KREISFEUERWEHRVERBAND SEENPLATTE

Stellvertreter sagt Ja zum Feuerwehr-Chefposten

Seit Dezember 2019 ist klar, dass der Kreiswehrführer und Verbandsvorsitzende eines der größten Feuerwehrverbände zurücktritt. Lange gab es keinen Bewerber für das offene Ehrenamt von Norbert Rieger. Nun ist klar, wer ein adäquater Nachfolger sein könnte.
Stephan Drews hatte monatelang überlegt, ob er das „Erbe” vom obersten Feuerwehrmann im Kreis, Norbert Rieger
Stephan Drews hatte monatelang überlegt, ob er das „Erbe” vom obersten Feuerwehrmann im Kreis, Norbert Rieger, antreten möchte. Tim Prahle
Seenplatte.

Es gibt ihn, einen potenziellen und kompetenten Nachfolger für Norbert Riegers als Kreisfeuerwehrchef der Mecklenburgischen Seenplatte. Stephan Drews möchte seinen Hut für die umfangreiche Ehrenamtsposition in den Ring werfen. Das bestätigte er am Donnerstag gegenüber dem Nordkurier mit den Worten „Ich kann mir eine Kandidatur vorstellen”.

Eine Bewerbung hat der zweite stellvertretende Verbandswehrführer des über 7300 Mitglieder starken Kreisfeuerwehrverbandes zwar noch nicht eingereicht, aber die solle zeitnah folgen. Im Dezember kündigte Norbert Rieger seinen Rücktritt an. Noch keine einzige Bewerbung ist bislang eingegangen. Drews' Kandidatur wäre die erste.

Noch bis Ende Februar können sich Interessierte, die höchstens 59 Jahre alt sind und über eine Gruppenführerausbildung verfügen, bewerben. Seit Wochen überlegt der zweifache Vater aus Friedland, der 1993 in der Jugendfeuerwehr Friedland begann, sich die Grundlagen des Rettens und Löschens anzueignen und seit 1997 zum aktiven Einsatzstamm der Brandschützer zählt, ob er sich diesen ehrenamtlichen „Vollzeitjob” zumuten möchte. „Es gab lange Gespräche mit meiner Familie, den Eltern und in meinem Freundeskreis”, erzählt er. Von allen Seiten seines sozialen Umfeldes bekam er Rückendeckung. Das war neben den ermunternden Worten aus dem Kameradenkreises der Ausschlag gebende Grund für den Entschluss, das Erbe von Norbert Rieger antreten zu wollen.

Bislang agierte Stephan Drews in zweiter Reihe und war als Vertreter für die Bereiche Mecklenburg-Strelitz sowie Neubrandenburg im Einsatz. Zu seinen Spezialgebieten gehört unter anderem der Digitalfunk. Darüber hinaus gilt er als Ansprechpartner für den Katastrophenschutz und die technische Einsatzleitung.

Dass seine berufliche Ausrichtung – er ist Mitarbeiter des Landkreises und arbeitet in der Rettungsleitstelle – bei einer sachlich-kritischen Diskussion über Brandschutzbedarfe mit dem Kreis zu Interessenkonflikten führt, glaubt er nicht. „Der Kreis weiß genau, dass die Rettungskette ohne uns Ehrenamtler nicht funktionieren würde”, sagt Drews. Dieses Wissen ermuntert ihn zu einem optimistischen Blick in die Zukunft. In dieser nämlich seien „positive Streitgespräche” mit dem Kreis möglich, ohne dass dies zu beruflichen oder persönlichen Nachteilen führen könnte. Und dass der Spagat zwischen dem Landkreis als Arbeitgeber einerseits und als Mitverantwortlicher für umgesetzten Brandschutz andererseits gelingen kann, zeige das Beispiel von Mayk Tessin. Der arbeite nämlich hauptberuflich als Leiter der Brandschutzdienststelle für den Landkreis Rostock und ist darüber hinaus oberster Kreis-Feuerwehrmann.

Damit Drews zum obersten Feuerwehrmann der Seenplatte gewählt werden kann, muss ihn die Delegiertenversammlung des Kreisverbandes Ende März bestätigen.

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