So wie hier in Waren wird es in Röbel nicht aussehen. Denn die Röbeler haben sich gegen den Bau eines Kaufhauses die
So wie hier in Waren wird es in Röbel nicht aussehen. Denn die Röbeler haben sich gegen den Bau eines Kaufhauses dieser Kette entschieden (Archivbild). Ingmar Nehls/Archiv
Wirtschaft

Stadtvertreter gegen Ansiedlung von Kaufhaus Stolz in Röbel

Die Entscheidung war knapp: Die Stadtvertreter stimmten gegen eine Filiale der norddeutschen Kaufhauskette Stolz.
Röbel

Knapp und doch mehrheitlich stimmten die Röbeler Stadtvertreter auf ihrer jüngsten Sitzung gegen ein Kaufhaus, das die norddeutschen Kaufhauskette Stolz auf dem Gelände Warener Chaussee 5 errichten wollte. Sieben Stadtvertreter hoben die Hand für, neun gegen den Bau. Das Unternehmen mit maritimer Ausrichtung hatte zusammen mit dem Lebensmittelhändler Rewe eine Bauvoranfrage zur Überarbeitung dieses Standortes an den Landkreis gestellt, der zusätzlich vorsah, in diesem Zuge den bestehenden Lebensmittelmarkt abzureißen und durch einen größeren Neubau zu ersetzten.

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Ladenbesitzer befürchteten das Aus

Bereits im August hatten im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr, Wirtschaft und Tourismus vier Mitglieder dafür und vier dagegen gestimmt. Damals hatte Carola Fischer als sachkundige Bürgerin gesagt, dass die Besitzer kleiner Läden befürchteten, durch das Sortiment des Kaufhauses verdrängt zu werden. Das werde in der Innenstadt bereits angeboten. Sie gab zu bedenken, dass sich die einheimischen Anbieter sowieso schon eine größere Kaufkraft bei Touristen und Einheimischen wünschen würden. Die Möglichkeit der Einflussnahme auf das Angebot im Kaufhaus, wo es beispielsweise nur ein kleineres Sortiment an Spiel- und Schreibwaren geben könnte, weil es das bereits in den regionalen Geschäften gibt, habe die Stadt Röbel nicht.

Investor verwundert über die Entscheidung

Wie Bürgermeister Andreas Sprick mitteilte, sei dies jedoch bereits bei der Vorstellung des Projektes im Januar durch den Geschäftsführer Martin Stolz ausgeschlossen worden. Auf der anderen Seite stand die Forderung, dass Rewe auch die Auffahrt bis an die Warener Chaussee kaufen möge, welche bisher der Stadt gehört. Die Idee dahinter war, dass Rewe und Stolz gemeinsam mit der Shell-Tankstelle und dem Lidl-Markt auf der anderen Straßenseite auf ihre eigenen Kosten an dieser Stelle einen Kreisverkehr errichten könnten, um die Situation für Fußgänger zu verbessern.

Nach dem Aus der Stadtvertreter teilte Martin Stolz dem Nordkurier mit: „Wir waren sehr verwundert über diese Entscheidung. Denn damit wurde sich gegen den Wunsch der Mehrheit der Bevölkerung ausgesprochen. Gerade in Bezug auf Nachhaltigkeit müssen wir den Menschen doch die Möglichkeit geben, ihren Bedarf an einem Kaufhaus-Vollsortiment in unmittelbarer Umgebung decken zu können. Und genau das ist unsere Spezialität.“ Geplant war eine Verkaufsfläche zwischen 800 und 1600 Quadratmetern. Zum Vergleich; in Waren und Rechlin beträgt die Verkaufsfläche der Stolz Kaufhäuser jeweils 800 Quadratmeter. Das Grundstück an der Warener Chaussee ist Eigentum der Rewe Group.

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