WASSER-NACHFRAGE EXPLODIERT

So trotzen die Müritzer der Hitze-Welle

Die Hitze hat auch die Müritzregion fest im Griff. Der Nordkurier hat sich in Waren einmal umgehört, wie die Leute mit dem bombastischen Wetter klarkommen.
Nadine Schuldt Nadine Schuldt
Die beiden Warenerinnen machen es richtig: Aileen Klein (l.) und Lena Wesener sonnen sich im Volksbad und genießen dort das k
Die beiden Warenerinnen machen es richtig: Aileen Klein (l.) und Lena Wesener sonnen sich im Volksbad und genießen dort das kühlende Wasser. Nadine Schuldt
Brunnen statt Baden: Leandra Brandau kühlt sich im Brunnenwasser auf dem Neuen Markt in Waren.
Brunnen statt Baden: Leandra Brandau kühlt sich im Brunnenwasser auf dem Neuen Markt in Waren. Nadine Schuldt
Melissa Ismayilova hat gut zu tun: Die Leute bestellen in der Pizzeria Rialto bei den heißen Temperaturen mehr Eis statt Pizz
Melissa Ismayilova hat gut zu tun: Die Leute bestellen in der Pizzeria Rialto bei den heißen Temperaturen mehr Eis statt Pizza. Nadine Schuldt
Auch auf dem Wasser kann man Spaß haben: Die achtjährige Emily Schröter lernt an der Kuhtränke das Stand-Up-Paddeln.
Auch auf dem Wasser kann man Spaß haben: Die achtjährige Emily Schröter lernt an der Kuhtränke das Stand-Up-Paddeln. Nadine Schuldt
Waren.

Bei Temperaturen von 30 Grad Celsius und mehr bleibt der Warener Stadtwerke-Mitarbeiter Udo Reimer ganz cool. „Über einen Wassermangel brauchen wir uns keine Sorgen machen“, sagte Reimer, Abteilungsleiter Gas, Wasser, Fernwärme. Das Wasser werde aus 160 Meter Tiefe geholt und bilde sich dort im Laufe der Jahre wieder nach.

Besonders im Sommer verzeichnen die Stadtwerke einen enormen Anstieg des Wasserbedarfs: Wurden im ganzen Januar 135.000 Kubikmeter Wasser in Waren und der näheren Umgebung verbraucht, stieg die Menge bereits im Juni um rund 40 Prozent auf 190.000 Kubikmeter an.

Den Mehrbedarf merken die Stadtwerke auch täglich: Von Dienstag zu Mittwoch habe es ab 8  Uhr einen Anstieg um 20 Prozent auf 300 Liter pro Stunde gegeben. „Es ist möglich, dass die Leute in den Morgenstunden noch einmal ihr Grundstück wässern, bevor die Sonne vom Himmel brennt“, sagte Reimer. Auch in den Abendstunden, wenn die Leute von der Arbeit kommen, steige der Wasserverbrauch noch einmal an, so der Stadtwerke-Mitarbeiter.

Volksbad jeden Tag rappelvoll

Hoch im Kurs steht das kühlende Nass auch bei den Steppkes im Warener Volksbad. Sie können vor allem von der Rutsche nicht genug bekommen: Auf jeder Stufe steht ein Knirps, um über die viele Meter lange Bahn ins Wasser zu gleiten. Auch die große Rasenfläche ist mit Strandlaken oder -muscheln und Sonnenschirmen voll. „Wir hatten am Dienstag und Mittwoch jeweils 1500 Besucher“, sagt Jörg Felgner, einer der beiden Rettungsschwimmer im Volksbad. Er gehe davon aus, dass auch in den kommenden heißen Tagen so viele Menschen ins Volksbad strömen werden. Bis jetzt sei noch niemand wegen der Hitze zusammengebrochen. „Es kommen viele Familien mit Kindern hierher, die wissen aufzupassen“, sagt Felgner.

Auch das Warener Krankenhaus verzeichnet noch kein erhöhtes Aufkommen von Patienten mit Kreislauf-Beschwerden, teilte Kliniksprecherin Jenny Thoma mit. Bei der Hitzewelle im Juni seien die Beschwerden ebenfalls nicht auffällig hoch gewesen. Die Menschen schützten sich gut. Dennoch empfehle sie, tagsüber sportliche Aktivitäten zu vermeiden. Zudem sollten ältere Leute die Fenster tagsüber schließen, ihre Räume verdunkeln und viel, viel trinken.

Müritz-Klinikum spendiert Mitarbeitern Eis

Um ihre Patienten vor der starken Sonneneinstrahlung zu schützen, werden am Klinikgebäude die Außenjalousien rechtzeitig herunter gefahren. Darüber hinaus stehen den Patienten auch zu jeder Tag- und Nachtzeit ausreichend Getränke zur Verfügung. Das gelte auch für die Mitarbeiter. Darüber hinaus konnten sich die Klinikmitarbeiter auch über eine weitere Aufmerksamkeit freuen. „Weil sie kein Hitzefrei erhalten, gab es ein kostenloses Eis“, sagte Jenny Thoma.

Nicht nur dort, auch in den Cafés und Restaurants im Heilbad ist die kühle Schlemmerei stark gefragt. „Pro Tag verkaufen wir 150 bis 200 Liter Eis“, sagte etwa Marco Schrabelli, Chef der Pizzeria Rialto. Eis werde sogar mehr nachgefragt als Pizza- oder Spaghetti-Gerichte. Bei ihnen seien alle Eissorten beliebt. Bei den heißen Temperaturen werde auch mehr getrunken – statt kleiner werden nun große Gläser mit Cola, Bier oder auch Cocktails geordert. Die meisten Gäste kommen zwischen 18 und 20 Uhr. Für ihn ist das verständlich – tagsüber seien die meisten Leute einfach am Strand.

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