Nahverkehr

:

Schülerverkehr in der Seenplatte bald komplett kostenlos?

Die MVVG betreibt den Busverkehr in fast dem ganzen Landkreis.
Die MVVG betreibt den Busverkehr in fast dem ganzen Landkreis.
Andreas Segeth

Weil die bisherige Regelung zum Schülerverkehr zu Ungerechtigkeiten führt, soll sie vereinfacht werden. Ab dem kommenden Schuljahr sollen alle Schüler in der Seenplatte kostenlos mit dem Bus zur Schule fahren dürfen. Doch es gilt noch Hürden zu nehmen.

Gute Nachrichten für alle Schüler und deren Eltern im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte: Der Schülerverkehr soll ab dem kommenden Schuljahr komplett kostenfrei werden. Das kündigte Landrat Heiko Kärger (CDU) an. Mit der neuen Regelungen sollen Ungerechtigkeiten im bestehenden System beseitigt werden.

Denn bisher funktioniert es in der Mecklenburgischen Seenplatte so: Nur wenn Grundschüler weiter als zwei Kilometer entfernt von ihrer örtlich zuständigen Schule wohnen, bekommen sie die Fahrtkosten vom Landkreis ersetzt. Wer dichter wohnt, muss sein Ticket selbst bezahlen. Für ältere Schüler gilt die gleiche Regelung, allerdings erst ab einer Entfernung von vier Kilometern. Besucht jemand eine örtlich nicht zuständige Schule, bekommt er die Fahrtkosten bis zur örtlich zuständigen Einrichtung.

Zu Ungerechtigkeiten komme es laut Kärger immer dann, wenn ein Schüler vier Kilometer entfernt von seiner Schule wohnt und kostenlos zur Schule fahren kann, sein Nachbar, der nur wenige Meter dichter an der Schule wohnt, aber nicht. Der Grundgedanke hinter der bestehenden Regelung war, dass Schüler, die so dicht an der Schule wohnen, ja auch mit dem Fahrrad fahren oder laufen könnten. Das sei aber unrealistisch, sagt Kärger – vor allem im Winter oder bei schlechtem Wetter.

Kreistag muss noch zustimmen

Das System soll nun vereinfacht werden – alle Schüler, egal wie weit sie von ihrer Schule entfernt wohnen, sollen ab dem kommenden Schuljahr kostenfrei fahren dürfen. Laut Kärger müssten das die Verkehrsgesellschaften – allen voran die kreiseigene Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft (MVVG) auch aus eigener Kraft bewerkstelligen können – ohne zusätzliche Gelder des Landkreises. Denn die Busse fahren ja ohnehin – die wenigen Kinder mehr würden nicht groß ins Gewicht fallen. Wie groß die Zahl derjenigen Schüler ist, die bisher selbst für ihre Tickets aufkommen müssen, sei leider nicht festzustellen, da sie die gleichen Tarife zahlen wie Lehrlinge oder Studenten.

Bis es zur Neuregelung kommt, sei aber noch einiges an Verhandlungen mit den Busgesellschaften nötig. Auch die Kreistagsmitglieder müssten dem Vorschlag aus der Verwaltung zustimmen.