Testpflicht für Ungeimpfte

So läuft’s mit 3G am Arbeitsplatz bei Firmen an der Müritz

Wer nicht geimpft oder genesen ist, der muss ab dieser Woche einen Corona-negativ-Nachweis mit zur Arbeit bringen. Doch ist das überhaupt praktikabel?
Ab Mittwoch müssen Arbeitnehmer einen Impfnachweis bringen oder sich testen lassen.
Ab Mittwoch müssen Arbeitnehmer einen Impfnachweis bringen oder sich testen lassen. Oliver Berg
Waren

Für Ungeimpfte wird es ab dieser Woche am Arbeitsplatz ungemütlicher. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss ab heute seinem Chef ein Testzertifikat vorlegen. Doch wie gehen Unternehmen in der Region nun mit der 3G-Regelung um? Das Thema scheint für viele unangenehm zu sein, denn etliche Presseanfragen bei größeren Firmen verschiedener Branchen, darunter auch eine städtische Tochterfirma, blieben am Dienstag trotz Nachfrage und mehreren Stunden Zeit unbeantwortet.

Auskunftsfreudig hingegen war der Bärenwald Müritz. Das Gros der insgesamt 25 Kollegen, rund 90 Prozent des Teams, sei inzwischen geimpft. „Die allermeisten haben einen vollständigen Impfstatus. Im Moment bemühen wir uns um einen Termin für die Booster-Impfung für die Kollegen, die das wünschen“, informiert Bärenwald-Sprecherin Petra Konermann.

Die Einhaltung der 3G-Regelungen am Arbeitsplatz sei dem Bärenwald sehr wichtig, denn es gelte, nicht nur die Besucher vor einer Ansteckung zu schützen, sondern auch das Team, vor allem die Tierpflegerinnen, die sich an jedem einzelnen Tag um die 15 Bären kümmern. „Deshalb hatten wir zum Beispiel im zurückliegenden Lockdown das Team in zwei Gruppen geteilt, die ohne Kontakt zueinander im Wechsel im Dienst waren. Das war eine vorbeugende Schutzmaßnahme, um jederzeit die Versorgung unserer Bären sicher stellen zu können“, erklärt Petra Konermann.

Kreishandwerkerschaft mit Kritik

Kritisch sieht die Kreishandwerkerschaft in der Seenplatte mit Sitz in Stavenhagen die 3G-Regel. Wie Chefin Aurelia Lange auf Nordkurier-Nachfrage sagte, sei Betrieben diese Verantwortung trotz grundsätzlicher Fürsorgepflicht nicht zuzumuten. Lange sieht in der Regelung außerdem einen „Weg zu einer versteckten Impfpflicht“, indem etwa durch tägliches Testen zusätzliche Hürden für ungeimpfte Mitarbeiter entstünden.

Die Kreishandwerkerschaft als Interessenvertretung der Handwerksbetriebe in der Mecklenburgischen Seenplatte stört insbesondere die Aussicht, dass „die Regierung den Impfdruck an die Geschäftsinhaber abwälzt und Arbeitgeber gezwungen werden, Impfdruck unter ihren Angestellten aufzubauen“.

Hohe Impfquote bei Wogewa

Bestens gewappnet für die 3G-Regelung am Arbeitsplatz sieht sich die Wohnungsbaugesellschaft Waren (Wogewa). Seit vergangenem Donnerstag habe man sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und auch die aktuell 47 Mitarbeiter bezüglich der bevorstehenden 3G-Regelung umfassend informiert, sagt Wogewa-Geschäftsführerin Kristin Görlach. Zweimal wöchentlich mache man den Arbeitnehmern ein Testangebot. „Bei einer Impfquote der Belegschaft von mehr als 85 Prozent trifft es nur noch wenige Mitarbeiter, die täglich einen Nachweis erbringen müssen. Dies ist organisiert und wird auch freiwillig durch die aktuell sechs Kollegen beigebracht. Alle Mitarbeiter gehen bereitwillig mit der Informations- und Nachweispflicht an den Arbeitgeber um“, sagt Kristin Görlach.

Die hohe Impfquote in der städtischen Tochterfirma sei laut Kristin Görlach nicht zuletzt durch einen vom Unternehmen organisierten Impftermin im Sommer diesen Jahres zurückzuführen. Die 3G-Regel gebe in Anbetracht des aktuell sehr hohen Infektionsgeschehens eine zusätzliche Sicherheit. „Für Arbeitgeber bedeutet dies einen erhöhten Dokumentationsaufwand, den wir allerdings gern auf uns nehmen“, sagt Kristin Görlach.

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