WIRTSCHAFTLICHER DRUCK

Schiffbauer plant Aus für Traditionsschiffbau Rechlin

Der Traditionsschiffbau-Standort in Rechlin vom Schiffbauer Fassmer wird geschlossen. In zwei Monaten soll es so weit sein.
dpa
Ein Mitarbeiter schweisst in der Bauhalle der Fassmer Schiffsservice Gmbh Rechlin an einem Schiffsbauteil. Bald wird der Stand
Ein Mitarbeiter schweisst in der Bauhalle der Fassmer Schiffsservice Gmbh Rechlin an einem Schiffsbauteil. Bald wird der Standort dichtgemacht. Thomas Häntzschel
Rechlin ·

Der Schiffbauer Fassmer GmbH & Co. KG (Berne) schließt seinen ostdeutschen Traditionsschiffbaustandort Rechlin an der Müritz (Mecklenburgische Seenplatte). Wie ein Sprecher der Gemeinde am Samstag erklärte, wird die Fassmer-Tochterfirma überraschend schon Ende März ihre Tore schließen. Den noch 30 Mitarbeitern sei dies bereits mitgeteilt worden. Als Begründung sei unter anderem der wirtschaftliche Druck durch die Pandemie genannt worden. Bei der Fassmer-Gruppe war zunächst niemand zu einer Stellungnahme bereit. Zuvor hatte die Nachrichtenplattform „Wir sind Müritzer” über die geplante Schließung berichtet.

Rechlin war über Jahrzehnte dafür bekannt, dass dort unter anderem Frei-Fall-Rettungsboote für große Schiffe gefertigt wurden. Diesen Teil der damaligen Werft hatte Fassmer nach 1990 übernommen. Zuletzt waren in Rechlin unter anderem komplizierte Schweißteile und Anlagen für Megayachten, Kreuzfahrtschiffe sowie Zubehör und Landeplattformen für Hubschrauber auf großen Windkraftanlagen produziert wurden. Noch vor einem Jahr hatte Geschäftsführer Harald Fassmer von einer „stabilen Auftragslage” gesprochen.

Zur Fassmer-Gruppe mit Hauptsitz in Niedersachsen gehörten bisher 1600 Mitarbeiter an mehreren Standorten, darunter in Polen und China. Sie beliefern auch Hersteller von Kreuzfahrtschiffen. Der Jahresumsatz wurde mit 150 bis 200 Millionen Euro angegeben.

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