, während Investor Bruno Jablonski mit 190 Betten und 200 Restaurantplätze fassenden Kurhotels schon eine konrete Szenerie entworfen hat.

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