Der Tag des großen Abschieds: Kutscher Dierk Kroeger holte den Schulleiter Hans-Dieter Richter in einer geschmückte
Der Tag des großen Abschieds: Kutscher Dierk Kroeger holte den Schulleiter Hans-Dieter Richter in einer geschmückten Kutsche ab. Miriam Brümmer
Abschiedsgeschenk: Die stellvertretende Schulleiterin Ines Drews überreichte Hans-Dieter Richter ein Relief vom Schulcamp
Abschiedsgeschenk: Die stellvertretende Schulleiterin Ines Drews überreichte Hans-Dieter Richter ein Relief vom Schulcampus. Miriam Brümmer
Abschied

Schulleiter geht in Dauerferien und 800 Schüler stehen Spalier

Der Abschied schien Hans-Dieter Richter, den Schülern und den Kollegen nicht leicht zu fallen. Er prägte die Schullandschaft wie kein Zweiter in Röbel.
Röbel

Als Hans-Dieter Richter, Leiter des Schulcampus Röbel, in dieser Woche vor das Schulhaus trat, musste er mit Erstaunen feststellen, dass es gelungen war, ohne sein Wissen knapp 800 Schüler vor dem Schulgebäude zu versammeln. Sie alle standen Spalier und jubelten ihrem Noch-Schulleiter zu, der heute seinen letzten Arbeitstag hat. Zum festlichen Abschied am Mittwoch wartete vor der Schule eine Kutsche, die ihn mit Vertretern des Schülerrates durch die Straßen von Röbel fuhr, während er den Schülern Anekdoten aus seiner Zeit als Lehrer erzählte – und davon gibt es so einige.

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Empfang zum Abschied

Beim anschließenden Empfang im Bürgergarten warteten bereits viele ehemalige Wegbegleiter, Freunde und auch die Familie. Schülersprecherin Lotta Schaal bezeichnete den Schulleiter als Gesicht des Schulcampus, denn er habe viele schulische Aktivitäten geprägt und auch die Komplexsanierung im Jahr 2003 begleitet. „Die Herausforderung bestand damals darin, dass viele Baumaßnahmen bei laufendem Unterricht durchgeführt wurden“, erinnerte sich die stellvertretende Schulleiterin Ines Drews.

„Der neue Lehrer macht ganz schön Welle”

Schon ihrem Schwiegervater, dem Hausmeister, sei Hans-Dieter-Richter 1987 aufgefallen, als dieser mit seiner Familie nach Röbel zog und seine Arbeit an der Richard-Sorge-Oberschule aufnahm. „Der neue Lehrer Richter macht ganz schön Welle, immer hat er neue Ideen“, hieß es. Der neue Sport- und Geschichtslehrer organisierte so manches sportliche Event in der damaligen Sporthalle aus Blech, erlebte Erfolge und Misserfolge, mehrere Wechsel der Bildungsminister und der Schulgesetze sowie den Wandel von der Oberschule über die „Schule am Gotthunskamp“ bis hin zum heutigen „Schulcampus Röbel“ als eine Verbundene Regionale Schule und Gymnasium.

Dank an Team und Familie

Die Gründung des Schulcampus fällt ebenso in die Zeit seiner Schulleitertätigkeit wie der Anbau der Mensa, der Bau des NaWi-Hauses und die Umsetzung des Digitalpaktes. All das „ist nie das Werk eines Einzelnen, sondern des Teams“, bedankte Hans-Dieter Richter sich bei allen, unter anderem seinen Kollegen, der erweiterten Schulleitung, der Stadtverwaltung und auch seiner Familie. Ganz besonders dankte er seiner Frau. Birgit Richter gehörte zum Lehrerkollegium am Schulcampus und stärkte ihm auch sonst den Rücken, wie er sagte.

Emotionaler Moment

Nach 43 Jahren Lehrerleben, 35 Jahren Dienstzeit in Röbel, 30 Jahren in der Schulleitung und seit 2018 als Schulleiter ist Schluss für Hans-Dieter Richter – ein sehr emotionaler Moment für viele Anwesende, die ihn als durchaus streitbar, aber immer konstruktiv beschrieben. Hans-Dieter Richter betonte allerdings, er gehe wie jedes Jahr mit seinen Kollegen und Schülern in die Ferien. Der Unterschied: Es sind Dauerferien. Von Rente oder gar Ruhestand will er noch nichts wissen. Er räumte jedoch ein, dass es zum Schuljahresbeginn schwer werden könnte. Spätestens dann lässt er den Schulcampus mit einem weinenden Auge hinter sich.

Nachfolger wird Gunnar Seidel

Seinen Schülern gab er auf den Weg, sie sollten nicht glauben, dass er weg sei: „Ihr müsst immer damit rechnen, dass ich auf dem Flur auftauche. Wenn ich wirklich nicht auf dem Flur auftauche, müsst ihr denken, dass es so sein könnte. Und wenn ihr alle so lieb bleibt wie bisher, dann würde es mich freuen.“ Viele Schüler der Schule vermissen ihn schon jetzt, wie in Gesprächen zu hören war. Den Schulleiterposten gibt er an Gunnar Seidel ab.

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