FUSION-FESTIVAL

So lässig geht es bei der Polizei zu

Zum Auftakt der Fusion 2019 in Lärz gab es auf dem Gelände noch keine nennenswerten Ereignisse, sagen die Sicherheitskräfte.
Simon Voigt Simon Voigt
Kathrin Jähner, Sprecherin der Polizeiinspektion Neubrandenburg und ein diensthabender Polizist beantworten Fragen.
Kathrin Jähner, Sprecherin der Polizeiinspektion Neubrandenburg, und ein diensthabender Polizist beantworten Fragen. Simon Voigt
In der mobilen Wache hat die Polizei zwei Bearbeiterplätze und ist direkt mit dem Polizeicomputer verbunden.
In der mobilen Wache hat die Polizei zwei Bearbeiterplätze und ist direkt mit dem Polizeicomputer verbunden. Simon Voigt
Die mobile Wache der Polizei auf der Fusion 2019. Das Interesse der Medien ist groß.
Die mobile Wache der Polizei auf der Fusion 2019. Das Interesse der Medien ist groß. Simon Voigt
Im Notfall will die Polizei nah an den Besuchern der Fusion sein.
Im Notfall will die Polizei nah an den Besuchern der Fusion sein. Simon Voigt
Sascha Hoeldtke ist seit vielen Jahren bei der Fusion für die Sicherheit verantwortlich.
Sascha Hoeldtke ist seit vielen Jahren bei der Fusion für die Sicherheit verantwortlich. Simon Voigt
Lärz.

Sascha Hoeldtke fasst die Lagebesprechung vom Donnerstag in wenigen Worten zusammen: „Es gibt keine Ereignisse.” Der breitschultrige Berliner ist seit vielen Jahren bei der Fusion für die Sicherheit verantwortlich. In diesem Jahr, das war eine Auflage der Behörden, gibt es jeden Tag diese Konferenzen zwischen Fusion-Sicherheitsleuten, Feuerwehr, Ordnungsamt und der Polizei.

Viele Menschen aus dem Umfeld der Fusion hatten sich bereits über die neuen Auflagen in diesem Jahr beklagt, doch die Lagebesprechung hält Hoeldtke für eine gute Sache. „So bleiben wir in Kontakt, auch wenn meistens nüscht passiert.” Die schlimmste Gefahr, schätzt er nach gut 18 Jahren Erfahrung auf dem Festival ein, sind immer Wetterereignisse.

Die Polizei ist in diesem Jahr erstmals mit einer mobilen Wache auf dem Festival vertreten. Allerdings stehen die beiden Container und ein Wohnmobil nicht mitten im Geschehen, sondern ein wenig außerhalb. Bis Donnerstagmittag waren dort noch keine Anzeigen von Festivalbesuchern eingegangen, sagt Kathrin Jähner, Sprecherin der Polizeiinspektion Neubrandenburg. „Einige neugierige Besucher sind aber schon zum Gucken vorbeigekommen.”

Polizei hat vor allem ihre Gartenstühle eingesetzt

Die Wache wird noch bis zum 3. Juli betrieben und ist rund um die Uhr besetzt. Wie viele Polizisten vor Ort sind, will die Sprecherin aus einsatztaktischen Gründen nicht sagen. Die Veranstalter der Fusion gehen von sechs bis acht Polizisten aus.

Die Container hatte sich die Polizei extra von den Kollegen aus Niedersachsen geliehen. Sie sind mit zwei Arbeitsplätzen ausgestattet, um Anzeigen aufzunehmen. Die Computer sind direkt mit der Einsatzzentrale verbunden. Bislang hatten die Beamten vor Ort aber offenbar vor allem ihre Gartenstühle vor dem Wohnmobil, dem Pausenraum, eingesetzt.

„Wir wollen für die Besucher da sein”, sagt Jähner. Bei einem Unwetter wäre die Polizei in der Lage, schnell Kräfte aus der Umgebung zusammenzuziehen, sollte deren Hilfe nötig sein. Die Polizei werde grundsätzlich deeskalierend auftreten, kündigt sie an. Veranstalter und Polizei hatten sich lange über das Sicherheitskonzept gestritten. Mit der Wache, so Jähner, sei ein guter Kompromiss gefunden worden. Dabei lässt sie offen, ob de Polizei in den nächsten Jahren ihre Präsenz noch ausbauen könnte. Oder wieder verkleinern.

Bisher keine Beschwerden von Fusion-Besuchern

Auch Martin Eulenhaupt vom Kulturkosmos-Verein zeigt sich vom Kompromiss zufrieden. Auch von Besuchern habe er bislang keine Beschwerden vernommen.

Laut Sicherheitschef Hoeldtke ist das Sicherheitskonzept der Fusion mit den Jahren immer weiter gewachsen. Vor ein paar Jahren geriet es an seine Grenzen, als 10.000 oder gar 20.000 Besucher ohne Ticket angereist waren und das Festival hoffnungslos überfüllt war. „Unsere Infrastruktur war zusammengebrochen“, so Hoeldtke. „Das Festivals stand kurz vor dem Kollaps.“ Als Reaktion wurde der Zaun um das Gelände massiv verstärkt, die Ordnungskräfte greifen seit dem mitunter hart durch, wenn Gäste ohne Ticket versuchen, auf das Gelände zu gelangen. Dies habe Wirkung gezeigt: Die Zahl der Fusionisten ohne Ticket sei inzwischen wieder gesunken. „Im Interesse aller Gäste mussten wir uns einzäunen“, sagt er.

Aktuell sind auf der Fusion 200 Security-Mitarbeiter und 400 weitere Ordner unterwegs.

 

 

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