Pflanzenschutz-Mittel versprüht
Streit um Chemie-Einsatz auf einem Acker

Jan-Hendrik Rust, Betriebsleiter der Agrargesellschaft Sietow, stellt klar, dass sich in seinem Betrieb stets an die gesetzlichen Richtlinien gehalten wird.
Jan-Hendrik Rust, Betriebsleiter der Agrargesellschaft Sietow, stellt klar, dass sich in seinem Betrieb stets an die gesetzlichen Richtlinien gehalten wird.
Malte Schindel

Zu viel Pflanzenschutzmittel auf dem Feld nebenan? Statt mit dem Bauern zu reden, hat ein Paar aus Göhren-Lebbin sofort das Ordnungsamt gerufen und aufwendige Laboruntersuchungen losgetreten. Das könnte jetzt zum Bummerang werden.

„Das kann es echt nicht sein”, sagt Rainer Boos. Wenn er gesundheitlich beeinträchtigt werde, gehe das zu weit. Der Rentner und seine Lebensgefährtin sollen vergangene Woche von einer Art Sprühwolke kontaminiert worden sein. Diese habe ein „pelziges” Gefühl auf der Zunge des Mannes verursacht. Boos spricht auch von Taubheit. Ohnehin habe er anschließend Probleme mit dem Mund gehabt. Ein Juckreiz sei die Folge bei seiner Lebensgefährtin gewesen.

Schuld daran soll der örtliche Landwirt sein, behauptet das Paar, das in Göhren-Lebbin unmittelbar an einem Feld wohnt. Der Bauer habe am Montag vergangener Woche sein Land beackert und sich dabei nicht an die gesetzlichen Richtlinien gehalten, so der Vorwurf von Boos. Der Landwirt habe zu hohe Mengen an Pflanzenschutzmitteln versprüht, was letztlich bei dem Rentner und seiner Lebensgefährtin zu den Beschwerden geführt habe.

Ordnungsamt Malchow informiert

„Wir saßen draußen auf der Terrasse, als uns plötzlich ganz unwohl wurde. Wir sind fluchtartig nach drinnen”, sagt Boos. „Es hat intensiv nach Chemie gerochen.” Er rief direkt eine Ärztin an, die ihm entsprechende Symptome bestätigt habe, sagt Boos.

Und auch mit dem Ordnungsamt Malchow habe er gesprochen, solch ein Vergehen könne nicht toleriert werden. „So etwas lassen wir uns nichts gefallen. Da kann ja etwas nicht rechtens gewesen sein, denn wir haben Schaden genommen.” Nach zwei Tagen seien die Beschwerden wieder weg gewesen, dennoch sagt Boos: „Ich will wirklich einen friedlichen Umgang, aber am Ende des Tages muss sich der Landwirt an die Gesetze halten.”

Landwirt weist Vorwürfe zurück

Und genau das habe er getan, sagt Jan-Hendrik Rust. Er ist Betriebsleiter der Agrargesellschaft Sietow. Das entsprechende Feld bewirtschaftet einer seiner Männer. „Wir haben nichts verkehrt gemacht. Wir haben uns an die Richtlinien gehalten”, stellt Rust klar.

Landwirte könnten es sich gar nicht erlauben etwas Verbotenes zu machen, unterliegen sie doch strengen Kontrollen. Auch wären solche Vergehen nachweisbar, sagt Rust. „Wir müssen dokumentieren, was wir machen, wann, warum und was wir einsetzen. Noch einige Tage später kann herausgefunden werden, was wir gespritzt haben”, erklärt er. In diesem Fall seien es Herbizide zur Unkrautbekämpfung gewesen.

Proben werden im Labor untersucht

„Wir wissen doch, was wir tun. Nur der Bürger weiß es leider meist nicht – und anstatt dann zu uns zu kommen und zu fragen, wird direkt das Amt alarmiert. Das muss doch nicht sein.”

Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei rückte dann auch mit zwei Mann aus und nahm Bodenproben von Boos‘ Garten sowie vom Feld. Ebenso wurde der Agrarbetrieb kontrolliert. Kommende Woche sollen die Laborergebnisse vorliegen.

Wird keine erhöhte Menge an Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen, fordert Rust Konsequenzen. „Der Bürger muss dann zur Kasse gebeten werden. Erst lässt er alle antanzen und am Ende gehen zahlreiche Arbeitsstunden für nichts drauf. Die Zeit hätten die zuständigen Leute auch sinnvoller nutzen können”, so der Betriebsleiter.

Kommentare (2)

Ein Wichtigtuer

Er Unrecht hat, hat er sich angeschissen