HILFE FÜR TIERHEIM

Signal gegen Katzenjammer

Das Malchower Tierheim bekommt eine Finanzspritze von der Stadt. Während es in Malchow Unterstützung gibt, bleibt städtische Hilfe in Waren aber aus.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Das Malchower Tierheim kann sich über eine Spende freuen. Foto: Petra Konermann
Das Malchower Tierheim kann sich über eine Spende freuen. Foto: Petra Konermann Petra Konermann
Malchow.

Der Katzenjammer war groß in der Inselstadt Malchow. Mehr als 40 kranke und vernachlässigte Tiere wurden im August aus dem Abrisshaus gerettet und im Tierheim untergebracht. Jetzt gibt es einen Trost, denn das Malchower Tierheim bekommt eine Finanzspritze von 1000 Euro. Das haben Malchows Stadtvertreter mit großer Mehrheit bei der jüngsten Stadtvertretersitzung beschlossen. Durch die Aufnahme der Tiere, die Versorgung und die medizinische Behandlung sind Kosten entstanden, die das Tierheim finanziell überforderten.

Auch ein symbolischer Akt

Die Finanzspritze sei ein gemeinsamer Wunsch der Verwaltung und der Politik gewesen, sagte Malchows Bürgermeister René Putzar (parteilos). „Wir wollen damit auch ein Signal senden, dass Tiere nicht leiden dürfen, wenn ihre Besitzer finanziell nicht in der Lage sind, für sie aufzukommen“, sagte Putzar. Mirko Henschler von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen betonte, dass die zusätzlichen Mittel auch ein symbolischer Akt seien, um sich bei den vielen ehrenamtlichen Helfern zu bedanken.

Familie muss sich auch helfen lassen

„Es war zu viel für sie“, sagte Henschler Verwaltung und Politik zeigten auch Einigkeit darin, die Familie nicht aus dem Auge zu verlieren. „Hier ist Hilfe zur Selbsthilfe gefragt. Wir haben schon mit entsprechenden Vereinen Kontakt aufgenommen. Aber die Familie muss sich auch helfen lassen wollen“, sagte Putzar. Stadtvertreter Hans-Peter Weiß (FDP) hatte gefordert, die Familie zu unterstützen.

Katzen in Waren wohl ausgesetzt

Als Katzenjammer in Reinkultur könnte Sophie Gödecker das Verhalten beschreiben, das der Tierschützerin und weiteren Mitstreitern der Initiative „Müritzer für Tiere“ zuteil geworden ist. Beschimpfungen und Bedrohungen gehörten nach ihren Schilderungen auch zum jüngsten Einsatz auf dem Warener Papenberg. Seit vergangenem Herbst hält sich eine Mutterkatze im Warener Birkenweg auf. Höchstwahrscheinlich wurde sie dort ausgesetzt, erzählt Sophie Gödecker.

Mann erschien mit Baseballschläger

Vor einigen Wochen wurde die Tierschützerin abermals informiert: Der Stubentiger samt vierfachem Nachwuchs halte sich in einem Neubaublock auf. „Wir fanden die Babys in einem verschlossenen Kellerabteil vor. Der Eigentümer des Kellers bedrohte uns mit einem Baseballschläger, sagte, wir sollen verschwinden und die Katzen in Ruhe lassen, er wolle die Babys zahm bekommen und dann vermitteln“. Ein Bewohner aus dem Nachbarblock füttert das Quintett zunächst abends im Dunkeln. Bis eines der Jungtiere verschwand und zwei von ihnen tot aufgefunden wurden. Hat hier jemand dem Katzentreiben ein Ende gesetzt?

Malchower Tierheim hilft

Das Problem zweier verbleibender unkastrierter Samtpfoten wird nun mit Unterstützung des Tierheims Malchow gelöst. Dort übernimmt man die Kastrationskosten für das Muttertier. Die Tierschutzinitiative beteiligt sich an den Gesamtkosten, die bei rund 100 Euro liegen, mit 30 Euro. Für das Jungtier ist noch keine Lösung in Sicht. Genauso wenig wie für die Unterbringung. Ziel sei eine Vermittlung beziehungsweise Ansiedlung an einem Futterplatz.

Stadt Waren erteilt Absage

Die Initiative „Müritzer für Tiere“ befindet sich in Geldnot. Finanzielle Unterstützung hatte man sich unter anderem von der Stadt Waren erhofft. Diese erteilte Sophie Gödecker eine Absage. Das Antwortschreiben liegt der Redaktion vor. Für Tierschutz sei der Landkreis zuständig, heißt es darin. Daher gebe es kein Geld aus Waren. Darüber hinaus bestünde kein Erstattungsanspruch hinsichtlich der Versorgung und Kastration der Katzen, da es sich nicht um Fundtiere handele.

"Tiere sind nicht herrenlos"

Nach der Erfahrung des Warener Ordnungsamtes seien die meisten aufgefundenen Katzen Haustiere und somit nicht besitz- oder herrenlos. „Mit dem Besitzer des Kellers gibt es eine Person, die, sofern es sich doch um Fundtiere handelt, diese in ihren Besitz genommen zu haben scheint“, schreibt Sven Sikatzki vom Amt für Bürgerdienste.

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