AUFTRAG AN DIE POLITIKER

Stress mit Jugendlichen: Penzliner fordern Lösung

Penzliner Bürger haben Stadtvertreter aufgefordert, für die Jugend einen öffentlichen Platz zu schaffen, damit Lärmbelästigungen und Randale bald der Vergangenheit angehören.
Sie machen Spielplätze zum „Sauf-Areal“, missachten Verbote und begehen Sachbeschädigungen: Einige Penzl
Sie machen Spielplätze zum „Sauf-Areal“, missachten Verbote und begehen Sachbeschädigungen: Einige Penzliner Jugendliche bereiten Anwohnern erhebliche Sorgen. Uwe Anspach
Blick in die Skatehalle Neubrandenburg. Solch einen Ort könnten sich Penzliner für Jugendliche vorstellen, damit die
Blick in die Skatehalle Neubrandenburg. Solch einen Ort könnten sich Penzliner für Jugendliche vorstellen, damit diese ihre Energie in sportliche Erlebnisse statt in Vandalismus lenken. Mirko Hertrich
Penzlin.

Immer wieder geraten Jugendliche beziehungsweise junge Menschen mit Erwachsenen aneinander. Die Konfliktherde sind vielfältig und reichen von der Lärmbelästigung von Anwohnern in den Nachtstunden bis hin zu Vandalismus. Dass sich auch in Penzlin einige Jugendliche schlecht benehmen, können und wollen Penzliner Bürger nicht mehr hinnehmen. Mit einem ernsten Schreiben, einer Unterschriftensammlung und einem erarbeiteten Konzept, mit dessen Hilfe dem Spuk ein Ende bereitet werden soll, wandten sich die betroffenen Bürger nun an ihre Stadtpolitiker. Stadtvertreter und Verwaltung werden zum Handeln aufgefordert, damit die zum Teil blinde Zerstörungswut, Sachbeschädigungen und Ruhestörungen ein Ende haben.

Konflikte schwelen seit Jahren

Der Penzliner Harry Bechdolf sprach bei der jüngsten Stadtvertretersitzung im Corona-Modus stellvertretend für Anwohner, die nach eigenen Aussagen mit Störungen durch Jugendliche zu kämpfen haben. Schwierige Situationen mit einem Teil der Heranwachsenden sind in Penzlin nichts Neues. Die Konflikte schwelen seit Jahren. Die mobile Jugendarbeit erreiche die Unruhestifter offenbar nicht mit ihren Angeboten, so die Anwohner in ihrem Schreiben. Weder die Unruhestifter, die sich des Nachts illegal auf Spielplätzen zum Trinken verabreden, noch die, die mit lauter Musik im Gepäck durch die Straßen ziehen. Und auch diejenigen lassen sich dem Schreiben nach offensichtlich nicht belehren, die mit illegalen Graffitis oder Schmierereien eine gewisse kriminelle Energie an den Tag legen.

Anwohner schlagen Treffpunkt für Jugendliche vor

Statt ausschließlich zu verurteilen, setzen sich die Anwohner in gewisser Weise aber auch für die Jugendlichen ein. Vielleicht, sagte Harry Bechdolf, käme es zu weit weniger Konflikten, wenn die Stadt den Jugendlichen einen festen Platz im öffentlichen Raum gewähren würde. Einen, an dem sie ihrem Abenteuerdrang und auch ihrer Feierlaune nachgehen könnten – natürlich ohne gegen Recht und Gesetz zu verstoßen. Als Vorbild blicken die Anwohner nach Neubrandenburg. Dort entstand mit dem Skatepark im Reitbahnviertel nach Ansicht der Penzliner ein Vorzeigeprojekt, das in ähnlicher Form auch für Penzlin diskutiert werden sollte, findet Harry Bechdolf, der die Anwohnerforderungen samt 57 Unterschriften Penzliner Bürger an das Stadtparlament übergab. Neben einem offiziellen öffentlichen Platz solle ein Sicherheitsdienst beauftragt werden, der die Einhaltung der Regeln kontrolliere. Insbesondere auch an den „Problemstellen“, die derzeit von der Jugend aufgesucht werden. Dazu zählen neben der Badestelle am Stadtsee auch der Bereich um die Alte sowie Neue Burg sowie der Busbahnhof.

Polizei manchmal zu spät?

Über die Vorfälle und die Klientel hat sich Torsten Elias Vanselow intensiv Gedanken gemacht. Der Penzliner kann selbst von Lärmbelästigungen berichten, die sich mitten in der Nacht zwischen 2.30 und 4.30 Uhr abspielten. Eine Bank, die nahe eines Denkmals stand, sollen die Jugendlichen für ein Lagerfeuer „geopfert“ haben. Denkmäler seien in Teilen mit Graffiti überzogen worden. Kurzum: ein unhaltbarer Zustand. Deshalb hat der Selbständige ein zehnseitiges Sicherheitskonzept erarbeitet und der Verwaltung dieses ebenfalls mit an die Hand gegeben. Ein Problem, das in seiner Analyse nicht verschwiegen wird: Wird die Polizei alarmiert, sei diese nicht immer sofort an Ort und Stelle, sondern mitunter auch mal erst zwei Stunden später, wenn die Betroffenen bereits wieder ihrer Wege gegangen sind.

„Schläge angedroht”

Stellten Bürger Übertretungen der Jugendlichen fest, dann „können diese im Rahmen ihrer Jedermannsrechte nach Personalien fragen und diese dann an die Behörden weiterleiten“, so Vanselow. Mit ihren Daten herausrücken müssen die Jugendlichen allerdings nicht. Es sei denn, es handelt sich um eine polizeiliche Maßnahme. Und mitunter kann das Zurechtweisen von Jugendlichen die eigene Gesundheit gefährden. So beschrieb etwa CDU-Stadtvertreter Bernd Ebert, dass ihm sogar Schläge angedroht worden seien, als er Jugendliche auf ihr unflätiges Verhalten angesprochen habe.

Immerhin konnten sich die Stadtpolitiker darauf einigen, zeitnah Ausschusssitzungen anzuberaumen, die sich mit einer Lösung für – und nicht gegen – die Jugend der Stadt beschäftigen sollen.

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