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Seenplatte veröffentlicht Details zu Corona-Infektionen

Viele und möglichst genaue Daten sollen helfen, so lautet das Mantra der Corona-Krise. Doch im Kreis Mecklenburgische Seenplatte tat man sich schwer mit der Transparenz bei den Infektionszahlen. Nun wurden doch noch Daten veröffentlicht.
Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat inzwischen konkrete Infektionszahlen zu den einzelnen Ämtern und Städt
Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat inzwischen konkrete Infektionszahlen zu den einzelnen Ämtern und Städten veröffentlicht. Bernd Wüstneck/dpa/NK-Grafik
Neubrandenburg.

Während die coronabedingten Einschränkungen von Grundrechten und Alltag in allen Landkreisen nahezu identisch vonstattengingen, agierten Behörden an anderer Stelle sehr unterschiedlich. Dann nämlich, wenn sie ihr Handeln und die zahlreichen Verordnungen durch Daten untermauern sollten. In den Landkreisen Rostock und Mecklenburgische Seenplatte mauerte man lange gegen alle Anfragen, wie sich die nachgewiesenen Corona-Infektionen denn konkret auf die riesigen Landkreise verteilen.

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Kritik aus dem Kreistag

Selbst Mitgliedern des Kreistages der Seenplatte – die qua Amt das Verwaltungshandeln kontrollieren sollen – stellte man nur nach langem Zögern unvollständige und veraltete Daten zur Verfügung. „Vertrauen ist keine Einbahnstraße“, kritisierte Andreas Rösler, Vize-Chef der AfD-Fraktion im Kreistag. Die Bürger hätten, mit Blick auf die massiven Einschnitte, einen Anspruch auf einen transparenten Umgang mit Erhebungen und Zahlen. Damit könne man letztlich auch Gerüchten begegnen, die im Umlauf sind.

Die Daten, die es angeblich nicht gab

Nach monatelangem Zögern und der zwischenzeitlichen, offensichtlich falschen Behauptung, man verfüge gar nicht über ortsbezogene Infektionsdaten, hat man im Neubrandenburger Landratsamt nun überraschend umgeschwenkt. Auf eine erneute Anfrage des Nordkuriers antwortete die Pressestelle des Landkreises quasi wortlos mit detaillierten Daten.

Auffällige Zahlen im Norden der Seenplatte

Die Zahlen selbst bieten wenig Überraschungen. An der Seenplatte waren in den vergangenen Monaten keine konkreten Corona-Hotspots benannt geworden – etwa massenhafte Ausbrüche in Pflegeheimen, wie es sie zum Beispiel in Vorpommern gegeben hatte. Auch insgesamt sind die Zahlen – wie im ganzen Bundesland – vergleichsweise niedrig. Die hohen Zahlen in Neubrandenburg relativieren sich schnell, wenn man bedenkt, dass hier etwa ein Viertel der Bevölkerung des Kreises lebt. Etwas auffälliger sind die Zahlen für Dargun und Demmin. Letzteres könnte aber mit besagtem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim der benachbarten Gemeinde Tutow (Vorpommern-Greifswald) zusammenhängen. Hier waren auch Mitarbeiter betroffen, deren Infektionen statistisch am Wohnort erfasst wurden. Die Müritzregion und die Feldberger Seenlandschaft, Gebiete, die touristisch besonders frequentiert sind, zeigen dagegen keine Auffälligkeiten. Dabei sind Urlauber seit mehreren Wochen wieder willkommen.

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