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Stadt bekennt sich zum ÜAZ

Das ÜAZ steckt in ernsten Schwierigkeiten.
Das ÜAZ steckt in ernsten Schwierigkeiten.
NK

Das Bildungszentrum will für die Zukunft nicht schwarzsehen. Sein Geschäftsführer erkennt jedenfalls Licht am Ende des Tunnels. Die Stadt ist dagegen skeptisch.

Die Kuh scheint noch nicht vom Eis. Eine Insolvenz und eine damit verbundene Vereinsauflösung des Überregionalen Ausbildungszentrums (ÜAZ) in Waren sei nach wie vor nicht ausgeschlossen, sagt Warens Bürgermeister, Norbert Möller (SPD). Der Verein habe zwar in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, um eine Insolvenz abzuwenden und befinde sich auf dem Weg der Besserung. Dennoch besitze er keinerlei Rücklagen und könnte in ernste Schwierigkeiten geraten, sollten auf ihn unvorhergesehene Ausgaben zukommen, fügt er hinzu. Deswegen fassten nun die Stadtvertreter im Hauptausschuss einstimmig einen Grundsatzbeschluss zum ÜAZ-Standort. „Wie es im Paragraf zwölf der ÜAZ-Satzung steht, fallen die ÜAZ-Grundstücke bei einer Vereinsauflösung an die Stadt Waren zurück und wir werden dieses Vermögen annehmen“, sagt er.

Sollte die Stadt dieses Recht nicht ausüben, würde ein Dritter die Grundstücke erwerben, fügt Andreas Jadatz hinzu. Der Geschäftsführer des ÜAZ setzt seit mehreren Monaten alles in Bewegung, um den Verein wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen. Ob er jedoch in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt werde, stehe bisher noch nicht fest. Fakt ist jedoch: Im Falle der Fälle würde die gGmbH nur mit dem Stammkapital bei den Gläubigern haften, der Verein hingegen mit seinem ganzen Vermögen. Für Jadatz könnte eine gGmbH allerdings auch als zusätzliche Tochter des ÜAZ bestehen. „In einer gGmH könnte die Stadt als ein möglicher Gesellschafter ihre Vorstellungen konkreter einbringen und hätte ein stärkeres Mitspracherecht“, sagt Andreas Jadatz.

Bildung statt Disko

Schon seit einigen Monaten wird in intensiven Gesprächen zwischen Stadt, ÜAZ und anderen Entscheidungsträgern, wie der Kommunalaufsicht, über die Zukunft des ÜAZ beraten. „Wir sind jetzt schon dabei, das Unternehmenskonzept zu überarbeiten“, sagt Jadatz. Darin werden dann die inhaltlichen Schwerpunkte festgezurrt, aber auch geprüft, ob es sich lohnt, den Standort Stavenhagen zu halten.

„Zum Inhalt zählt auch ein Krisenmanagement und dazu gehört ein Bekenntnis zum Standort“, sagt Jadatz. Er gehe jedoch davon aus, dass der Verein auch noch länger Bestand hat. Der Grund: Der Verein hat für den Bau von ÜAZ-Gebäuden Fördermittel erhalten. Deswegen besteht eine „Zweckmittelbindungsfrist“. Die Gebäude dürfen nur für Bildungszwecke genutzt werden. „Eine Disko kann darin nicht untergebracht werden“ erläutert Möller.