ATTRAKTION GESPERRT

Schliemanns trojanisches Pferd ist abrissreif

Es ist das Markenzeichen von Ankershagen – und es ist nicht mehr zu retten. Der einstige Star des Schliemann-Museums muss erneuert werden. Das ist teuer.
Ingmar Nehls Ingmar Nehls
Das Markenzeichen ist beim Griechischen Fest nur Nebendarsteller. Denn es ist kaputt und darf nicht betreten werden.
Das Markenzeichen ist beim Griechischen Fest nur Nebendarsteller. Denn es ist kaputt und darf nicht betreten werden. Ingmar Nehls
Ankershagen.

Undine Haase lässt nichts unversucht. Sogar göttlichen Beistand holte sie jetzt zum Heinrich-Schliemann-Museum nach Ankershagen. Hermes, der Götterbote, hatte beim Griechischen Fest einen Sternenstaubwunschblasengenerator dabei. „Das könnten wir gut gebrauchen“, sagt die Museumsleiterin.

Denn in dem Trubel des bunten Festes stand das trojanische Pferd im Abseits. Das Markenzeichen des Museums und Aushängeschild der Gemeinde ist 22 Jahre nach seiner Einweihung nur noch ein altersschwacher Nebendarsteller. Das soll sich aber bald ändern mit ganz irdischen Lösungen.

Kinder buddeln bald Spuren Schliemanns aus

Seit dem Frühjahr ist das Pferd nun schon gesperrt, Rutschpartien damit unmöglich. Auch wenn es von außen gut ausschaut, ist es doch baufällig. Denn wie schon beim Angriff auf Troja sollte man sich nicht von der äußeren Schale täuschen lassen. Die Wahrheit liegt im Bauch. Da sind keine griechischen Krieger, aber durchgefaulte Bretter. Über viele Jahre hat sich mit Regen und Schnee viel Wasser angestaut, das dem Pferd übel zugesetzt hat. Das Museumsteam hatte gehofft, dass man das Pferd mit einer Reparatur vielleicht noch retten kann. „Daraus wird nichts. Wir müssen ein neues Pferd bauen“, sagt Undine Haase.

Aussehen soll es wie das alte, das der kürzlich verstorbene Bildhauer Walter Preik entworfen hat. Damit das neue Pferd dann nicht die gleiche Achillesferse hat, soll ein anderes Holz und möglicherweise auch Metall verarbeitet werden. Erste Entwürfe mit Kostenschätzung liegen auf dem Tisch. 80 000 Euro werden gebraucht. 20 000 Euro hat Jost Reinhold schon gespendet. Die sollen aber nicht nur für ein neues Pferd verwendet werden. Denn geplant ist auch ein archäologischer Spielplatz, wo Kinder auf einer Fläche von 5 mal 5 Metern mit Sand und Mauerresten, spielerisch Ausgrabungen erleben können. Sozusagen auf den Spuren Schliemanns.

„Wir haben Fördermittel beantragt und es schaut auch ganz gut aus“, sagt Undine Haase. Im Herbst könnte der Neubau starten und im kommenden Frühjahr das Spielgelände mit Pferd eingeweiht werden.

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