SONDER-AUSSTELLUNG

Spielzeugtiere aus der Sowjetunion im Müritzeum

Im Erlebniszentrum kann ein ganzer „Zoo“ von besonderen Wesen bestaunt bewerden. Und die Tiere stammen sozusagen alle aus Moskau. Oder aus dem ehemaligen Leningrad.
Die Spielzeugtiere sind farbenfroh und haben eine eigene Formsprache.
Die Spielzeugtiere sind farbenfroh und haben eine eigene Formsprache. Weinhold/Köpcke
Waren.

Sie muten ein wenig fremd und doch irgendwie lustig an, die Plastik- und Gummitiere der Sonderschau „ZOO MOCKBA – Aufbruch in die Moderne – Sowjetisches Industriedesign“. Unter den Exemplaren befinden sich sowohl „Exoten“ wie Elefanten, Nilpferde und Affen als auch heimische Wesen wie Frösche.

Die Künstler hinter dem „Zoo Moskau” werden vorgestellt

Der „Zoo Moskau“ ist ab Samstag im Müritzeum zu erleben und präsentiert dann Spielzeugtiere von 1950 bis 1980 im Industriedesign der Sowjetunion. Dabei werden neben Tieren aus Zelluloid, Polyetylen und Gummi auch handgefertigte Entwurfsmodelle für Spielzeugtiere zu sehen sein.

Viele Objekte lassen sich konkreten Künstlern zuordnen, die mit ihrer Biografie in der Ausstellung vorgestellt werden, heißt es in einer Mitteilung des Müritzeums. Die Objekte und Informationstafeln werden mit großformatigen Fotografien einzelner Spielfiguren und Figurengruppen ergänzt. Sie machen die gestalterische Qualität dieser Industrieprodukte augenscheinlich.

Die Macher der Sonderschau sind die Sammlungsfotografen Volker Weinhold und Sebastian Köpcke. Bei ihren Arbeiten für Museen und Institutionen lernten die beiden Fotografen auchDaria Soboleva kennen. Sie ist Restauratorin und Pädagogin am Museum der Kindheit in St. Petersburg (ehemals Leningrad). Dort gibt es Spielzeug, dass vor vielen Jahrzehnten in der Sowjetunion entstand.

Rückblick auf die Leningrader Kunsthochschule von 1950

Damals, etwa ab Mitte der 1950er Jahre, wagten Absolventen der Leningrader Kunsthochschule den Aufbruch in die Moderne. In der sowjetischen Spielzeugindustrie boten sich zu der Zeit gestalterische Freiräume, um Neues auszuprobieren und eine eigene Formsprache zu entwickeln, in der Zeitgeist und ein neues Lebensgefühl ihren selbstbewussten Ausdruck fanden, erklären die Ausstellungsmacher.

Viele der bunten Spielfiguren sind große Kunst für kleine Kinder, Skulpturen aus Plastik, die ein traditionsreiches kulturelles Erbe in sich tragen. Gemeinsam versuchen die Sammlungsfotografen und Daria Soboleva mit der Ausstellung, den kulturellen Wert der sowjetischen Spielsachen in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Die Sonderschau, deren Start aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden musste, ist nun vom 23. Mai bis zum 25. Oktober zu den jeweiligen Öffnungszeiten zu sehen. Das Müritzeum hat auch am Pfingstmontag geöffnet.

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