HERBST 1989

So soll das zweite Wende-Denkmal an der Müritz aussehen

Die Gruppe, die sich für ein Zeichen der Erinnerung an die mutigen Warener der Friedlichen Revolution 1989 einsetzt, ist ein paar Schritte weitergekommen. Denn jetzt gibt es schon einen ersten Entwurf.
Dieses kleine Modell zeigt, wie das spätere Kunstwerk einmal aussehen und wirken würde.
Dieses kleine Modell zeigt, wie das spätere Kunstwerk einmal aussehen und wirken würde. Christian Holz
Keramikmeister Franz Poppe will das Denkmal aus Edelstahl und Ton gestalten.
Keramikmeister Franz Poppe will das Denkmal aus Edelstahl und Ton gestalten. Petra Konermann
Waren.

Sechs Kerzen, unterschiedlich groß und ganz dicht nebeneinander stehend. So soll das zweite Denkmal aussehen, das an den Mut der Warener Bürger bei der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 erinnern soll. Der Warener Keramikmeister und Zeitzeuge Franz Poppe hat seinen Entwurf kürzlich in einer kleinen Runde vorgestellt.

Bürger fordern Denkmal

Den Anstoß für das Kunstwerk hat Gisela Dunker gegeben. Die Ärztin aus Waren hat wie viele Zeitzeugen mit großem Interesse die Feierlichkeiten zum 30-jährigen Jubiläum der Friedlichen Revolution im vergangenen Herbst verfolgt. Doch mit der Einbeziehung und Beteiligung der Warener Bürger war sie gar nicht zufrieden. Im Oktober wird 30 Jahre Einheit gefeiert und bis dahin möchten Gisela Dunker und weitere Unterstützer den Mut der Warener, die trotz Stasi-Bespitzlung und Gefahr von Repressalien und Verhaftung zur Demo aufriefen, in Art eines Warener Denkmals gewürdigt wissen. Beim ersten Treffen im Februar wurden bereits Ideen ausgetauscht und nun fand kürzlich das zweite Treffen statt.

Meterhohe Erinnerung

Die höchste Kerze der Gruppe soll nach Vorstellung von Franz Poppe zwei Meter groß sein mit einer aus Ton gestalteten Flamme. Die Kerzengruppe soll links vor dem Südportal der Marienkirche neben der gepflasterten Zuwegung auf einem etwa 2,5 Meter durchmessenden, gepflasterten Kreis stehen. Davor soll eine Bronzetafel mit der Inschrift „Herbst 1989“ und eine Informationstafel in Höhe der Glocken neben der Marienkirche aufgestellt werden.

Das geplante Denkmal möchten Gisela Dunker und ihre Mitstreiter nicht als Konkurrenz zum Erinnerungszeichen „Perspektiven zur Freiheit“ verstanden wissen, das noch in diesem Jahr an der St. Georgenkirche errichtet wird. Außerdem ist es den Initiatoren wichtig, dass aufgrund der Standortwahl nicht der Eindruck entstehen sollte, dass ein kirchliches Denkmal geplant wird. „Christen und Nichtchristen sind damals gemeinsam auf die Straße gegangen. Das soll in Erinnerung bleiben“, sagte Gisela Dunker dem Nordkurier.

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