CAMPER-ZOFF

Silzer Dauercamper hoffen auf Kompromiss

Noch sind die Gemüter erregt. Aber es keimt Hoffnung, dass zumindest Gesprächsbereitschaft besteht - auf beiden Seiten. Fakt ist, die neuen Verträge werden jetzt zugesandt. Inwiefern daran zu rütteln ist, wird sich zeigen.
Elke Enders Elke Enders
Vielleicht ein Zeichen der Annäherung, dass beide so nah beieinander stehen? Dr. Uwe Müller von der Vorstandsseite und Manfred Puls, der die Interessen der Dauercamper vertritt, sprachen nach der Versammlung noch eine Weile miteinander.
Vielleicht ein Zeichen der Annäherung, dass beide so nah beieinander stehen? Dr. Uwe Müller von der Vorstandsseite und Manfred Puls, der die Interessen der Dauercamper vertritt, sprachen nach der Versammlung noch eine Weile miteinander. Elke Enders
Manfred Puls vertrat die Interessen der Dauercamper als benannter Sprecher.
Manfred Puls vertrat die Interessen der Dauercamper als benannter Sprecher. Elke Enders
Blick auf den Fleesensee, hier die Badestelle im Heidepark Silz.
Blick auf den Fleesensee, hier die Badestelle im Heidepark Silz. Elke Enders
Die Zufahrt zum Campingplatz: Wer die Schranke passieren will, muss gemeldet sein.
Die Zufahrt zum Campingplatz: Wer die Schranke passieren will, muss gemeldet sein. Elke Enders
Viele der Dauercamper haben sich über die Jahre quasi häuslich eingerichtet und auch Überdachungen für ihre Wohnwagen  gebaut - alles in Absprache und genehmigt, wie es seitens der Camper heißt.
Viele der Dauercamper haben sich über die Jahre quasi häuslich eingerichtet und auch Überdachungen für ihre Wohnwagen  gebaut - alles in Absprache und genehmigt, wie es seitens der Camper heißt. Elke Enders
Silz.

Die Fronten bleiben verhärtet. Und doch klingt der Ton sachlicher. Was die Dauercamper in Silz angeht, die jetzt von ihrem Betreiberverein, dem „Heidepark Silz e.V.“, die Kündigung ihrer teils langjährigen Pachtverträge erhielten (der Nordkurier berichtete), will noch keine Ruhe einkehren. Auch bei der jüngsten Versammlung, die diesmal vom Vereinsvorstand anberaumt wurde, war das Zelt gleich neben der Gaststätte dicht gefüllt. Und die Stimmung blieb aufgeheizt, auch nachdem Dr. Uwe Müller, der Vereinsvorsitzende, den Versuch unternommen hatte, die neuen Vertragsdaten zu erklären. Müller gab an, die Pachten transparenter gestalten zu wollen und nach einheitlichen Richtlinien. Momentan gebe es noch eine Art Wildwuchs. Die Camper würden über unterschiedliche Verträge verfügen, die zwar mit dem alten Vorstand so ausgehandelt waren, aber aus Sicht des Vorstands wenig gerecht seien.

Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel und zu erwartende Neuverpachtungen von Parzellen wolle der Verein die neuen Tarife nach fest definierten Parametern gestalten. So wird bei den Preis-Kategorien unterschieden nach Grundstücksgrößen von bis zu 130 Quadratmetern, bis zu 170 Quadratmetern und bei letzterer Kategorie alles, was über 170 Quadratmeter hinaus geht – wobei auch künftig die Personenzahl, die Anzahl der Wohnwagen, Bootstrailer und mitgebrachten Autos eine Rolle spielen wird. Auch wer zu Besuch kommt, muss einen Obolus entrichten.

Für die Dauercamper bedeutet das, dass sie teilweise erhebliche Pachtsteigerungen in Kauf nehmen müssen. Einige zahlen allerdings künftig auch weniger, führte Müller an. Angesprochen auf Vergünstigungen für Schwerbeschädigte versprach Müller, sich diesbezüglich Gedanken zu machen. „Das ist ein Thema, das wir bislang nicht auf dem Schirm hatten“, räumte er ein. Ansonsten zeigte er sich hart, was eine mögliche Rücknahme der Kündigungen für die Altverträge anging. „Die neuen Verträge werden jetzt zugeschickt, dann kann jeder entscheiden, ob er unterschreibt oder seinen Widerspruch aufrechterhält“, äußerte er.

360 Parzellen gibt es auf dem Campinggelände

„Also friss oder stirb“, raunte es aus der Menge.  Manfred Puls, der die Camper vertrat und als deren Sprecher agierte, bemühte sich allerdings, das Gespräch weiter auf sachlicher Ebene zu führen. Für ihn komme nur ein Kompromiss infrage. Man wolle, dass man sich auf Augenhöhe begegnet. Beide Seiten bekundeten, dass es nur so sein kann, dass man sich auch künftig noch in die Augen sehen kann: die Ferienhaus-Besitzer, die den Verein bilden und den Campingplatz von der Gemeinde zur Bewirtschaftung gepachtet haben. Und die Dauercamper auf der anderen Seite, die seit Jahren hier ihre Parzellen pflegen und sich auf langfristige Nutzung eingerichtet haben. „Mein Ziel war es, eine moderatere Herangehensweise zu finden“, erläuterte Manfred Puls, der in Thüringen zu Hause ist und seit 1988 auf dem Platz.

360 Parzellen, im Schnitt mit vier Personen belegt, gibt es auf dem Campinggelände, das sich am Ufer des Fleesensees entlangstreckt. „Das ist auch schon ein Potenzial, das eine Kaufkraft darstellt“, sagte Manfred Puls im Nordkurier-Gespräch. Während der Versammlung bot er an, dass die Camper durchaus bereit seien, für den Fall, dass der Verein auf mehr Einnahmen angewiesen sei, Pachtsteigerungen in Kauf zu nehmen. Allerdings in Etappen. „Im ersten Jahr 50 Euro, dann vielleicht nochmal 30 und dann 20“, machte Puls eine Beispielrechnung auf. Er plädierte dabei dafür, die bisherigen Verträge aber als Basis zu nehmen. Denn auch die seien nicht aus der Luft gegriffen, sondern zustande gekommen, unter anderem weil sich manche Camper über kürzere Zeit, andere über einen viel längeren Zeitraum auf dem Gelände aufhielten. So war es mit dem alten Vorstand abgestimmt worden. 

Der Sprecher der Dauercamper hofft nun auf weitere Gesprächsbereitschaft seitens des Vorstandes. Dieser zeigte sich auf gleicher Wellenlänge, was die Ansicht eines moderateren Umgangs miteinander angeht. Was die Vertragsgestaltung betrifft, verwies Müller allerdings auf wirtschaftliche Interessen. Er ließ durchblicken, dass er nicht vorhabe, von der beabsichtigten Neufassung der Tarife abzugehen.

 

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