TOURISMUS

Seenplatte hat nach Corona-Sperre viele Gäste – und noch Platz

Die Tourismusbranche in der Mecklenburgischen Seenplatte hat wegen der Corona-Krise mehr Anfragen. Es fehlen aber noch die Tagestouristen, die noch nicht kommen dürfen.
dpa
Urlauber sind mit ihren Booten auf dem Mirower Kanal vor der Schleuse unterwegs. Die Tourismusbranche an der Seenplatte hat we
Urlauber sind mit ihren Booten auf dem Mirower Kanal vor der Schleuse unterwegs. Die Tourismusbranche an der Seenplatte hat wegen der Corona-Krise deutlich mehr Anfragen, aber trotzdem noch Übernachtungsmöglichkeiten. Bernd Wüstneck
Waren.

Die Tourismusbranche an der Mecklenburgischen Seenplatte hat wegen der Corona-Krise deutlich mehr Anfragen, aber  trotzdem noch Übernachtungsmöglichkeiten. Das hat eine Umfrage bei Touristinformationen, der Warener Hotelgemeinschaft und dem regionalen Tourismusverband ergeben. „Die Buchungslage ist sehr gut, aber das ist in der Hochsaison auch sonst so“, erklärte Michael Wufka von der Touristinformation in Plau (Ludwigslust-Parchim).

"Voller als sonst im Hochsommer"

„Es ist nicht voller als sonst im Hochsommer“, sagte Christin Drühl vom Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte. Dazu fehlten die kurz entschlossenen Tagestouristen, die noch nicht in den Nordosten kommen dürften. Mit Sachsen-Anhalt (16.7.), Sachsen und Thüringen (20.7.) starten drei traditionelle Bundesländer für Urlaub im Nordosten jetzt.

Ein großer Vorteil sei, dass sich Gäste in der weitläufigen Naturlandschaft gut aus dem Weg gehen können. „Es verläuft sich hier ganz stark“, erklärte Drühl. Die Seenplatte reicht von Rheinsberg und der Uckermark in Brandenburg über Feldberg, Neustrelitz, Waren an der Müritz und Plau bis Schwerin.

Individuelle Urlaubsformen haben Konjunktur

Der Verband beobachtet auch, dass im Augenblick individuelle Urlaubsformen - wie Bootstourismus, Wohnmobile und Camping - stark gefragt sind. „Das haben uns auch Charterunternehmen berichtet“, erläuterte Wufka. Im Plauer Hafen sei es nicht voller, als es immer um diese Sommerzeit ist. An den Schleusen - vor allem zur Havel hin wie in Mirow - herrscht dagegen Hochbetrieb.

„Es gab schon vor der Corona-Krise gute Vorbuchungsstände“, erläuterte Drühl. Bei der Warener Hotelgemeinschaft, zu der 19 Häuser gehören, sind kaum noch Betten mehr frei. „Für eine Woche oder zehn Tage haben wir nichts mehr“, sagte Katja Jedwillat, die dem Verein vorsteht. Mit viel Glück werde man für Kurzurlauber für bis zu zwei Nächte in Waren noch was finden. „Das haben sonst spontane Tagesgäste ausgeglichen, die dann doch noch bleiben wollten“, sagte Drühl.

Außerhalb der Zentren gibt es noch Unterkünfte an der Seenplatte

Außerhalb des Touristenzentrums und Heilbades gebe es aber noch Unterkünfte. Sie empfahl regionale Buchungsportale zu nutzen. „Mit einem Ferienhaus mit zwei Schlafzimmern sieht es im Augenblick aber eher schlecht aus“, erläuterte Wufka, dies werde langfristig gebucht. Für zwei Leute werde sich aber was finden.

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Wie Jedwillat beobachtet, hat ein Teil der neuen Urlauber andere Ansprüche als diejenigen, die schon öfter an der Seenplatte waren. Einige sind es gewohnt, ständig unterhalten zu werden, erklären die erfahrenen Touristiker. Manchmal höre man von solchen Gästen: „Eigentlich wären wir ja lieber am Mittelmeer oder in Kanada oder den USA“, gab Jedwillat wieder: „Es ist nicht leicht, solche Gäste zufriedenzustellen.“

Wetter eher durchwachsen - lange Schlangen vor Musseen und Bädern

Dazu sei das Sommerwetter eher durchwachsen, bei Museen und Spaßbädern gelten noch Einschränkungen und Gäste müssten sich anstellen. An der Seenplatte gestalten erfahrene Urlauber ihre Tage sonst meist selbst, was unter anderem Radfahren, Paddeltouren oder Naturwanderungen betrifft. 

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