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Busunglück

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Schwerer Unfall: Flixbus auf A19 Richtung Berlin umgekippt

Der Fahrer war mit dem Flixbus aus noch ungeklärter Ursache von der Autobahn 19 abgekommen.
Der Fahrer war mit dem Flixbus aus noch ungeklärter Ursache von der Autobahn 19 abgekommen.
Bernd Wüstneck

Auf der A19 bei Linstow wurden bei einem schweren Busunglück vielen Menschen verletzt. Der Flixbus war auf dem Weg von Rostock nach Berlin. Die Vollsperrung der Autobahn in Richtung Berlin wurde aufgehoben.

Auf der A19 bei Linstow (nördlich von Malchow) ist laut Polizei am Freitag gegen 6.30 Uhr ein Flixbus aus bisher unbekannter Ursache in einen Graben gefahren und umgekippt. Bei dem Unfall wurden nach bisherigen Erkenntnissen 16 Menschen schwer bis mittelschwer verletzt, sie wurden in umliegende Kliniken gebracht, teilte die Polizei weiter mit.

Die rund 60 Rettungskräfte aus den Landkreisen Rostock und Mecklenburgische Seenplatte - darunter vier Hubschrauber - waren im Großeinsatz, um die Verletzten zu versorgen. Die Dekra war vor Ort, um nach der Ursache des Unfalls zu forschen. Die A19 wurde während der Bergungsarbeiten in Richtung Berlin komplett gesperrt. Die Vollsperrung wurde um 13.20 Uhr aufgehoben, allerdings soll die die Fahrbahn in Richtung Berlin für Reparaturarbeiten noch einmal halbseitig gesperrt werden.

Video von der Unfallstelle auf der A19

Einer der Fahrgäste musste laut einem Medienbericht aus dem Bus befreit werden, weil er eingeklemmt war. Die 47 weiteren Fahrgäste wurden zunächst an der Unfallstelle medizinisch betreut. Sie wurden anschließend mit einem Bus in das DRK Betreuungszentrum nach Güstrow zur weiteren ärztlichen Untersuchung und Betreuung gebracht.

Bei dem Unfall hatte der Reisebus auch ein sogenanntes touristisches Hinweisschild umgerissen, das für eine Besuch im Warener Müritzeum geworben hatte.

Fahrer auf Alkohol getestet

Auch derjenige der beiden Busfahrer tschechischer Herkunft, der während des Unfalls am Steuer saß, wurde untersucht und wird durch die Polizei zum Hergang befragt. Ein Atemalkoholtest zeigte einen Wert von 0,00 Promille.

Insgesamt 63 Personen, darunter zwei Busfahrer, sollen in dem Fernbus gewesen sein, die Reisenden gehören 22 Nationen an. Diejenigen, die keine Verletzungen davongetragen haben, werden nach Güstrow gebracht und sollen dort untersucht weren. Für die Angehörigen ist ein Bürgertelefon eingerichtet worden: Die Telefonnummer lautet: 0395 57087 2000.

"Dieses Angebot wurde am Freitagvormittag rege genutzt. Zwei Mitarbeiterinnen, die natürlich englisch sprechen, haben die Anrufe entgegen genommen", so Kreissprecherin Haidrun Pergande. Die Anrufer seien meist keine Angehörigen der Businsassen. Die wurden, so Haidrun Pergande, bereits über den Unfall informiert, wobei man auf die Namenslisten des Flixbus-Betreibers zurückgreifen konnte.

Saß mein Kind mit im Bus?

"Die Anrufer sind meist besorgte Angehörige, die sich nicht sicher sind, ob zum Beispiel ihr Kind mit genau dem Bus gefahren ist oder fahren wollte. Mit Hilfe der Namenslisten konnte an der Hotline vieles geklärt werden", so die Kreissprecherin.

Eine Flixbus-Sprecherin bestätigte, dass es sich um einen Fernbus ihres Unternehmens handelt. Auf der Autobahn ist regelmäßig die Flixbuslinie Rostock-Berlin unterwegs. Ob es sich um einen Bus dieser Linie handelt, sagte die Sprecherin zunächst nicht. Sie kündigte eine Mitteilung im Laufe des Tages an.

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