IN MÜRITZ GESCHWOMMEN

Schwimmende Kuh Hanna reagiert noch sehr nervös auf Menschen

Das geht auf keine Kuhhaut: Nach der Rettung von Kuh Hanna bieten nun sogar Gnadenhöfe ein neues Domizil an. Doch der Landwirt hat anderes vor.
Kuh Hanna ist nach ihrem ungewöhnlichen Schwimm-Ausflug noch etwas nervös, sobald sich eine Person nähert. Foto
Kuh Hanna ist nach ihrem ungewöhnlichen Schwimm-Ausflug noch etwas nervös, sobald sich eine Person nähert. Foto: Jacqueline Schulz
Vipperow.

Das Schicksal der Kuh Hanna bewegt Menschen im In- und Ausland. Wie Landwirt Roberto Schulz auf Nordkurier-Nachfrage mitteilte, hätten ihn in den letzten Tagen etliche Privatpersonen und ehemalige Landwirte erreicht. „Gefühlt hatte am Dienstag jede halbe Stunde eine Person angerufen“, erzählt der Vipperower Landwirt.

Darunter seien auch 20 Gnadenhöfe gewesen, erzählte Schulz. Das Gut Aiderbichl aus Österreich, das 30 Gnadenhöfe in sechs Ländern betreibt, hatte zunächst Kontakt zum Nordkurier aufgenommen. „Wir möchten einfach helfen und einen Platz anbieten“, sagte Mitarbeiterin Bianca Pöckl. Sie hätten schon des Öfteren ausgebüxte Kühe aufgenommen. Das Gut Aiderbichl versorgt insgesamt 6000 Tiere, darunter unter anderem 600 Rinder, 600 Katzen und 700 Pferde. „In der Regel finden diese Tiere wieder ins Leben zurück und legen die aufreibende Sache ab“, sagte Pöckl mit Blick auf die strapaziöse Rettung.

Tier soll im heimischen Hof erst mal zur Ruhe kommen

Die Tierfreundin Michaela Decher hat das Schicksal von Kuh Hanna ebenfalls berührt. Deshalb setzte sie sich über Bekannte mit einem Landwirt in Heide bei Hamburg in Verbindung und klärte ab, dass sie dort einen Platz bekäme. „Ich könnte die Kuh am Wochenende direkt dort hinbringen, denn ich habe schon ein Transportfahrzeug organisiert“, sagte Decher. Natürlich würde sie auch künftig für Hannas Kosten aufkommen, die Hanna verursache.

„Sie ist nicht die Einzige, die die Kuh gleich mitnehmen möchte“, sagte Jacqueline Schulz, Ehefrau von Roberto Schulz. Sie hätten sich sehr über die große Anteilnahme gefreut. Damit hatten sie nicht gerechnet. Es werde erst einmal gar nichts passieren, da das Tier erst einmal zur Ruhe kommen soll, stellte Roberto Schulz klar. „Sie läuft in der Herde mit, aber sobald jemand in den Stall kommt, spitzt sie die Ohren“, schildert der Landwirt Hannas Zustand.

Hanna könnte eine Mutterkuh werden

Man überlegt nun, ob sie Hanna in der Herde der zehn Mutterkühe mitlaufen lassen. Sollte das funktionieren, würde sie künftig auch eine Mutterkuh werden und Milch geben. Noch ist sie eine Färse, also eine Kuh, die noch kein Kalb gebar. Sollten sie Hanna doch abgeben, muss beim neuen Besitzer aber alles stimmen, so Roberto Schulz.

Die Kuh war am Montag beim Verladen von der einen in die andere Stallbox ausgebüxt und in die Müritz gelaufen. Von Vipperower Ufer schwamm sie rund einen Kilometer bis nach Rechlin, wo entdeckt wurde. Die Freiwillige Feuerwehr hatte sie nach mehreren Stunden befreit.

Video: Wildschwein schwimmt durch die Müritz

Erst vor wenigen Wochen hatte die Müritz schon einmal tierische Schlagzeilen gemacht: Mehrere Menschen beobachteten und filmten ein Widlschwein, dass durch das Gewässer schwamm.

 

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Kommentare (1)

"Noch ist sie eine Verse..."
Oh Mann, vielleicht kann die Färse ja auch noch Verse dichten x-/. Und das hier im landwirtschaftlich geprägten Mecklenburg-Vorpommern! [Anmerkung d. Red.:Der Fehler tut uns leid, er wurde korrigiert.]