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Anzeige gegen Ex-Awo-Chef erstattet

Nach seinem abrupten Abgang als Geschäftsführer der Awo Müritz schlug die neue Nachricht einen Tag später wie ein Blitz ein: Peter Olijnyk wird sich möglicherweise wegen Untreue vor Gericht verantworten müssen.

Der damalige Geschäftsführer des Kreisverbandes Müritz der Arbeiterwohlfahrt, Peter Olijnyk, steht Ende April 2016 im Rohbau des neuen Awo-Wohnen- und-Pflegezentrum in Röbel.
Nadine Schuldt Der damalige Geschäftsführer des Kreisverbandes Müritz der Arbeiterwohlfahrt, Peter Olijnyk, steht Ende April 2016 im Rohbau des neuen Awo-Wohnen- und-Pflegezentrum in Röbel.

Gegen den ehemaligen Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo), Peter Olijnyk ist Strafanzeige erstattet worden. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Andreas Lins aus Neubrandenburg am Dienstag auf Anfrage des Nordkurier. Demnach werde wegen des Verdachts der Untreue gegen den langjährigen Mann an der Spitze der Arbeiterwohlfahrt an der Müritz ermittelt. Lins ließ offen, wer Olijnyk angezeigt hat. Nach Recherchen unserer Zeitung soll das bereits im Juni geschehen sein.

„Das höre ich zum ersten Mal und kann es gar nicht glauben“, zeigte sich Götz-Peter Lohmann, Vorstandsvorsitzender der Awo Müritz, konsterniert. Dass ausgerechnet er, der noch am Vorabend beim Awo-Kreisausschuss die Verbandsspitze und Mitglieder an einem Tisch hatte, um den Geschäftsführer-Wechsel zu verkünden, nichts davon wusste, das habe ihn sehr erstaunt. Aber letztlich werde sich herausstellen, was genau Peter Olijnyk vorgeworfen werde und was da dran sei.

„Man darf bei allen Diskussionen seine Verdienste für die Entwicklung der Awo nicht vergessen“, meinte Lohmann. Dass die beiden Parteien, Awo und Olijnyk, ihre Anwälte eingeschaltet haben, das sei kein Geheimnis und nicht unüblich in solchen Situationen des Wechsels. „In diesem Zusammenhang habe ich in diesen Tagen gehört, dass die Chancen wohl gut stehen, dass zu einer Einigung kommt“, berichtet Lohmann weiter.

Ahnungslos zeigte sich auch Awo-Landeschef Rudolf Borchert zu den Untreue-Vorwürfen seines Kollegen. Betonte aber nach wie vor, dass an den kursierenden Gerüchte, wonach dem Abschied Olijnyks ein intensiver Streit zwischen Geschäftsführung und ehrenamtlichem Vorstand voraus gegangen sei, nichts dran sei. „Damals, vor einem halben bis Dreivierteljahr gab es auch keine Meinungsverschiedenheiten. Die haben sich erst in den letzten Wochen herauskristallisiert“, so Borchert gegenüber dem Nordkurier. Der Geschäftsführerwechsel sei lange geplant gewesen. Zudem sei dem 68-jährigen Olijnyk der Ruhestand gegönnt.

Zu Wochenbeginn war bekannt geworden, dass Peter Olijnyk als Geschäftsführer der Awo Müritz zurückgetreten ist. Die Awo Müritz ist einer der größten regionalen Arbeitgeber. Olijnyk und Borchert gehören zu den Gründungsmitgliedern des Kreisverbandes im Jahre 1993. Olijnyk hatte die Organisation in den vergangenen Jahren stark ausgebaut und auch in jüngster Zeit immer wieder Pläne präsentiert. Er war allerdings – auch in den eigenen Reihen – nicht immer ganz unumstritten. Peter Olijnyk war trotz mehrmaliger Versuche für unsere Zeitung noch nicht zu erreichen.