Unsere Themenseiten

:

Stadtvertreter brauchen Zeit für „Poller-Satzung“

Ab Samstag wird die Polleranlage in der Klosterstraße tagsüber aktiv sein. Von da erhalten nur noch registrierte Anlieger Zufahrt zum letzten Abschnitt vor der Baustelle.  FOTO: Sören Musyal

VonSören MusyalundPetra KonermannDie mögliche Sperrung der Malchower Insel erregt die Gemüter der Bürger. Entscheiden aber werden die Abgeordneten. Und ...

VonSören Musyalund
Petra Konermann

Die mögliche Sperrung der Malchower Insel erregt die Gemüter der Bürger. Entscheiden aber werden die Abgeordneten. Und die halten sich noch bedeckt.

Malchow.„Die Situation ist schwierig“, sagt Elke-Annette Schmidt, Stadtvertretervorsteherin in Malchow. Denn nach der Bürgerversammlung am Mittwoch ist es deutlich geworden: Einen Kompromiss über die Verkehrsberuhigung der Insel zu finden, ist nicht einfach. Neu sei das indes nicht. „Immerhin diskutieren wir nicht das erste Mal – ein Konzept dazu ist seit Langem beschlossen“, so Schmidt.
Doch plötzlich wird es nun konkret. Mit dem Bau der Poller-Anlagen am Erddamm und in der Kirchenstraße wird den Bürgern vor Augen geführt, dass über die Zukunft des Verkehrs auf der Insel entschieden werden muss. Dass sie erst nach der Anschaffung der 140000 Euro teuren Anlage befragt wurden, stößt einigen unangenehm auf. Zumal die Bürgerversammlung zeigte, dass nicht alle Stadtvertreter mit der Art und Weise, wie die Poller beschlossen wurden, einverstanden sind. „Bürgermeister Joachim Stein hat die Baustelle genutzt, um die Poller anzuschaffen“, erklärt Schmidt.
Auf der Versammlung nannte sie dieses Vorgehen „auf eine Art clever“, gleichzeitig aber habe Stein die nötige Transparenz vermissen lassen. „Dass mit der Losvergabe der Baustelle auch der Pollerbau beschlossen wird, hätte erklärt werden müssen“, sagt sie.
Diese Meinung vertraten ebenfalls verschiedene Abgeordnete der Stadtvertetung. Wie aber mit den Pollern verfahren wird, wenn sie nicht mehr nur für die Baustellen-Sicherung genutzt werden sollen – darüber müssen die Volksvertreter abermals entscheiden. „Ich habe da noch keine klare Meinung drüber“, erklärt Olaf Ziems vom Bündnis für Malchow. Zu viele Möglichkeiten scheinen möglich. Wichtig sei jedoch, dass ein Kompromiss für alle erzielt werde. „Die dafür nötige Meinungsbildung in der Bevölkerung ist aber noch nicht abgeschlossen“, so Ziems. Er wolle erst die weiteren Fragestunden abwarten. Auch Horst Siggelow, Fraktionsvorsitzender der Linken, will die Zeit bis zur Beschlussfassung nutzen, um „intensiv über das Thema zu diskutieren“, erklärte er auf Nordkurier-Nachfrage.
Unterdessen machte Bürgermeister Stein deutlich, dass Anliegen der Bürger in die „Poller-Satzung“ einfließen sollen: So soll die Anlage nun zwischen 23 und 5 Uhr aktiv sein, von der Klosterseite erst ab 24 Uhr.

Kontakt zu den Autoren
red-waren@nordkurier.de