GEFLÜGELPEST

Strenge Beschränkungen für Tierhalter in der Müritz-Region

Nachdem am Dienstagabend bekannt wurde, dass in Wredenhagen die Geflügelpest ausgebrochen ist, geht die Angst bei den Betrieben um. Das Kreisveterinäramt hat entsprechende Maßnahmen getroffen.
Die Geflügelpest kann private Tierhalter, aber auch große Betriebe treffen. So oder so müssen die Tiere in der
Die Geflügelpest kann private Tierhalter, aber auch große Betriebe treffen. So oder so müssen die Tiere in der betroffenen Anlage getötet werden. Stefan Sauer
Matthias Schmidt vom Bauernverband Müritz
Matthias Schmidt vom Bauernverband Müritz Susann Salzmann
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Wredenhagen ·

Nach dem erneuten Ausbruch der Geflügelpest an der Mecklenburgischen Seenplatte gelten strenge Handelsbeschränkungen für mehr als 400 Tierhalter, auch im Norden von Brandenburg. Darauf hat der Leiter des Kreisveterinäramtes, Guntram Wagner, am Mittwoch hingewiesen. Die Viruskrankheit war am Dienstag bei einem privaten Geflügelhalter in Wredenhagen ausgebrochen. Die 38 Hühner und Gänse, von denen bereits zehn Tiere der Tierseuche erlegen waren, seien inzwischen getötet und entsorgt worden, so Wagner. Derzeit laufen Kontrollen bei mehreren großen Geflügelhaltern im sogenannten Sperrbezirk.

Bisher kein Risikogebiet

„Wir rechnen damit, dass das Virus über infizierte Wildvögel hineingetragen wurde“, sagte Wagner. Die Tiere des privaten Halters durften noch ins Freie, da Wredenhagen nicht als „Risikogebiet“ galt. Nur für große gewerbliche Geflügelhalter gelte die generelle Stallpflicht. Bei den etwa 410 Betrieben im „Restriktionsgebiet“, das bis Wittstock reicht, werden rund 550 000 Hühner, Enten, Gänse und anderes Nutzgeflügel gehalten. Hier gelten strenge Beschränkungen für den Handel mit Fleisch, Eiern und Tieren.Im Herbst 2020 war ein großer Geflügelhalter im wenige Kilometer entfernten Krümmel von solch einem Ausbruch betroffen. Damals blieb dies ein Einzelfall. In Mecklenburg-Vorpommern sind nach Angaben des Schweriner Agrarministeriums seit Herbst 2020 rund 230 000 Nutztiere wegen der Geflügelpest getötet worden.

Wirtschaftliches und emotionales Problem

„So etwas ist ein Drama für jeden Betrieb, egal ob klein oder groß“, sagte der Geschäftsführer des Bauernverbands Müritz, Matthias Schmidt. Auch für die Betriebe rings um den Ausbruchsort sei so ein Seuchenzug eine schwierige Situation, weil man nicht wisse, ob die Krankheit auf die eigenen Tiere überspringt. Das sorge für Unruhe. „Es ist sowohl ein wirtschaftliches als auch emotionales Problem, denn jedes Tier, das auf so eine Weise umkommt, tut weh. Die Entschädigungen aus der Tierseuchenkasse decken den Verlust nicht und wer betroffen ist, muss plötzlich von vorne anfangen“, sagt Matthias Schmidt. Verhindern ließen sich solche Seuchenzüge kaum, vor allem dann nicht, wenn das Geflügel draußen frei rumlaufen darf. „Wenn wir Freilandhaltung wollen, sind wir dem Risiko ausgesetzt. Darum sind wir über jedes Jahr glücklich, in dem es keinen Betrieb erwischt. Die gleichen Sorgen haben wir übrigens auch bei Schweinen, die in Freilandhaltung leben. Zum Glück hat uns die Afrikanische Schweinepest noch nicht erreicht“, sagt der Geschäftsführer des Müritzer Bauernverbands.

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