Mobilfunkanalge südlich von Röbel. Gewöhnlich werden die Türme mit den Antennen verschiedener Netzanbieter bestückt.
Mobilfunkanalge südlich von Röbel. Gewöhnlich werden die Türme mit den Antennen verschiedener Netzanbieter bestückt. Elke Enders
Mobilfunk in Boek

Standort für Funkmast bleibt ein "heißes Eisen"

Egal, ob beruflich oder privat: Ein Handy hat heutzutage fast jeder. Und um es nutzen zu können, braucht man bekanntlich „Netz“. Doch das Aufstellen von noch mehr Mobilfunkmasten lässt in Boek auch kritische Töne wieder laut werden.
Boek

Dass sich Boek und Mobilfunkmast nicht allzu gut verträgt, hat sich schon vor Jahren gezeigt, als das Ansinnen, auf der Kirchturmspitze des Müritz-Nationalparkdorfes einen Sender zu installieren, auf heftigen Gegenwind stieß. Lange Zeit war es nun still geworden um die Mobilfunkmasten in der Region. Doch die Ausbaupläne der Telekommunikationsanbieter sind längst nicht erfüllt, wie aktuelle Vorstöße namhafter Unternehmen wie Vodafone oder Telekom belegen. Bestehende Masten werden weiter bestückt und neue Standorte sondiert - wobei meist auch die Gemeinden in den Genuss einer jährlichen Pacht kommen können, die den klammen Kassen gut tut. Vorausgesetzt der Mast befindet sich auf Gemeindeland.

Derweil verstummt der Vorwurf nicht, dass die Region zu viele Funklöcher aufweist. Gerade in Nationalparknähe gibt es sie noch: Punkte der völligen Abgeschiedenheit. Vor allem auch Touristen wünschen sich stabilere Netze, die ungestörtes Telefonieren oder auch Internetkontakte gewährleisten. Dennoch, was die Standortwahl angeht, bleibt dies ein kompliziertes Prozedere. So hatte es seinerzeit in Groß Quassow bei Wesenberg herbe Proteste gegeben, als Anwohner sich wehrten, dass eine Antenne auf gemeindeeigenem Sportplatz mitten im Dorf errichtet wird. Die Bürgerinitiative setzte sich durch, und der Mast landete schließlich auf einem Acker abseits der Wohnbebauung (Der Nordkurier berichtete). Das Argument: „Der macht ja keinen Lärm“, war seitens der Kritiker schnell entkräftet, als Beweise für die Unschädlichkeit möglicher Strahlung eingefordert wurden.  Derartige Langzeitstudien gibt es noch nicht.

Indes musste der diesmal ins Auge gefasste Standort für den Boeker Sendeturm schon verworfen werden. „Die Landesforst sagt, es kommt kein Mast auf ihre Fläche“, informierte die mit dem Thema betraute Arbeitsgruppe der Rechliner Gemeindevertretung.  Erwogen worden war es, den Mast gegebenenfalls in der sogenannten Höhe 78 , nahe einem früheren Müllplatz, aufzustellen. Eine Örtlichkeit, die inzwischen wieder vom Tisch sein soll. Als Alternative wird nun ein Standort in der Nähe der Fischerei nahe dem Campingplatz C 15 geprüft. Indes suchen die Mobilfunkanbieter auch in anderen Orten händeringend Stellplätze, nicht zuletzt mit Verweis darauf, dass der Netzausbau auch für das Erreichen von Rettungskräften nötig ist. Schließlich könne jeder Mal in die Situation kommen. - etwas, was nicht von der Hand zu weisen ist.

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