Am Warener Bahnhofsvorplatz will Florian Winter mit allen interessierten Radfahrern starten.
Am Warener Bahnhofsvorplatz will Florian Winter mit allen interessierten Radfahrern starten. Ingmar Nehls
Stadtentwicklung

Stadtradeln in Waren an der Müritz: Wer will mitmachen?

Der Stadtplaner Florian Winter möchte, dass Waren attraktiver für Radfahrer wird. Damit steht er nicht alleine da. Bei einer Tour soll es um Spaß und einen kritischen, aber konstruktiven Blick gehen.
Waren

Als Florian Winter im Nordkurier von seinem Lastenfahrrad erzählte, mit dem er durch das Heilbad Waren fährt, ist etwas ins Rollen gekommen. Man hört ihm zu. Die Warener Stadtverwaltung hat ihn zu einem Gespräch eingeladen und durch die aktuellen Diskussionen zum Thema Radmobilität beim Zukunftsworkshop und auch beim Klimarat ist die Idee entstanden, einen Fahrradstammtisch zu entwickeln.

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Mit Bürgern durchs Heilbad radeln

„Um diese Idee aufzugreifen und auch die Interessenlagen abzufragen, möchte ich am 27. Juni um 17 Uhr zum Stadtradeln einladen“, sagt Florian Winter. Treffpunkt soll der Bahnhofsvorplatz sein. Von dort will er mit interessierten Bürgern zu einer etwa 12 Kilometer langen Tour durch das Heilbad aufbrechen, auf der relevante Punkte – sowohl positiv als auch negativ – für den Warener Fahrradverkehr betrachtet und erläutert werden können. „Das Stadtradeln ist offen für alle interessierten Radfahrer und soll in erster Linie zum Diskutieren und zum gegenseitigen Austausch anregen“, sagt der 37-Jährige. Natürlich gelte bei der Tour die Straßenverkehrsordnung und Florian Winter empfiehlt auch, einen Helm zu tragen.

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Erste Anmeldungen sind schon vorhanden

Die ersten Warener hätten sich schon bei ihm für den Prolog am Montag angemeldet. „Wenn wir mehr als 15 Teilnehmer werden, können wir sogar als Verband fahren, was natürlich ganz spannend wäre, da wir auch am Hafen vorbeifahren“, sagt Florian Winter. Die Stadtverwaltung habe bereits mit drei Vertretern zugesagt. Weil traditionell am Montag vor der Stadtvertretersitzung viele Fraktionen ihre Sitzungen abhalten, hätten SPD und CDU bereits ihre Teilnahme am Stadtradeln abgesagt, was Winter bedauert.

Radwegenetz bekommt nur mittelmäßige Noten

Dass sich die Warener Bürger solche Aktionen wünschen und sich auch beteiligen würden, war ein Ergebnis der Befragung für die Aktualisierung des Klimaschutzkonzeptes. 171 Bürger, davon 87 Prozent aus Waren, hatten sich an der Online-Umfrage beteiligt und Vorschläge gemacht, was sich verbessern müsste. Das Radwegenetz wurde von den Teilnehmern als eher mittelmäßig bewertet, weil es zu wenige Fahrradwege gebe und die in einem schlechten Zustand seien. Auch die Anbindungen wurden kritisiert und das Problem am Stadthafen. Die Hälfte der Befragten gab an, dass sie gern an Kampagnen wie Stadtradeln, Radler-Sonntag oder autofreier Sonntag teilnehmen würden.

„Die Zukunft von Warens Mobilität liegt ganz klar im Fahrradverkehr. Ich erwarte, dass in der Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes das Thema Radverkehr berücksichtigt wird. Man muss sich doch nur anschauen, was die aktuelle Baustelle auslöst“, sagt Florian Winter.

Für fahrradfreundliche Stadt ist viel zu tun

Seit vier Jahren besitzt er ein Lastenrad und tritt lieber in die Pedalen als aufs Gaspedal.Mit dem Rad erledigt er alle innerstädtischen Fahrten, bringt seinen Sohn zur Kita, transportiert den Einkauf oder auch beides zusammen. Was ihn antreibt, ganzjährig bei Wind und Wetter – „alles eine Frage der richtigen Kleidung“– in die Pedalen zu treten, ist nicht nur eine ideologische Haltung, sondern einfach auch die Erfahrung, dass es bequem ohne Auto geht. Wenn Waren sich aber als eine fahrradfreundliche Stadt verstehe, dann müsse noch viel getan werden. Denn wie die Teilnehmer der Umfrage ist auch er der Meinung, dass viele Radwege in keinem guten Zustand sind und an vielen Ecken Lösungen für mehr Sicherheit gefunden und umgesetzt werden müssten. „Wenn am Warener Hafen die Lösung sein soll, dass man absteigen und schieben muss, ist das doch eine Bankrotterklärung. Die Autos müssten dort von der Straße“, fordert Winter.

Blick in die Kreisstadt

In der Kreisstadt Neubrandenburg hat das Stadtradeln schon Tradition. Im vergangenen Jahr haben 401 aktive Fahrradfahrer in einem Monat insgesamt etwa 127 000 Kilometer erradeln können, was einer CO2-Einsparung von mehr als 18 000 Kilogramm entsprach. In diesem Jahr galt es, die 150 000 Kilometer zu knacken. Bei der Aktion geht es darum, sowohl für den Klimaschutz, die Radförderung und eine saubere Stadt als auch für mehr Bewegung in die Pedale zu treten.

Die geplante Strecke am Montag kann man unter: https://www.komoot.de/tour/797705339 herunterladen.

 

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